Petra Reski
© Paul Schirnhofer
Der Wirbel um Petra Reskis „Mafia-Buch“ geht weiter (2)
Buchpräsentation im Münchner Literaturhaus am kommenden Sonntag, 16.11.,(Matinée, 11 Uhr), Moderation Giovanni di Lorenzo
München, den 14. November 2008 – Nachdem es bereits am 5. November 2008 vor dem Landgericht Duisburg bei der von Antonio Pelle beantragten Einstweiligen Verfügung gegen das im Droemer Verlag erschienene Buch der Journalistin Petra Reski „Mafia – Von Paten, Pizzerien und falschen Priestern“ zu emotionalen Szenen gekommen war – die Verhandlung endete ohne Entscheidung – kam es diesen Mittwoch bei einer Lesung der Autorin in Erfurt beinahe zu einem Eklat. Vorhergegangen war die Erwirkung einer Einstweiligen Verfügung durch Spartaco Pitanti vor dem Landgericht München I gegen die Autorin. In ihrem von der deutschen Presse hoch gelobten Buch beschäftigt sich Petra Reski auch mit den Verstrickungen der Mafia in Deutschland.
Petra Reski beschreibt die Ereignisse vom 12. November wie folgt:
„Gegen mich wurde gestern vom Landgericht München I eine Einstweilige Verfügung erlassen, erwirkt hat sie Herr Spartaco Pitanti, der in Deutschland an mehreren Standorten italienische Restaurants betreibt. Der Richter war übrigens derjenige, der auch das Esra-Urteil in erster Instanz erlassen hat. Aus unserer Sicht handelte es sich um ein sehr einseitiges Verfahren, weil meine Anwälte gar keine Gelegenheit bekamen, ihre Position näher darzulegen - die Einstweilige Verfügung wurde ohne mündliche Anhörung erlassen.
Die Gerichtsvollzieherin erwartete mich vor der Buchhandlung in Erfurt, wo ich Gelegenheit hatte, am eigenen Leib zu erfahren, was es bedeutet, brisante Themen anzupacken. Es waren Leute anwesend, die versuchten mich einzuschüchtern - darunter nach meinem Eindruck nicht nur ein deutscher Anwalt von Pitanti, außerdem der ehemalige Bürgermeister von Erfurt, der in beschuldigendem Ton behauptete, mit meinem Buch die Vorlage für den kürzlich erschienenen ZDF-Film über die Mafia geliefert zu haben – nebenbei gesagt für mich eher eine Ehre, als eine Beschuldigung – sowie verschiedene wohl als Italiener zu identifizierende Personen, die mich als „Mafiosa“ bezeichneten und offenbar bemüht waren, mich Dinge sagen zu lassen, die im Prozess gegen mein Buch zu verwenden wären.“
Dem Droemer Verlag liegt bis dato noch keine Einstweilige Verfügung zum Buch von Petra Reski vor.
Am kommenden Sonntag, 16.11., findet um 11 Uhr im Literaturhaus München eine Matinée mit Petra Reski statt. Die Autorin spricht mit dem Chefredakteur von „Die Zeit“, Giovanni di Lorenzo.
« Zurück | Seite 1 | Weiter »