Das Bad der großen Gefühle
Historische Romane über Auswanderer
Leser von historischen Romanen müssen nicht unbedingt im Kino Filme wie Australia ansehen, um nach Herzenslust in großen Gefühlen, in Abenteuerlust, Pioniergeist und tödlicher Gefahr zu schwelgen. Liebe, Hass, Mut und Hoffnung stecken auch zwischen den Buchdeckeln vieler historischer Romane, die sich mit dem Schicksal von Auswandererfamilien beschäftigen. Und wenn wir hier in den europäischen Breitengraden frieren und bibbern oder uns über den verregneten Sommer beklagen, so versprechen uns schon die Cover dieser Bücher ein Abtauchen in sonnige Gefilde.
Wobei sich diese Aussicht für den einen oder anderen Auswanderer auch schnell in eine echte Bedrohung verwandeln konnte – ganz ohne Klimaanlage und guten Sonnenschutz! Wenn Frank Coates in seinem Buch Jenseits von Mombasa den Briten Ronald Preston nach Afrika schickt, um dort eine Eisenbahnlinie aufzubauen, dann ist das für den jungen Mann ein schier unmögliches Unterfangen, dem er sich dennoch stellt. Aber nicht nur er, auch seine Frau geht mit in die Wildnis und kämpft gegen das raue Leben und die unerbittlich glühende Sonne – und beide lernen doch den Zauber dieser Landschaft und Menschen kennen und lieben.
Verhaltener bleiben da Toril Brekkes Hauptfiguren aus Elises Traum. Hier kämpfen die norwegischen Auswanderer ganz hautnah gegen die Fremdheit der Sprache, gegen Krankheiten, auch gegen das so andere Naturell der Menschen in Amerika und suchen nach einem bescheidenen Glück. Nach dem Glück der freien Meinung, nach genügend Ackerland, nach einem Verdienst, der einem das Überleben leicht macht oder sogar eine richtige Existenz ermöglicht. Froh und optimistisch ziehen sie aus – und werden von einer Realität empfangen, die so ganz anders ist als ihre Vorstellungen. Wie sie sich darin einrichten, wie sich die Bedürfnisse anpassen und jeder doch für sich einen Platz findet, das schildert die Autorin so überzeugend, dass man das Leben im Roman nahezu riechen kann.
Auch die Auswanderer in Carla Federicos Roman Im Land der Feuerblume verlassen Hamburg voller Hoffnung auf ein neues Lebensglück. Chile heißt das Ziel des Auswandererschiffes und jeder Passagier an Bord hat einen guten Grund, diese weite Reise zu wagen. Ergreifend und lebensnah erzählt Carla Federico von den Hoffnungen der deutschen Siedler und ihrem Kampf im weitgehend menschenleeren, unerforschten Süden Chiles eine Kolonie, eine Art „Klein-Deutschland“, zu erschaffen. Und natürlich kommt auch die Liebe nicht zu kurz...
Lesetipps zum Thema
Frank Coates
Jenseits von Mombasa
EUR (D)
8,95
Toril Brekke
Elises Traum
EUR (D)
8,95
Carla Federico
Im Land der Feuerblume
EUR (D)
9,99
Ana Veloso
Der Duft der Kaffeeblüte
EUR (D)
9,99