Albigenser Kreuzzug
1209-1229
Mit dem Begriff Kreuzzug wird häufig nur die Rückeroberung des Heiligen Lands in Verbindung gebracht, doch es gab auch Kreuzzüge die mitten in Europa stattfanden. Einer davon war der Albigenserkreuzzug, der von 1209 bis 1229 dauerte und den französischen Süden betraf. Papst Innozenz III. rief zum Kreuzzug gegen die in Südfrankreich ansässigen Katharer, auch Albigenser genannt, auf.
Die Katharer waren eine Glaubensbewegung, die hauptsächlich im Süden Frankreichs, aber auch in Deutschland, Spanien und Italien verbreitet war. Die Katharer sahen sie selbst als die wahren Christen. Das Leben des Katharers war darauf ausgelegt, das Gute des Menschen, die Seele, aus der bösen Welt in den Himmel zu bringen.
Der sogenannte Albigenserkreuzzug hatte sowohl religiöse als auch politische Gründe. Die Kirche konnte nicht zulassen, dass die Glaubensbewegung im Süden immer mehr Anhänger fand, so viele, dass bereits vier Bistümer dort entstanden waren. Außerdem bekämpften sie das bestehende Papsttum offen.
Die politischen Ursachen beruhten darauf, dass der Süden Frankreichs durch den Grafen von Toulouse und das dazugehörige Languedoc praktisch unabhängig war von der französischen Krone. Der Graf Raimund IV. von Toulouse verweigerte den Kreuzrittern erst seine Unterstützung. Doch nachdem ein zehntausend Mann starkes Heer vor Lyon aufmarschierte, erkannte Raimund den starken Willen hinter diesem Kreuzzug und sandte Truppen zur Verstärkung des Kreuzritterheers.
Ihr erstes Ziel, Béziers wurde 1209 im Sturm erobert. Zwanzigtausend Menschen starben, nachdem der Gesandte des Papstes den Befehl gab: „Tötet sie alle! Denn Gott kennt die Seinen!“
Die Nachricht dieses Massakers verbreitete sich rasend schnell und Panik machte sich breit. Viele Menschen flohen nach Carcassonne, dort trafen die Kreuzritter am 1. August ein. Die Stadt kapitulierte. Als das Heer durch die Stadttore trat, waren die meisten der Einwohner und Flüchtlinge durch unterirdische Gänge geflohen. Fünfhundert - Greise, Kranke und Kinder – blieben zurück. Von diesen durften Hundert nackt die Stadt verlassen. Der Rest wurde verbrannt oder gehängt.
Die nächsten Städte leisteten nur noch geringen Widerstand. Als im Dezember 1210 nach langer Belagerung Minerve fiel, war er endgültig gebrochen. Aber durch die brutale Vorgehensweise der Kreuzritter waren viele Adelige verärgert und Raimund von Toulouse hatte ihnen seine Unterstützung aufgekündigt.
Ab 1211 kämpften die Kreuzritter fast ausschließlich gegen Raimunds Männer. Doch schließlich wurde der Graf von Toulouse geschlagen, musste nach England fliehen und seine Ländereien wurden der französischen Krone zurückgegeben. 1216 starb Innozenz III. und Raimund kehrte aus dem Exil zurück und nahm den Kampf gegen den König erneut auf. 1229 eroberte König Ludwig VIII. Toulouse zurück und beendete dadurch den Kreuzzug.
Papst Gregor IX. verfolgte die Katharer weiterhin und gründete die Inquisition. Über die Jahre wurden vermeintliche Katharer und ihre Unterstützer gesucht, verurteilt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Unter einem religiösen Vorwand gelang es dem französischen Königshaus den Süden ihres Landes wieder unter ihre direkte Herrschaft zu bringen. Die Grafschaft Toulouse konnte aber einige Sonderrechte beibehalten.
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