Gian Lorenzo Bernini
1598 - 1680
Der italienische Baumeister, Bildhauer und Maler Gian Lorenzo Bernini prägte mit seinen barocken (Bau)Kunstwerken nicht nur nachhaltig das Stadtbild Roms, sondern auch die Entwicklung der Barockkunst in ganz Europa. Vor allem bekannt für seine Bauwerke und Skulpturen, war Bernini jedoch ein Künstler von universeller Begabung. Davon zeugen seine Zeichnungen, Gemälde, Bühnenbilder und Manuskripte. So stand auch sein Leben ganz im Zeichen seines künstlerischen Werkes.
1598 in Neapel als Sohn des Florentiner Bildhauers Pietro Bernini geboren, siedelt er 1604 mit seinem Vater nach Rom über, wo er bis zu seinem Tod leben und arbeiten wird. Seine ersten Arbeiten in der Werkstatt seines Vaters waren hellenistisch geprägte Skulpturen. Seine bildhauerischen Arbeiten entwickelten sich im Lauf seines Lebens zur Vollkommenheit, vor allem in der plastischen und lebendigen Darstellung der Emotionen und Bewegungen. Vor allem seine Porträtbüsten zeichnen sich durch ungewöhnliche Lebendigkeit und die bildhafte Darstellung der charakteristischen Merkmale der jeweiligen Persönlichkeit aus.
Mit der Wahl Urban VIII. Barberini zum Papst 1623 und seiner Ernennung zum Baumeister des Petersdomes begann Berninis Tätigkeit als Architekt. Unterstützt von seinem späteren Rivalen, dem Steinmetz und Architekten Francesco Borromini schuf er den Bronze Baldachin über dem Petrusgrab in St. Peter, eine Meisterwerk der Statik. Neben den Großprojekten im Petersdom und einigen Palastbauten weltlicher Auftraggeber schuf Bernini eine Reihe von Grabmalen, die sich durch ihre fließende, lebendige Gestaltung stark von den eher statischen, finsteren Gräbern der Zeit unterschieden. Mit seinen extravaganten und kostspieligen Bauwerken prägte Bernini nachhaltig das barocke Stadtbild Roms, sein Ruhm drang bis zu Ludwig XIV. vor, der ihn mit den Plänen zur Erweiterung von Versailles beauftragte, die jedoch nie ausgeführt wurden.
Bernini Persönlichkeit wird als lebenslustig, aber auch ehrgeizig, gewalttätig und aggressiv beschrieben. So entsprach sein Charakter, dem eines extrovertierten Künstlers, der sich seiner Begabung wohl bewusst war und keine Götter neben sich duldete. Dies kam vor allem in seiner lebenslangen Rivalität zu seinem architektonischen Gegenspieler Borromini zum Ausdruck. So widmete er sein Leben seiner Arbeit, überzeugt, seine überreiche von Gott geschenkte Begabung im Gegenzug zu seiner Verherrlichung zu nutzen. So schrieb auch Urban VIII. über seinen Protegé: “Ein außergewöhnlicher Mann, ein erhabener Künstler, geboren mit der göttlichen Bestimmung zur Ehre Gottes und Roms das Jahrhundert zu erleuchten.“
Bis ins hohe Alter arbeitete er unermüdlich und erwartete nicht nur von sich selbst, sondern auch von seinen Angestellten Perfektion und höchsten Einsatz. Geistlich stand der regelmäßige Kirchgänger dem Jesuitenorden nahe. Vor seiner Ehe verband ihn eine leidenschaftliche Affäre mit Constanza Bonarelli, der Ehefrau eines Mitarbeiter, der er mit einer Porträtbüste ein ewiges Denkmal setzte.
Am 28. November 1680 starb Giovanni Lorenzo Bernini in Folge einer schweren Krankheit im Alter von 82 Jahren und wurde in der Kirche Santa Maria Maggiore in Rom beigesetzt.
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