Das Buch
AUTOR(EN) Annemarie Schoenle VERLAG Knaur TB ORIGINALTITELIch habe nein gesagt SEITENZAHL 288 AUSSTATTUNG Taschenbuch TB PREIS EUR (D) 8,90 ISBN3-426-62264-5 ISBN 978-3-426-62264-3 ERSCHEINUNGSTERMIN 01.04.2003 GENRE Krimi & Thriller
Dieses Buch ist zur Zeitnicht lieferbar.
- INHALT
- REZENSIONEN
- LESERSTIMMEN
Ich habe nein gesagt
Ihre Romane werden millionenfach gelesen, über die Fernsehfilme, zu denen sie das Buch schrieb, spricht ganz Deutschland. Nun wendet sich Annemarie Schoenle einem brisanten Thema zu, das gern unter den Teppich gekehrt wird: Vergewaltigung in der Ehe.
Die Geschichte von Werner, Doris und ihrer kleinen Tochter Tanja - eine scheinbar normale Ehe, in der es kriselt, bis die Liebe mit einer Vergewaltigung endgültig getötet wird. Und als Doris sich durchringt, ihren Mann anzuzeigen, lässt ihre Umgebung sie das bitter büßen. Wird sie vor Gericht tatsächlich gegen ihren Mann aussagen?
„Schoenles Geschichte lässt keine einfache Parteinahme zu. Sie erzählt, wie Gewalt in einer scheinbar gewöhnlichen Beziehung ausbrechen kann ... und davon, wie hoffnungslos unterschiedlich Frauen und Männer empfinden, wenn es mit der Liebe zu Ende geht.“ Der Spiegel
Annemarie Schoenle über ihr Anliegen, ein tabuisiertes Thema an die Öffentlichkeit zu tragen.
Rezensionen
Neue Westfälische vom 22.09.01 | 29.10.2001
Dieses Buch geht über den Begriff Unterhaltungsliteratur hinaus, mit dem die Autorin Annemarie Schoenle üblicherweise etikettiert wird. Ihr neuer, soeben in den Handel gekommener Roman ich habe nein gesagt thematisiert ein Tabu: Vergewaltigung in der Ehe. Sicherlich erinnern sich noch viele an die sehr zwiespältigen politischen Debatten, die der Einfügung dieses Straftatbestands in das Gesetzbuch vorangingen. Ihr Roman, nach dem gleichnamigen Fernsehfilm entstanden (sonst pflegt die Abfolge umgekehrt zu sein), beschreibt die quälende Erosion einer Ehe. Das scheinbare kleine Glück, zu dem sich Werner (Automechaniker), Doris (Verkäuferin) und die kleine Tochter Tanja vereint haben, gerät aus den Fugen. Doris will mehr als Sicherheit, sie will Verständnis, vielleicht auch ein wenig mehr Eigenleben. Nach einem Seitensprung schlägt Werner brutal zu und vergewaltigt sie. Soll Doris ihn anzeigen? Und wenn, wie wird die Umgebung auf das Kavaliersdelikt reagieren? Wäre nicht die eheliche Pflicht das höherrangige Gut? Annemarie Schoenle erzählt in ihrem beklemmenden Buch vom langsamen, aber unaufhaltsamen Tod einer Liebe in einer normalen Gesellschaft mit normalen Menschen. Sie schildert die Nöte, Ängste, die Vereinsamung, die Selbstvorwürfe, die sich aus der Situation nahezu zwangsläufig ergeben. Als sich Doris entschließt, den Weg der Anzeige gegen ihren Mann zu gehen, weiß sie noch nicht, wie steinig der Weg und wie sehr ihr Leben zum Spießrutenlaufen wird.
Ein wichtiges Buch, das von der Schwierigkeit der Liebe und des Umgangs miteinander erzählt.
Neue Westfälische | 22.09.2001
"Dieses Buch geht über den Begriff "Unterhaltungsroman" hinaus, mit dem die Autorin Annemarie Schoenle üblicherweise etikettiert wird....... Ein wichtiges Buch, das von der Schwierigkeit der Liebe und des Umgangs miteinander erzählt."
Süddeutsche Zeitung vom 29.08.2001 | 19.09.2001
Drehbuchautorin Annemarie Schoenle über ihren Roman Ich habe Nein gesagt
SZ: Warum schicken Sie dem Film noch einen Roman hintendrein?
Schoenle: Nach der Ausstrahlung haben mich viele Frauen angerufen, die vergewaltigt worden sind. In einem Roman kann man genauer Innenansichten darstellen. All diese Frauen hatten bis dahin geschwiegen. Da ist eine furchtbare Mauer aus Scham und Angst vor Reaktionen.
SZ: Sind diese noch so einhellig ablehnend wie von Ihnen dargestellt?
Schoenle: Ich wollte die Leute mit dem Film aus der Reserve locken, indem ich keine engelsgleiche Frau gezeichnet habe. Was sich dann aber zeigte, hat mich schockiert. Im Fitness-Studio, auf Partys - überall erklärten mir Frauen, sie könnten den Mann verstehen. Schließlich hat sie ihn mit seinem Freund betrogen.
SZ: Dass er sie halb tot schlägt, hat die Leute nicht weiter beeindruckt?
Schoenle: Sicher, das fanden alle unschön. Dennoch: Der Tenor war erschütternd einhellig. Und das war keineswegs schichtspezifisch. Natürlich drückt man sich in besseren Kreisen anders aus. Anderseits nimmt mit Geld und Bildung die Arroganz zu. Da meint jede: Mir könnte so etwas nie passieren. Dabei ist Gewalt in Beziehungen ein schleichender Prozess. Ich habe die Geschichte nicht ins Kleine-Leute-Milieu verlegt, weil sie nur dort vorkommt. Ich hasse es einfach, wenn heute so getan wird, als wären wir ein Volk von Managerinnen und PR-Agentinnen, die in Wohnungen leben, in denen man Schlittschuh laufen kann. Ich wollte Wirklichkeitsnähe.
SZ: An dem Ehemann sind Jahrzehnte der Diskussion um Geschlechterrollen und Sexualität spurlos vorüber gegangen. Ist das die Wirklichkeit?
Schoenle: Für die meisten Menschen ja. Gut, man redet mehr über Sexualität, wir dürfen Pornos im TV sehen. Die aber nähren doch nur die Fantasie von der Frau als allzeit willigem Wesen. Ich höre Männer im Wirtshaus und Frauen beim Friseur sehr genau zu. Die Lieblosigkeit in der Sexualität ist noch sehr groß.
SZ: Auch Frauen, sagen Sie, hätten sich weniger verändert, als sie glauben.
Schoenle: Die weibliche Lieblingslektüre sind bis heute Frauenzeitschriften und Klatschblätter. Wir verkleistern uns das Hirn mit dem Hera-Lind-Prinzip: Gebt Gas, dann könnt ihr alles haben, Karriere, einen Stall Kinder, Liebhaber zuhauf, die bei Bedarf brave Ehemänner werden und mit euch Kuchen backen. Und diese fürchterliche Powerfrauenmärchen im Fernsehen! Ältere Frau verlässt die Familie, und flugs liegen Scharen junger Männer zu ihren Füßen. Das sind dumme Kleinmädchenträume.
SZ: Sie sind eine gefragte TV-Drehbuchautorin. Worauf basiert Ihr Erfolg?
Schoenle: Man muss Dialoge schreiben und szenisch denken können. Auch meine Romane sind szenisch gebaut. Ich habe bislang eher witzige Geschichten geschrieben. Aber die Beschäftigung mit dem Thema Gewalt hat mein Denken verändert. Ich werde sicher keinen witzigen Frauenroman mehr schreiben. Davon hat die Welt mehr als genug.
Interview: Petra Hallmayer
Leserstimmen
Ingrid | 15.05.2010
unbedingt lesen„Dieses Buch ist ein absolutes Muss. Die Autorin schreibt sehr spannend und einfühlsam. Es ist mein erstes Buch, das ich von ihr gelesen habe. Es hat mich motiviert, es mit einem weiteren zu versuchen.”