Augustus
63 v. Chr. - 14 n. Chr.
Als erster römischer Kaiser begründete Octavian als Augustus der Erhabene ein neues Zeitalter in der Geschichte des Römischen Reiches. Seine Regierungszeit wurde nach seinem Tod unter dem Begriff „Pax Augusta“ zu einer Ära des Friedens in kultureller und wirtschaftlicher Blüte verklärt, was im Vergleich zum vorangegangen Jahrhundert und zur Herrschaft vieler Nachfolger durchaus seine Berechtigung hat, die grausamen Aspekte seiner Herrschaft jedoch ausblendet.
Octavian wird unter dem Namen Gaius Octavius als Sohn einer wohlhabenden Familie, die dem römischen Ritterstand angehört, geboren. Nach dem Tod des Vaters nimmt ihn sein Onkel, Julius Caesar zu sich. Caesar ist beeindruckt von der Tapferkeit, die sein Großneffe bei einem Feldzug beweist und setzt ihn als Adoptivsohn zum Universalerben ein. Octavian erweist sich als umsichtiger und intelligenter Verwalter des Vermögens, dessen Aushändigung ihm zunächst vom politisch mächtigen Marcus Antonius verweigert wird. Von einem einflussreichen Senator wird er als politisches Gegengewicht zu Marcus Antonius aufgebaut. In dessen Abwesenheit baut Octavian eine privat finanzierte Armee auf und bemächtigt sich im Jahr 43 v. Chr. staatsstreichartig der Stadt Rom. So erzwingt er das Konsulat vom römischen Senat und besiegt noch im selben Jahr seinen Rivalen Marcus Antonius.
Octavian nimmt die politische Rolle des Rächers seines Adoptivvaters ein und bewirkt die Ächtung der Mörder. Nachdem Antonius militärisch wieder erstarkt, wechselt Octavian die Seiten und verbündet sich mit Antonius und dem Reiterführer Aemilius Lepidus zu einem Triumvirat mit diktatorischen Vollmachten zur Neuordnung des Staates. Zur Bekräftigung des Bündnisses heiratet Octavian Antonius` Stieftochter Claudia und Antonius Octavia, die Schwester Octavians.
Nach rücksichtsloser Ausschaltung aller Gegner beherrscht Octavian den Westen, Antonius den Osten und Lepidus Afrika, das Octavian nach dessen Beseitigung ebenfalls zufällt. Doch das Bündnis bleibt konfliktreich und verschärft sich, als Antonius seine Frau verstößt und der Geliebte der ägyptische Königin Kleopatra wird. Als er ihr Teile römischer Gebiete zur Herrschaft überlässt, nutzt Octavian dies für seine Zwecke und es kommt zum Krieg. Er besiegt den Widersacher und sein triumphaler Einzug in Alexandria im Jahr 31 v. Chr. treibt Antonius und Kleopatra in den Selbstmord. Durch geschicktes Taktieren gegenüber dem römischen Senat häuft Octavian in der Folgezeit Ämter und Kompetenzen. So betreibt er unter dem Vorwand der Wiederherstellung der Republik tatsächlich deren dauerhafte Umwandlung in eine Monarchie in Form des Prinzipats. Durch die Festigung der römischen Herrschaft in den Provinzen und mit militärischen Feldzügen dehnt er das Gebiet des Römischen Reiches weit mehr aus, als seine Vorgänger und Nachfolger. Zum Dank erhält er den Titel „Augustus“ – der Erhabene und wird schon zu Lebzeiten nicht nur als Kaiser, sondern auch als Gott verehrt.
In seiner Regierungszeit erlangt das Reich eine neue wirtschaftliche und kulturelle Blüte. Ein weiteres Kennzeichen ist die Rückbesinnung auf alte Werte und Moral, die Octavian entgegen seiner eigenen Lebensführung, in den Leges Juliae zum Prinzip erhebt. Mit Hilfe der neuen Gesetze entledigt er sich auch unliebsamer Familienmitglieder. Durch die Neuordnung in Verwaltung und Herrschaftsorganisation legt er den Grundstein für das Römische Kaiserreich. Ganz seinem Ruf als selbstherrlicher Egomane entsprechend, verfasst er selbst einen Bericht über seine Leistungen, der nach seinem Tod im Jahr 14 n. Chr. auf bronzenen Tafeln am Eingang seines Mausoleums aufgestellt wird.
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