Fragebogen: 12 Fragen an Corina Bomann
Corina Bomann im April 2010
Was ist Ihre liebste Romanfigur und was verkörpert sie für Sie?
Corina Bomann: Der Fechtmeister Don Jaime Astarloa (aus „Der Fechtmeister“ von Arturo Perez-Reverte) ist ein tragischer und menschlicher Held, der versucht, vergangene Werte zu bewahren, wie es Autoren von historischen Romanen mit ihren Büchern auch tun.
Wie sieht ein perfekter Tag für Sie aus? Womit verbringen Sie gerne Ihre Zeit?
Corina Bomann: Der perfekte Tag beginnt mit Sonnenschein, ich setze mich an den Schreibtisch, beginne mit der Arbeit, bekomme an dem Tag keine Rechnungen, lese zwischendurch und blicke am Abend auf ein gutes Stück Text, das ich fertiggestellt habe.
Wie würden Sie sich mit drei Worten beschreiben?
Corina Bomann: Temperamentvoll, lustig, optimistisch
Was würden Sie in der Welt verändern, wenn Sie die Möglichkeit dazu hätten?
Corina Bomann: Die Leute dazu bringen, wieder mehr zu lesen. Sich des Menschseins bewusster zu werden und endlich eine Möglichkeit zu finden, den Nächsten in Frieden leben zu lassen. Es tut nicht not, dass wir uns gegenseitig das Leben schwer machen.
Ihr schlimmster Albtraum?
Corina Bomann: Der schlimmste nicht persönliche Albtraum ist, dass die Menschheit das Interesse an Büchern verliert.
Was macht den Reiz beim Schreiben aus? Was möchten Sie Ihren Lesern mitgeben?
Corina Bomann: Ich möchte ihnen vergangene Zeiten zeigen und dass die Menschen früher und heute eigentlich gar nicht so verschieden voneinander sind. Ich möchte sie Entwicklungen der Geschichte, die sich bis heute auswirken, verstehen lassen. Und natürlich möchte ich meine Leser gut unterhalten.
Wie gehen Sie vor, wenn Sie ein neues Buch beginnen und dafür recherchieren?
Corina Bomann: Ich besorge mir zunächst für die Hauptfiguren Aktenmaterial, Bücher und Internetartikel. Für die Epochen habe ich meist schon Literatur da. Ich notiere mir das Wichtigste an Hintergrund und mache mich dann an den Plot. Die Grundidee habe ich schon vorher, doch Ideen müssen mit Leben und Szenen gefüllt werden. Wenn das Exposé dann soweit fertig ist, beginne ich mit dem Schreiben.
Was tun Sie bei einer Schreibblockade? Oder kennen Sie dieses Problem gar nicht?
Corina Bomann: Ist mir bisher noch nicht passiert. Ein Lektor riet mir mal, wenn dich ein Text nervt, leg ihn für ein paar Stunden beiseite und mache etwas, das nicht mit Schreiben zu tun hat. Das hilft wirklich! Ansonsten war ich noch nie wirklich blockiert. Ich denke, das liegt auch daran, dass ich in unterschiedlichen Genres unterwegs bin.
Worüber können Sie sich so richtig freuen?
Corina Bomann: Am meisten freue ich mich über Dinge, die so funktionieren, wie ich es möchte. Das kann ein Kleid sein, an dem ich nähe, ein guter Romananfang oder wenn sich die Recherche meiner Geschichte entgegenneigt, das heißt, wenn der historische Hintergrund tatsächlich so ist, wie ich es mir vorgestellt habe. Daneben freue ich mich natürlich auch über ein gutes Buch oder gute Nachrichten von Freunden und Verwandten.
Welcher Autor hat Sie maßgeblich beeinflusst?
Corina Bomann: Ich glaube, mein Stil ist eigentlich von niemandem wirklich beeinflusst. Man schaut sich hier und da eine Technik ab, aber ich würde nicht sagen, dass ich mir einen bestimmten Autor als Vorbild nehme. Arturo Perez-Reverte und Tanja Kinkel sind allerdings Autoren, die ich sehr mag und die mir letztlich den Anstoß gegeben haben, selbst historische Romane zu schreiben.
Sind historische Romane geeignet Bildung zu vermitteln? Haben Autoren hier eine besondere Verantwortung?
Corina Bomann: Durchaus. Die Menschheit braucht die Geschichte, um ihre Wurzeln zu erkennen. Viele Dinge, die in der Vergangenheit stattfanden, haben bis heute Nachwirkungen auf unsere Gesellschaft. Um etwas verbessern zu können, muss man aus der Geschichte lernen. Historische Romane können ihren Beitrag dazu leisten, die Menschen für Geschichte zu interessieren. Der Autor sollte natürlich darauf achten, nachgewiesene Fakten so genau wie möglich darzustellen.
Welche historische Person würden Sie gerne einmal persönlich treffen?
Corina Bomann: Sir Francis Walsingham, den spymaster des elizabethanischen England.
Corina Bomann im April 2010
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Bücher von Corina Bomann
Corina Bomann
Die Spionin
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