Riga
Katryn Berlinger über den Aufstieg und die Blüte einer Hansestadt
Mitten in Riga, der Hauptstadt Lettlands, stehen die vier Bremer Stadtmusikanten: Esel, Hund, Katze und Hahn. Warum?
Weil der Bremer Domherr Albert von Buxhoeveden (ca. 1165 – 1229) hier im Jahre 1201 im Auftrag seines Bischofs mit einer Handvoll Deutschordensritter den Grundstein für die spätere bedeutende Hansestadt legte. Albert wurde Bischof von Livland, das man auch Marienland nannte, heute Lettland und Estland. 1209 hatte Riga bereits seine erste Kirche – die Petri-Kirche, damals noch ein schlichtes Holzhaus.
Der aus Sicht des Deutschen Ordens erfolgreiche Kampf gegen die Heiden führte zu raschem wirtschaftlichem Aufschwung. Schnell siedelten sich deutsche Kaufleute an, die dafür Sorge trugen, dass Riga eines der ersten Mitglieder der Hanse wurde. Die siegreichen Ritter des Deutschen Ordens hingegen gründeten den berühmten Schwertbrüderorden. Bis ins 16. Jahrhundert hinein war das Gebiet dem Deutschen Orden unterstellt und somit Teil des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.
Im russisch-schwedischen Krieg 1656 – 1658 trotzte Riga der russischen Belagerung und erstarkte zur zweitgrößten Stadt unter schwedischer Herrschaft mit weitgehender Selbstverwaltung. 1710 aber eroberte Zar Peter der Große während seines Großen Nordischen Krieges die Stadt, die Jahre später (1721) dem Zarenreich vollends angeschlossen wurde.
Die lettische Urbewölkerung aber litt über die Jahrhunderte hinweg unter der deutschen Herrschaftsschicht, deren Privilegien auch nach dem Krieg vom Zaren bestätigt wurden. Erst 1816 wurde ihre Leibeigenschaft aufgehoben. Und nachdem Anfang des 19. Jahrhunderts lettische Studenten an der baltischen Universität in Dorpat zugelassen wurden, begann sich eine nationallettische Strömung zu entfalten, die die Gründung eines freien, selbständigen Staates vor Augen hatte. Die Letten selbst hielten ihre Traditionen, ihre Sehnsüchte und ihr Volksgut in Liedern – in sogenannten Dainas – bis heute aufrecht. Viele dieser Lieder werden zur Sommersonnenwende – in der Johannisnacht – gesungen und beschreiben u. a. uralte Fruchtbarkeitsrituale.
Deshalb hat auch dieses Fest mit seinem magischen Zauber eine besondere Bedeutung für meine Romanheldin Madelaine. Die zitierten Dainas sind ebenso original (deutsche Übersetzung von 1918) wie die Namen der Götter und Kräuter und Blumen.
Bücher von Katryn Berlinger
Katryn Berlinger
Die Muschelsammlerin
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8,95
Katryn Berlinger
Der Kuss des Schokoladenmädchens
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8,95
Katryn Berlinger
Das Schokoladenmädchen
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