Die Geschichte des Papsttum
„Du bist Petrus, auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen.“ Mit diesem Satz ernannte Jesus seinen Apostel Petrus zum ersten Bischof von Rom und somit zum ersten Papst der Geschichte. Seither setzt sich das Papsttum in ununterbrochener Reihenfolge bis in die heutige Zeit fort.Der Papst ist der direkte Nachfolger von Petrus. Alle Päpste waren und sind Bischof von Rom und Oberhaupt der katholischen Kirche zugleich.
Die ersten Päpste hießen Anaklet, Clemens, Linus, Evaristus und Alexander und bekleideten ausschließlich das Amt des Leiters von Rom. Sie besaßen keinen weiteren Einfluss. Erst langsam entwickelte sich das Papsttum im ursprünglichen Sinne.
Nach dem Ende der Christenverfolgung im Jahre 311 n.Chr. konnte sich die Vorrangstellung der katholischen Kirche kontinuierlich behaupten. Im vierten Jahrhundert entstanden durch mehrere Bistümer bedeutende christliche Patriarchen. Rom, Alexandria, Jerusalem und Konstantinopel galten als Zentren der Weltkirche. Erstmals Leo I. (440-461) nahm als Papst und erster Bischof Roms den Titel „Pontifex maximus“(„oberster Brückenbauer“) an, welchen schon Julius Cäsar für sich beanspruchte. Er selbst nannte sich den einzigen Vertreter Petrus und setzt seinen patriarchalischen Anspruch im weströmischen Reich durch. 100 Jahre später rief Papst Gregor den Vatikanstaat in Rom als Sitz des heiligen Stuhls ins Leben. Damit legten beide einen weiteren Meilenstein für die zunehmende Macht der katholischen Kirche und dessen Oberhaupt. Der Umstand, dass im westlichen Bereich Roms immer weniger griechisch gesprochen wurde, führte dazu, dass sich ein Konflikt zwischen der östlich-orthodoxen und der westlich-katholischen Seite anbahnte, woraufhin sich die beiden Seiten entfremdeten. Die Trennung wurde durch das „Morgenländische Schisma“ im Jahre 1054 endgültig. Während dieser Zusammenkunft exkommunizieren sich der Papst und der Patriarch von Konstantinopel gegenseitig. Es ging also nicht um theologische Differenzen sondern um kirchenpolitische Aspekte.
Nachdem Papst Leo III. die Krönung des Kaisers Karls vornahm, standen nun endgültig der Papst und das römische Kaiserreich als Einigkeit der geistlichen und weltlichen Macht fest. Diverse innerkirchliche Reformen bewirkten, dass der Papst nun unabhängig von der Regierung von seinem Kardinalskollegium gewählt werden konnte.
Im 16. Jahrhundert erlebte die römisch-katholische Kirche einen entscheidenden Rückschlag. Unter Martin Luther, der den Papst als Antichristen bezeichnete und die Moral der katholischen Kirche in Frage stellte, spaltete sich die Kirche in ein katholisches und ein protestantisches Lager.
In der Neuzeit konzentrierte sich der heilige Stuhl wieder zunehmend auf die geistlichen Themen. Der enorme Reichtum des Papsttums und dessen päpstliche Botschaften in der ganzen Welt sicherten zusätzlich den Einfluss in die Politik.
Papst Pius IX. berief 1870 das so genannte „1. Vatikanische Konzil“ ein. Nach dieser Sitzung galt das Oberhaupt der katholischen Kirche als unfehlbar und als oberster Lehrer der Kirche. Inhalt des Konzils war die Anpassung der kirchlichen Weltanschauung an die Neuzeit.
Erst 1962 wendete sich Johannes XXIII. wieder diesem Thema zu. Er rief das „2. Vatikanische Konzil“ ins Leben. Damit unternahm er nicht nur entscheidende Schritte für die ökumenische Kirche sondern bewirkte außerdem, dass die heilige Messe nicht nur auf Latein sondern in der entsprechenden Landessprache gehalten wird. Der Priester steht während der Predigt zudem nicht länger mit dem Rücken zu seiner Gemeinde, sondern wendet sich dieser zu.
In der heutigen Zeit findet die Papstwahl im Kreise der Kardinäle statt, die aus ihrem Kollegenstab einen geeigneten Nachfolger von Petrus auswählen. Petrus ist sogleich der Schutzpatron des Papsttums. Der sogenannte „Papstkatalog“ hat alle 270 Nachfolger Petris chronologisch verzeichnet und unterstreicht damit die Kompetenz der katholischen Kirche als Lehrautorität anhand der ununterbrochenen Tradition.
Lesetipps zum Thema
Weitere historische Romane
Iny Lorentz
Die Wanderhure
EUR (D)
9,99
Heidi Rehn
Die Wundärztin
EUR (D)
8,99
Carla Federico
Im Land der Feuerblume
EUR (D)
9,99
Wolf Serno
Die Liebe des Wanderchirurgen
EUR (D)
9,95
Helle Stangerup
Der Brautmaler
EUR (D)
8,95