Die Medici von Augsburg
Welser und Fugger
In der Mitte des 14. Jahrhunderts hatte sich ein Weber aus Graben in Augsburg niedergelassen. Er musste mit der starken Konkurrenz anderer Weber kämpfen, konnte sich aber durchsetzen und wurde 1386 sogar zum Zunftmeister der Weber in Augsburg ernannt wurde. Hans Fugger hieß dieser Weber und er war der Urvater einer Kaufmannsfamilie, die in den kommenden Jahrzehnten zu einer der mächtigsten Familien aufsteigen sollte. Jakob, der eine Sohn, baute die Weberei weiter aus, während Andreas Kaufmann wurde. Der Kaufmann verdiente rasch sehr viel Geld, seine Nachfahren verloren es allerdings auch wieder, während Jakobs Reichtum langsamer wuchs, aber Bestand hatte.
Der Name Fugger wurde zunehmend bekannter, sodass auch die Kinder anderer Familien zur Ausbildung zu den Fuggern geschickt wurden. Auch wenn Lehrlinge und Angestellte im Hause selbstverständlich waren, die wichtigsten Positionen übernahm innerhalb des Geschäftes immer die Familie. Deren Mitglieder lernten ihr Geschäft ebenfalls in ganz Europa. Jakob der Reiche wurde beispielweise in Venedig ausgebildet und mehrte das Vermögen danach so sehr, dass die Fugger 1484 sogar eine eigene Kammer im Deutschen Handelshaus zu Venedig bekamen. Gehandelt wurde mit Wolle, Seide, Barchent und Spezereien, aber die Fugger investierten auch in den Bergbau und das Münzwesen und verliehen im großen Stil Geld an Königshäuser und den Klerus.
Nach dem Tod von Jakob dem Reichen übertraf die Fugger-Gesellschaft an Einfluss die Medici und kam den Rothschilds an Vermögen gleich.
Im Verlauf des 16. Jahrhunderts änderte sich der Firmenschwerpunkt der Fugger. Der 30-jährige Krieg beendete eine Zeitspanne von über 100 Jahren, in denen die Fugger eine tragende Rolle in der Politik und Wirtschaft Europas gespielt hatten. Die Firmenpolitik ging nun eher dahin, das erarbeitete Geld mit Ländereien zu sichern. Der Lebensstil der Fugger änderte sich dementsprechend. Bisher standen der Handel und das Bankhaus im Vordergrund, doch in den nächsten Generationen pflegte man einen adeligen Lebenssstil, lebte auf den eigenen Landgütern und ab dem 17. Jahrhundert gebrauchte man dann auch den schon früher verliehenen Titel des Reichsgrafenstandes.
Direkte Nachfahren der Fugger leben bis heute in Schwaben und in Augsburg existiert ebenfalls heute noch die Fürst-Fugger-Privatbank sowie die so genannte Fuggerei. Sie ist eine soziale Einrichtung, die zwischen 1514 und 1523 gegründet wurde und mittellose Bürger betreut.
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