Fragebogen: 12 Fragen an Sabine Ebert
Sabine Ebert im Oktober 2010
Was ist Ihre liebste Romanfigur und was verkörpert sie für Sie?
Sabine Ebert: Es gibt viele Romanhelden, die ich mag; da fällt die Wahl schwer. Vielleicht Jamie Fraser: der geborene Anführer, außerdem witzig, sinnlich und ein Bild von einem Mann. Welche Frau hätte den nicht gern an ihrer Seite?
Dann natürlich Aragorn – ein tapferer Kämpfer, der nicht der Versuchung der Macht unterliegt.
Als Team mein unangefochtener Favorit ist die Kriminalistentruppe um Martin Beck von Maj Sjöwall und Per Wahlöö – jeder mit Ecken und Kanten, aber gemeinsam unschlagbar und herrlich schräg.
Wie sieht ein perfekter Tag für Sie aus? Womit verbringen Sie gerne Ihre Zeit?
Sabine Ebert: Ein perfekter Tag: Stille ... und Schreiben in vollkommener Ruhe, wenn die Ideen fließen; am Abend dann ein Treffen mit Freunden, einem tollen Buch oder einem guten Film.
Wie würden Sie sich mit drei Worten beschreiben?
Sabine Ebert: Unkompliziert, belesen, ansatzweise Workaholic. (Zugegeben, das sind vier Worte.)
Was würden Sie in der Welt verändern, wenn Sie die Möglichkeit dazu hätten?
Sabine Ebert: Wenn Vernunft regieren würde, wäre schon viel erreicht.
Ihr schlimmster Albtraum?
Sabine Ebert: Lieber nicht heraufbeschwören ...
Was macht den Reiz beim Schreiben aus? Was möchten Sie Ihren Lesern mitgeben?
Sabine Ebert: Die Vergangenheit zu erkunden und lebendig werden zu lassen. Der Leser will in erster Linie gut unterhalten werden – und dabei kann ich ihn in „meine“ Welt hineinziehen. Mitgeben möchte ich ihm eine Vorstellung davon, wie viel Mut unsere Vorfahren haben mussten. Meine Geschichten handeln immer vom Mut der kleinen Leute.
Wie gehen Sie vor, wenn Sie ein neues Buch beginnen und dafür recherchieren?
Sabine Ebert: Zunächst ist die Geschichte da, die Grundidee, das historische Ereignis. Also muss man schauen: Was ist für diese Zeit und meine Geschichte wichtig, welche historischen Geschehnisse und Persönlichkeiten usw.? Und dann kommt eines zum anderen: Kleidung, Rüstung, Essgewohnheiten, Heilkunde und was sonst noch alles dazu gehört. Vieles lässt sich Büchern entnehmen, aber wenn es ins Detail geht, muss man meistens doch einen Fachmann fragen. Zum Glück gibt es viele Historiker und Fachleute auf anderen Gebieten, die mich großzügig an ihrem Wissen teilhaben lassen und die Geduld aufbringen, meine vielen Fragen zu beantworten. Eine zunehmende Quelle ist für mich auch die Zusammenarbeit mit verschiedenen Interessengemeinschaften geworden, die sich in ihrer Freizeit sehr intensiv mit dem Mittelalter auseinandersetzen. Die Dinge einmal am Mittelalterwochenende selbst zu erleben, sich ein Kleid zu besticken, am offenen Feuer nach mittelalterlichem Rezept zu kochen oder mit Schwertkämpfern zu fachsimpeln, bietet noch einmal einen ganz anderen, praktischen und emotionalen Zugang zu dieser Welt.
Was tun Sie bei einer Schreibblockade? Oder kennen Sie dieses Problem gar nicht?
Sabine Ebert: Das kennt vermutlich jeder, der ernsthaft an seinen Texten arbeitet. Dann hilft es nicht, auf den berühmten Musenkuss zu warten. Meistens gehe ich zurück zu den Quellen, da findet sich oft ein neuer Aspekt als Anregung, oder ich überarbeite am Blatt, was ich schon habe. Manchmal muss man aber auch einmal alles für ein paar Stunden beiseite legen, mit Freunden reden, eines seiner Lieblingsbücher lesen oder einen tollen Film sehen. Und viel Zartbitterschokolade ....
Worüber können Sie sich so richtig freuen?
Sabine Ebert: Über volle Säle bei den Lesungen, die Begeisterung der Fans und das Lob von Historikern. Das bedeutet mir viel.
Welcher Autor hat Sie maßgeblich beeinflusst?
Sabine Ebert: Ich habe schon immer unheimlich viel Bücher gelesen – Krimis, Fantasy, Science Fiction, Gegenwartsliteratur und historische Romane. Irgendwann summieren sich die Einflüsse der Bücher und Autoren, zu denen man immer wieder zurückkehrt, ohne dass ich jetzt einen Namen nennen könnte.
Sind historische Romane geeignet Bildung zu vermitteln? Haben Autoren hier eine besondere Verantwortung?
Sabine Ebert: Sie sollten es; auf jeden Fall. Einfach nur eine Lovestory oder ein Rachedrama vor einen historischen Hintergrund zu setzen, weil – beispielsweise – das Mittelalter gerade en vogue ist, wäre mir zu einfach und hätte keinen Reiz für mich. Auf unterhaltsame Weise ein möglich exaktes Bild von der Vergangenheit zu vermitteln trägt nicht nur zum Allgemeinwissen bei. Es soll auch wenigstens ansatzweise nacherlebbar machen, was unsere Vorfahren auf sich nehmen mussten, um etwas voranzutreiben. Und es lässt uns auch heute selbstverständliche Errungenschaften ganz anders wertschätzen. Damit meine ich nicht nur Dusche, ärztliche Versorgung und bequeme Fortbewegung, sondern vor allem die persönliche Freiheit. Und dass Ehen aus Liebe geschlossen werden und nicht aus rein politischen oder wirtschaftlichen Erwägungen.
Welche historische Person würden Sie gerne einmal persönlich treffen?
Sabine Ebert: Die historischen Persönlichkeiten, die in meinen eigenen Romanen vorkommen – um zu sehen, ob das Charakterbild zutrifft, das ich von ihnen gezeichnet habe.
Sabine Ebert im Oktober 2010
Bücher von Sabine Ebert
Sabine Ebert
Die Entscheidung der Hebamme
EUR (D)
10,99
Sabine Ebert
Die Spur der Hebamme
EUR (D)
10,99
Sabine Ebert
Das Geheimnis der Hebamme
EUR (D)
10,99
Sabine Ebert
Der Fluch der Hebamme
EUR (D)
9,99