Attila der Hunnenkönig
nn - ca. 453
Zusammen mit seinem Bruder Bleda gelang es Attila, die von seinem Onkel Rua begonnene Einigung der westlichen Hunnen zu vollenden. Eine gemeinsame Herrschaft hätte nach der Tradition die Teilung des Reiches verlangt, dies wollte Attila unter allen Umständen verhindern. Deswegen ließ er seinen Bruder 445 ermorden und bezog Hof in Ungarn an der Theiß.
Sein Reich erstreckte sich damals vom Rhein bis zu Kaukasus und umfasste verschiedene iranische und germanische Völkerschaften. Zunächst unterhielt Attila gute Kontakte zum römischen Reich, da der römische Magister militum - der Oberbefehlshaber des Heeres - Falvius Aetius bei den Hunnen als Geisel gelebt hatte und schließlich durch Hilfe der Hunnen an die Macht gekommen war. Aetius trat Attila sogar einen Teil von Pannoniens (von 9 bis 433 eine römische Provinz) ab. Die Anlehnung an das römischen Reich war für Attila ein wichtiger Faktor zur Stabilisierung seines lose aufgebauten Herrschaftsgebietes.
Doch 450 stellte der Kaiser des oströmischen Reichs Markain die Tributzahlungen an die Hunnen ein, was für Attila große finanzielle Einbußen bedeutete, denn die Zahlungen betrugen an die tausend Pfund in Gold im Jahr.
Zu dieser Zeit herrschte in der kaiserlichen Familie eine Auseinandersetzung, die Attila scheinbar zugute kam. Die Schwester des Kaisers, Honoria, erwartete ein Kind von einem Diener. Und ihr Bruder zögerte nicht lange und verlangte von ihr einen der Senatoren zu heiraten. Honoria gedachte sich nicht ihrem Schicksal zu fügen. Sie bot sich, zum Verdruss ihres Bruders, demjenigen zur Frau, der eine ständige Bedrohung für das römische Reich darstellte, Attila. Das weströmische Reich sollte die Mitgift dieser Hochzeit sein, jedoch nur, wenn Attila sie rettete. Bevor der Hunne reagieren konnte, tat man von römischer Seite alles um diese Hochzeit zu unterbinden. Attila war ob dieser Zurückweisung erbost und griff Roms reichste Provinz an: Gallien. 451 nahmen Attila und seine Hunnen Orleans und Metz. Doch Aetius organisierte bereits den Widerstand, eine Herausforderung für den Feldherren, denn er zog gegen seine einstigen Verbündeten in die Schlacht. Bald trafen die beiden Heere aufeinander. Auf den katalaunischen Feldern wurde Attilas Vielvölkerheer von den Römern zurückgeschlagen. Daraufhin zog sich Attilas Armee, die noch nie eine Niederlage erleiden musste zurück und fiel 452 in Italien ein. Aquiliea wurde gänzlich zerstört, Mailand, Bergamo und viele weitere Städte wurden erobert. Vor Mantua traf Papst Leo I. auf den Hunnenkönig, nicht in der Absicht, ihn zu bitten Rom zu verschonen, sondern um ein Geschäft zu machen. Der Papst wollte Attila seine Gefangenen abkaufen. Denn Attilas Militärkraft war durch die Schlacht mit Aetius und durch Seuchen, die die Soldaten befallen hatten, so geschwächt, dass an eine Eroberung Roms nicht zu denken war. Da er sich bereits wieder auf dem Rückzug nach Ungarn befand konnte er das vom Papst angebotene Geld gut gebrauchen.
Ein Jahr nach der Schlacht feiern die Hunnen die Hochzeit ihres Königs mit der germanischen Prinzessin Ildiko. Er nahm sie zur Frau, um die Beziehungen zu ihrem Volk zu festigen. Doch er starb betunken in seiner Hochzeitsnacht an einem Blutsturz.
Es gibt zwar Meinungen, die besagen Ildiko hätte beim Ableben ihres Bräutigams nachgeholfen, zieht man jedoch Attilas Lebenswandel und seinen exzessiven Alkoholgenuss in Betracht, ist ein Blutsturz durchaus glaubwürdig.
Sein vereintes Hunnenreich überdauerte seinen Tod nur kurz. Da es Attilas Söhnen nicht gelang ihre Untertanen auf sich einzuschwören und es zu einem Bürgerkrieg unter den Hunnen kam, löste sich das Reich bald auf.
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