Hans Holbein der Jüngere
1497/1498 - 29.11.1543
Der Maler Hans Holbein der Jüngere war einer der wichtigsten Renaissance-Künstler seiner Zeit, der sogar mit Leonardo da Vinci und Raffael verglichen wurde. Er arbeitete in einer Zeit, in der Europa großen Umwälzungen unterworfen war. Der Humanismus und die Reformation prägten die Zeit, in der in einem ganz neuen Ausmaß auch international gedacht wurde. Seit dem Mittelalter konnten sich die Gelehrten durch das Lateinische zwar überregional austauschen, aber mit der Erfindung des Buchdruckes war nun eine viel schnellere Verbreitung neuer Gedanken möglich. Handels- und Ehebeziehungen verbanden die Länder untereinander. Hans Holbein hatte in dieser ganz besonderen Zeit eine ganz spezielle Rolle. Reisen führten ihn in verschiedene Länder und an unterschiedliche Höfe. Er porträtierte nicht nur die Machthabenden, sondern auch die Intellektuellen und Gelehrten der Zeit.
Die größten Erfolge feierte Holbein, der aus einer alten Augsburger Malerfamilie stammte, in seiner Zeit als Hofmaler von Heinrich VIII. Während dieser Jahre porträtierte er die wichtigsten Angehörigen der Königsfamilie und des Hofes, vor allem aber die Hochzeitskandidatinnen ganz Europas für die vierte Ehe von Heinrich VIII.
Von Augsburg an den Hof Heinrichs des VIII.
Holbein wurde im Jahre 1497/98 als Sohn eines bekannten Tafelmalers der Spätgotik geboren. Vermutlich wurde er zunächst von seinem Vater ausgebildet und bekam in dieser Lehrzeit viele Techniken sowohl durch seinen Vater als auch andere in Augsburg arbeitende Künstler beigebracht. Im Zuge seiner Gesellenwanderung dürfte Holbein dann nach Basel gekommen sein. Dort wurde er 1519 in die Malerzunft „Zum Himmel“ aufgenommen, heiratete die Witwe Elsbeth Binzenstock und bekam 1520 das Bürgerrecht.
Holbein arbeitete sich rasch zum bedeutendsten Künstler der Sakralmalerei in Basel hervor und bekam einen der lukrativsten Aufträge der Zeit. Er war für die Ausarbeitung des Großratssaales im Basler Rathaus von 1521/1522 zuständig. Eine weitere beständige Einnahmequelle dieser Zeit waren für ihn die Holzschnitte. Dennoch schien der Maler trotz guter Auftragslage finanziell auf wackligen Füßen zu stehen, denn er konnte sich erst 1528 ein eigenes Haus kaufen. Vermutlich hatte Holbeins Einkommen sich nach einem Aufenthalt in England 1526-1528 deutlich verbessert. Offenbar hatte er auf dieser Reise entscheidende Kontakte geknüpft, wie zum Beispiel zu Thomas Morus, in dessen Haus in London der Künstler wohnte und dessen Familie er malte. Der Aufbau dieses Gemäldes war bahnbrechend in seiner Zeit und typisch für den besonderen Stil von Hans Holbein. Der Aufbau des Gemäldes, das Arrangement der Mitglieder spiegelte die neuen Thesen von Thomas Morus wider, der beispielsweise Töchter und Söhne in der Ausbildung gleichstellte. Holbeins Bild zeigte die Menschen so lebhaft und naturnah, dass sie für entfernte Freunde in dem Bild regelrecht greifbar wurden. Nicht nur die naturnahe Darstellung der Menschen erzielte diesen Effekt, sondern auch die neue Art, Menschen in ihrer charakteristischen Umgebung zu zeigen. Holbein erreichte mit den Gemälden diesen Stils eine ganz neue Funktion - die der späteren Photographie.
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