Joseph Paxton
1803 - 1865
Joseph Paxton wurde 1803 im englischen Bedforshire als siebter Sohn eines Bauern geboren. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und arbeitete nach der Schule noch auf dem Bauernhof seines Bruders. Wegen der schlechten Behandlung flüchtete er von zu Hause und begann eine Gärtnerlehre. Obwohl er mit sechzehn eigentlich zu jung dafür war und nach Hause geschickt worden wäre, behauptete er zwei Jahre älter zu sein.
Nach seiner Ausbildung, die ihn in die Gärten der Horticultural Society of Chiswick führte, bekam er eine Anstellung bei William Cavendish, dem sechsten Herzog von Devonshire. Der Herzog wurde Paxtons größter Gönner. Bereits 1824 war er Cavendishs Vorarbeiter, 1826 Head Gardener und 1832 wurde er zum Verwalter über die herzoglichen Ländereien.
1838 nahm der Herzog Paxton mit auf eine Studienreise, die sie durch Europa und Kleinasien führte. Während dieser Reise knüpfte Paxton gute Verbindungen zur Einsenbahnindustrie. Außerdem war er ein äußerst erfolgreicher Spekulant – er hatte sich damit bereits ein kleines Vermögen verdient - und er tat sich als Autor und Verleger mehrer botanischer Zeitschriften hervor.
Durch seine guten Kontakte zur Industrie erklärt sich auch sein Interesse an der Weltausstellung, die 1851 in London stattfand. Er reichte seinen ersten Entwurf für den Kristallpalast ein. Seine futuristische Idee und seine Routine im kostengünstigen und zeitsparenden Umgang mit Guseisen und Glas, die er beim Bau zahlreicher Gewächshäuser gesammelt hatte, ließen die Wahl auf ihn fallen.
Nach nur vier Monaten Bauzeit war der Kristallpalast fertig gestellt, dies war nur möglich, weil der ganze Komplex aus bereits vorfabrizierten Teilen nur noch zusammen gebaut werden musste. Vor allem das Dach zog große Aufmerksamkeit auf sich, denn es bestand ebenfalls aus Glas. Als Vorbild für diese Konstruktion nahm Paxton die südamerikanische Seerose Victoria, die er in einem der Gewächshäuser des Herzog angesiedelt hatte und auf der seine jüngste Tochter mit Vorliebe saß. Dass das Seerosenblatt nicht unterging, wurde durch die so genannten „Rippen“ möglich gemacht. Diese „Rippen“ setzte Paxton mit Stahlpfeilern um, die das gläserne Dach trugen. Für diese Leistung wurde er zum Sir ernannt. Die Weltausstellung wurde ein grandioser Erfolg und spielte 150.000 Pfund Gewinn ein, doch nach der feierlichen Schlusszeremonie, stellte sich die Frage, wo der Kristallpalast nun stehen sollte. So wurde er im Londoner Vorort Sydenham wieder aufgebaut und zu einem Vergnügungspark umgebaut. Unterschiedliche Attraktionen zogen Jahr für Jahr ca. 2 Millionen Besucher an.
Etliche Konstruktionsfehler die bereits während der Weltausstellung aufgefallen waren, konnten beim zweiten Aufbau behoben werden. Trotzdem blieb der Kristalpalast ein Problemfall. 1866 brannte das nördliche Querschiff aus. 1936 fiel der gesamte Bau einem Großbrand zum Opfer. Winston Churchill sagte zu den Ruinen: „This is the end of an age.” An einen Wiederaufbau war schon alleine wegen der Wirtschaftskrise nicht zu denken.
Joseph Paxton war mit Sarah Brown verheiratet, der Nichte der Haushälterin des Herzogs von Devonshire und hatte mit ihr acht Kinder. 1854 erhielt er einen Sitz im Unterhaus für Coventry, vier Jahre später bekam er das Patent auf die Konstruktion transportabler Gewächshäuser. Er starb 1865 auf Rockhill bei Sydenham.
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