Die Kelten
Unter dem Begriff „Kelten“ versteht man keltisch-sprachige Volksstämme, die sich zur Zeit ihrer größten Expansion im 3. und 4. Jahrhundert vor Christus über weite Teile Europas bis nach Zentralanatolien ausbreiteten. Der Begriff geht auf griechische Überlieferungen aus dem 6. Jahrhundert vor Christus zurück.Bis heute umgibt die Kelten ein geradezu mystisches Geheimnis, da - bis auf vereinzelte Inschriften - kaum schriftliche Zeugnisse ihrer Tradition und Kultur übermittelt sind. Historische Überlieferungen stammen hauptsächlich von ihren mediterranen Nachbarn, wie den Römern und Griechen.
In der hierarchisch gegliederten Gesellschaftsstruktur der Stämme war das Klientelwesen, ein auf dem Prinzip der Gegenseitigkeit beruhendes Abhängigkeitsverhältnis zwischen den Stämmen von zentraler Bedeutung für den Zusammenhalt der Gesellschaft. Anführer dieser ständisch organisierten Gesellschaft war die Aristokratie, aus denen die Stammesführer ernannt wurden, die Masse des Volkes lebte mit stark eingeschränkten Rechten, unter ihnen auch „Unfreie“. Obwohl Frauen hohes Ansehen genossen und alle hohen Ämter bekleiden konnten, war die Gesellschaft insgesamt patriarchal organisiert.
Die Wirtschaft der Kelten basierte auf Ackerbau und Viehzucht, auch Salzbergbau ist belegt. Grabfunde bezeugen einen ausgedehnten Handel der Kelten mit den Völkern des antiken Europa, in dem vor allem Rohstoffe und Werkzeuge exportiert und Luxusgüter wie Glas und Wein importiert wurden. Die Geldwirtschaft übernahmen die Kelten von den Griechen und Römern und prägten eigene Münzen.
Im Laufe des 2. Jahrhunderts vor Christus entstanden entlang der Handelsstraßen so genannte „Oppida“, befestigte städtische Siedlungen der Kelten, die durch Ausgrabungen in zahlreichen Orten Mitteleuropas nachgewiesen sind. Bekannt sind auch die reich ausgestatten Hügelgräber, in denen die Toten und ihre Grabbeigaben in Steinkammern mit darüber errichteten Grabhügeln bestattet wurden.
Auch über die Religion der Kelten ist wenig bekannt, die historischen Informationen stammen wiederum von den Römern und dem frühen Christentum. Moderne esoterische Strömungen verwässern und romantisieren gerne den Kult der Kelten. Gesichert ist, dass die Druiden als intellektuelle Elite der Stämme, eine zentrale Funktion ausübten. Sie waren Priester, Heiler, Magier, Astronomen, Philosophen, Richter und Ratgeber der Fürsten. Sie zelebrierten den Opferkult für die Götter und bildeten in mündlicher Überlieferung ihre Nachfolger aus.
Auch als Krieger waren die Kelten lange Zeit erfolgreich. So unterwarfen sie mehrmals die Etrusker und besiegten die Römer 387 v. Chr. in der Schlacht an der Allia.
Ab 150 v. Chr. begann jedoch das Abstieg der keltischen Kultur in Europa, römische Eroberung brachten nach und nach die keltischen Gebiete unter den Einfluss des Römischen Reiches. In den Gallischen Kriegen (58-51 v. Chr.) eroberte Caesar Gallien, in der Folgezeit verloren auch die restlichen keltischen Gebiete ihre Unabhängigkeit an die Römer.
Allein in Britannien konnte sich die keltische Kultur weiterhin erhalten, gegen 70 nach Christus wurden jedoch auch hier weite Teile von den Römern annektiert. Nach dem Ende der römischen Besatzung gab es hier ein kurzes Aufleben der keltischen Tradition, die, verbunden mit dem aufkommenden Christentum, den Übergang ins Frühmittelalter einleitete.
« Zurück | Seite 1 | Weiter »
Lesetipps zum Thema
Birgit Jaeckel
Der Fluch der Druidin
EUR (D)
19,95
Birgit Jaeckel
Die Druidin
EUR (D)
9,95