Elisabeth von Österreich
1837 - 1898
Als Sissi, die Schicksalskönigin der Herzen, ist die bayerische Prinzessin und spätere Kaiserin von Österreich im 20. Jahrhundert zum Mythos geworden. Als freiheitsliebender Geist, eingezwängt in ihre Rolle als Kaiserin und das strenge Hofzeremoniell, gebeutelt von Schicksalsschlägen und Einsamkeit wird sie noch heute in zahleichen Filmen und Veröffentlichungen zur Ikone stilisiert.
Als drittes Kind von Herzog Maximilian und Herzogin Ludovika in Bayern verbrachte Elisabeth eine unbeschwerte und für damalige Verhältnisse freizügige Kindheit in München und Possenhofen am Starnberger See. 1853 begleitete sie ihre Mutter und Schwester Helene zu einem Treffen mit ihrem Cousin, Kaiser Franz Joseph von Österreich, der nicht die ihm eigentlich zugedachte Helene, sondern die sechzehnjährige Elisabeth zu seiner Braut wählte.
Nach der Hochzeit 1854 versuchte sie zunächst, sich in das ihr fremde und zuwidere Hofzeremoniell einzufügen, resignierte jedoch bald unter ihrer strengen und herrschsüchtigen Schwiegermutter Sophie. Nachdem man ihr die Erziehung ihrer drei Kinder Sophie (1855), Gisela (1856) und Rudolph (1858) verweigerte, zog sie sich immer mehr zurück und war nie in der Lage eine herzliche Beziehung zu ihren Kindern aufzubauen. Lediglich zu ihrer 1868 geborenen jüngsten Tochter Marie Valerie hatte sie ein inniges und herzliches Verhältnis.
Zermürbt von den Demütigungen bei Hof und einem außerehelichen Verhältnis Franz Josephs verließ Elisabeth 1860 Wien und verreiste für ein Jahr nach Madeira, Korfu und Venedig. Auf Drängen ihrer Familie kehrte sie mit gestärktem Selbstvertrauen zurück, entschlossen, sich ihre Stellung bei Hof zu erkämpfen. Hierzu setzte neben ihrem Charme gezielt ihre legendäre Schönheit ein und entwickelte einen Körperkult, der sie durch die ständigen Hungerkuren zunehmend schwächte.
Reiten war ihre große Passion, sie galt als beste Reiterin ihrer Zeit. Auch politisch wurde sie aktiv und setzte sich erfolgreich für die Ausgleichsverhandlungen mit Ungarn ein. Ein Verhältnis mit dem ungarischen Verhandlungsführer Graf Andrássy wird ihr bis heute nachgesagt. Seit 1867 Königin von Ungarn, fühlte sich Elisabeth zu Land und Leuten stark hingezogen, diese Zuneigung wird auch heute noch von der ungarischen Bevölkerung erwidert.
Eine Reihe von Schicksalsschlägen stürzte die einsame Kaiserin jedoch in immer tiefere Depressionen, die bis hin zu Selbstmordgedanken gingen. Nachdem ihre erste Tochter Sophie bereits 1857 im Alter von 2 Jahren gestorben war, starb 1886 ihr Cousin und Seelenverwandter, König Ludwig II. von Bayern. Als Elisabeths Sohn Rudolph 1889 mit seiner Geliebten Mary Vetsera Selbstmord beging, verfiel sie in tiefe Schuldgefühle und immer größere Isolation. Sie trug fortan nur noch schwarz und mied die Öffentlichkeit.
Ihre Ehe war bereits seit Jahren zerrüttet und die Kaiserin flüchtete sich immer öfter in die Ferne, insbesondere nach Korfu auf ihr Schloss Achilleon. In zahlreichen Gedichten, die später auch veröffentlicht wurden, verlieh sie ihren Gedanken und insbesondere auch ihrem Kummer Ausdruck.
Bei einem Aufenthalt in Genf wurde die unglückliche und lebensmüde Kaiserin am 10. September 1898 von dem italienischen Anarchisten Luigi Lucheni, der eigentlich den Herzog von Orleans töten wollte, mit einer angespitzten Feile ermordet.
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