Johann Ludwig Burckhardt
1784 - 1817
Der Schweizer Orientreisende Johann Ludwig Burckhardt hat der Nachwelt eine Fülle von Reiseberichten über seine Entdeckungen hinterlassen. Vermutlich als erstem Europäer gelang es dem zum Islam konvertierten nach Mekka zu pilgern und von dort in vielfältigen Aufzeichnungen zu berichten.
1784 in Lausanne geboren, zog der Sohn eines Kaufmanns, nachdem er in Göttingen Sprachen und Recht studiert hatte, wegen schlechter Berufsaussichten nach London. Dort erteilte ihm die African Assiociation, der er später beitrat, einen Auftrag zu einer Expedition zum Niger erteilte. Zur Vorbereitung studierte Burckhardt in Cambridge Mineralogie, Geologie und die arabische Sprache, bis er 1809 schließlich als Leiter der Expedition nach Nordafrika aufbrach.
In muslimischer Kleidung unter dem Namen Sheik Ibrahim Ibn Abdallah unternahm Burckhardt ausgedehnte Reisen durch den Nahen Osten. Er erkundete Palmyra, Damaskus und den Libanon, unterwegs suchte er zahlreiche historische Stätten auf und verbesserte seine Sprachkenntnisse. Nach seiner Konversion zum Islam brach er zu einer Pilgerreise nach Mekka auf und lieferte den Europäern mit seinen Aufzeichnungen den ersten Pilgerbericht aus europäischen Augen.
Aufgehalten von Fieberanfällen und der Ruhr blieb Burckhardt bis 1815 in Medina, gelangte 1816 nach Ägypten und reiste von dort zur Halbinsel Sinai. Mitten in den Reisevorbereitungen zu seiner Heimreise nach Europa erkrankte er 1817 erneut an der Ruhr und starb am 17. Oktober in Kairo. Auf eigenen Wunsch wurde er unter seinem arabischen Namen auf einem muslimischen Friedhof begraben.
Burckhardt hielt seine Entdeckungen in einer Fülle von Berichten fest, die nicht nur damals von hoher Bedeutung waren. Neben der Beschreibung seiner Haddsch durch Mekka und Medina hinterließ Burckhardt außerdem Berichte über seine Entdeckungen im Niltal und seine Reisen durch Syrien und das Heilige Land.
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