Friedrich I. Barbarossa
ca. 1122 - 1190
Friedrich I. (Barbarossa), wurde vermutlich 1122 geboren und starb während eines Kreuzzuges durch Ertrinken am 10.06.1190 im Fluss Saleph, in der heutigen Türkei. Er war zunächst mit Adela von Vohburg verheirat, ließ die kinderlose Ehe aber 1153 annullieren und heiratete 1156 Beatrix von Burgund.
Der Staufer wurde 1152 zum Römischen König gewählt, 1155 folgte dann die Krönung zum Kaiser in Rom. Er übernahm die Krone zu einer Zeit, in der in Deutschland die königliche Macht geschwächt war. Teile der Macht waren an die Reichskirche übergegangen, aber auch auf der Seite der Herzöge, Markgrafen und Grafen bröckelte die königliche Autorität und es herrschten Autonomiebestrebungen. Die blutigen Auseinandersetzungen zwischen den rivalisierenden Babenbergern und Welfen zermürbten ebenfalls die Einheit des Reiches. Gerade in Italien war die Macht des Königs ohne seine Anwesenheit aufs Engste beschränkt.
Für innere Ruhe im Lande sorgte Barbarossa, zumindest für einige Jahre, indem er seinem Vetter Heinrich dem Löwen, dem Haupt des Welfenhauses, das Herzogtum Bayern verlieh. Durch das Vergeben mehrerer Bistümer an ihm ergebene Bischöfe wuchs auch seine Macht über die Reichskirche wieder.
Barbarossas mehrfache blutige Italienfeldzüge endeten allerdings nach Jahren mit einem verhandelten Frieden anstelle eines gewonnenen Krieges. Seine Italienfeldzüge hatten Friedrich I. immer wieder deutlich gemacht, dass seine Truppen entweder in der Anzahl unterlegen waren, weil die Deutschen ihm keine größeren Truppen zur Verfügung stellen wollten und die italienischen Verbündeten ihn im Stich ließen, oder die Truppenanzahl durch Krankheiten zusammenschmolz.
Friedrich konzentrierte sich nun auf den Ausbau des Reichs- und Hausgutes im Elsass, Schwaben, Oberfranken, im Vogtland und dem Osterland. Heinrich der Löwe hatte Friedrich I. die erbetene militärische Hilfe im 5. Feldzug gegen Italien verweigert. Seinen politisch zu eigenmächtig gewordenen Vetter Heinrich entmachtete Friedrich I daher: Er nahm die Klage sächsischer Fürsten gegen Heinrich an und nahm ihm die Reichslehen. Um sich die Unterstützung der anderen Fürsten gegen Heinrich zu sichern, musste Barbarossa allerdings eine neue Reichsfürstenordnung installieren, deren Hierarchie auf lehnsrechtlichen Beziehungen beruhte und so die Beziehungen zwischen König und Untergebenen vertraglich regelte. Diese Ordnung war ein entscheidender Schritt in Richtung auf die Umbildung von Deutschland in einen Verband souveräner Staaten.
Barbarossa galt schon zu Lebzeiten als eine Verkörperung ritterlicher Ideale und politisch als Reichserneuerer. Dennoch hatte er den Ruf einer zwiespältigen Persönlichkeit, die sich einerseits um Ausgleich und Frieden bemühte, aber sich zum Erreichen seiner Ziele nicht vor Grausamkeiten und militärischer Unterstützung seiner Ziele scheute.
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