Das Buch
AUTOR(EN) Wolf Serno VERLAG Droemer SEITENZAHL 640 AUSSTATTUNG HC + SU HC PREIS EUR (D) 19,99 ISBN3-426-19805-3 ISBN 978-3-426-19805-6 ERSCHEINUNGSTERMIN 01.12.2010 GENRE
Dieses Buch ist lieferbar.- INHALT
- REZENSIONEN
- LESERSTIMMEN
Die Medica von Bologna
RomanBologna 1552. Mit einem entstellenden Feuermal - für die Inquisition ein Schandmal der Sünde - kommt Carla zur Welt. Um sich von diesem Makel zu befreien, träumt sie davon, eine Medica zu werden. Doch ein Medizinstudium ist ihr als Frau verwehrt. Sie gibt nicht auf. Heimlich besucht sie Vorlesungen an der Universität, wo der charismatische Chirurg Gaspare Tagliacozzi die Kunst der Gesichtsoperationen lehrt. Sie hofft auf seine begnadeten Hände und verliebt sich dabei rettungslos in ihn. Doch Gaspare, der ihre Liebe nur zum Schein erwidert, nutzt ihre Gefühle aus und schickt sie auf eine tödliche Mission ...
Rezensionen
Main-Echo | 20.01.2011
"Ein schöner Schmöker für lange Winterabende"
Funkuhr | 14.01.2011
"Ein spannendes Sittengemälde des 16. Jahrhunderts."
Freie Presse | 17.12.2010
"Wolf Serno versetzt seine Leser mitten hinein in das Denken, Fühlen und bunte Treiben dieser Zeit."
Leserstimmen
Nicole | 09.01.2011
Nicht ganz den Erwartungen gerecht geworden„Die Geschichte der Medica wird aus Sicht der Medica selbst als Rückblende auf ihr Leben in Bologna erzählt. Meine Erwartungen waren eigentlich über die Taten und das Wirken einer Medica zur damaligen Zeit in Bologna zu erfahren. Das ganze verbunden mit den Schwierigkeiten, die ein solcher Beruf für eine Frau zu der Zeit mitgebracht hat. Dieser Teil kam für mich einfach zu kurz. Einen Pluspunkt bekommt das Buch allerdings für die Aufmachung: ein schöner Schutzumschlag und im Anhang die bebilderte Darstellung der Nasenrekonstruktion, eine Operation, die mehrfach zur Sprache kommt. Ich denke, wenn das Buch um 200 Seiten gekürzt wäre, so dass der Fokus wesentlich mehr auf der Medica und ihren Taten gelegen hätte, dann wäre die Geschichte sicherlich etwas griffiger geworden.”
Susanne | 03.01.2011
Fast ein wenig zu wissenschaftlich, aber gut„Carla Maria Castagnolo, geboren im Jahr 1552, hat es von Anfang an schwer im Leben, denn sie ist mit einem, für die damalige Zeit schweren, Makel behaftet. Sie hat ein Feuermal im Gesicht. Aus diesem Grund scheut die Ich-Erzählerin die Öffentlichkeit, seit sie begriffen hat, dass ihr Anblick die meisten Menschen erschreckt. Denn das Mal, das sie trägt, wird als Zeichen der Sünde und des Teufels angesehen und bringt die Trägerin in Gefahr, von der Inquisition verfolgt zu werden. Ihr Zufluchtsort ist das Haus, welches sie von ihrer Mutter geerbt hat, und in ihrer selbst gewählten Isolation wächst ein starker Wunsch in ihr: Sie möchte Medizin studieren und Ärztin werden. Aber das Studium ist Frauen zu dieser Zeit nicht gestattet. Doch findet Wege, sich heimlich das faszinierende Wissen anzueignen, indem sie sich unerkannt in die Vorlesungen an der Universität schleicht. Der Zufall will es, dass Carla eines Tages den Chirurgen Gaspare Tagliagozzi kennen lernt, und die Protagonistin verliebt sich in den charismatischen Mann. Er verfügt über alle Möglichkeiten, von denen Carla nur träumen kann. Seine große medizinische Spezialität ist die plastische Nasenkorrektur nach einer Verletzung oder Verstümmelung. Als Gaspare Carla bittet, seine Assistentin zu werden, kann diese ihr Glück kaum fassen, hat sie sich zu allem Überfluss doch auch noch in Tagliagozzi verliebt. Es scheint so, als würde er ihre Gefühle erwidern, aber dann stellt sich heraus, dass er Carla immer wieder schamlos ausnutzt und hintergeht. Dieser Roman ist der Rückblick auf das außergewöhnliche und bewegte Schicksal einer Frau, mit großen Wünschen und Träumen, immer auf der Suche nach Anerkennung, die ihr eigentlich zustand aber größtenteils verwehrt wurde. Im Alter von 48 Jahren, an der Schüttellähmung erkrankt, bittet sie ihren treuen Diener Latif, ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben. Der Versuch des Autors, eine weibliche Protagonistin zu Wort kommen zu lassen, ist größtenteils gut gelungen. Mit viel Einfühlungsvermögen schildert er das Schicksal und die Probleme von Carla und lässt sowohl sie als auch ihre Umgebung sehr lebendig und farbig vor den Augen des Lesers entstehen. Wolf Serno scheint ein großes Interesse an medizinischen Vorgängen des Mittelalters zu haben und sehr ausführlich zu recherchieren, das spürt man hinter jedem Satz. Auch die hochwertige Ausstattung des Buchs, sowie die ausführliche, bebilderte Beschreibung einer Nasenplastik im Anhang, welche original aus Tagliacozzis Werk stammt, sprechen für sich. Ich gebe zu, dass ich die Ausführungen über Nasenoperationen und Herstellung von Theriak zwar sehr interessant, doch stellenweise fast etwas zu ausführlich fand. Auch spielen einige Zufälle in die Handlung hinein, die für mich nicht völlig glaubwürdig waren. Trotz dieser kleinen Kritiken kann ich jedoch sagen, dass mich dieses Buch wunderbar unterhalten hat. Besonders Carla und Latif sind mir mit der Zeit direkt ans Herz gewachsen. Wolf Serno hat einen interessanten und kurzweiligen Roman geschaffen, bei dem ganz besonders Interessierte der Medizin im 16. Jahrhundert auf ihre Kosten kommen.”
Karin | 02.01.2011
Ein rundes Lesevergnügen„"Die Medica von Bologna" habe ich auch im Rahmen der Testleserunde gelesen und mir hat das Buch richtig gut gefallen. Angefangen von den vielen interessanten medizinischen Erklärungen und Beschreibungen über doch einige sehr beeindruckende und sympathische Protagonisten wie Latif und für mich auch Carla bis hin zu der sehr schönen Aufmachung des Buches incl. ausführlicher Beschreibung einer Nasenrekonstruktion im Anhang gibt es für mich eigentlich wenig zu bemängeln. Das Buch war sehr flüssig zu lesen, mich haben die eingestreuten italienischen Sätze und Worte nicht gestört, sondern im Gegenteil eher einen positiven Eindruck hinterlassen. Ob nun Carlas Verhalten immer logisch und nachvollziehbar war - das war für mich mehr als zweitrangig. Sie hat mir insgesamt als Person gut gefallen und von daher hat mich ihr Leben mit allem, was sie so erlebte, sehr interessiert. Insgesamt empfand ich "Die Medica von Bologna" als rundes Lesevergnügen und ich gebe dem Buch 4,5 von 5 Punkten.”
Leseprobe
Der Geschichtenerzähler
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