Die Templer
Der Templerorden wurde 1119 unter dem Namen „Arme Ritter Christi vom Tempel Salomonis“ unter Hugo von Payens zum Schutz der europäischen christlichen Pilger und der Heiligen Stätten in Jerusalem gegründet. Seinen Namen verdankt der Orden seinem Quartier auf dem Tempelberg in Jerusalem.Als geistlicher Ritterorden vereinte er die Ideale des adeligen Rittertums mit denen der Kirche. Neben den klassischen Gelübden von Keuschheit, Armut und Gehorsam verpflichteten sich die Mitglieder zusätzlich dem Schutz der Pilger. Die universalistische Religionspolitik des Ordens ließ auch die Aufnahme gnostisch-esoterischen Gedankenguts zu. Als Ordenstracht trugen die Templer weiße Mäntel mit einem roten Tatzenkreuz.
Mit einer vom Franziskaner Bernard von Clairvaux redigierten Ordensregel war der Orden seit 1139 unmittelbar dem Papst unterstellt. So war der Orden dem Einfluss weltlicher Herrscher entzogen und nicht nur von der Steuer befreit, sondern auch berechtigt, selbst Steuern zu erheben.
Durch ihre führende Rolle im Handel mit dem Orient und im Kreditgeschäft und mit Hilfe vielfältiger Privilegien gewannen die Tempelritter rasch an Einfluss und Vermögen. Zusätzlich profitierte sie von beträchtlichen Landschenkungen in Europa.
Wahrscheinlich um sich der Besitztümer des Ordens zu bemächtigen, begann der hoch verschuldete französische König Philipp IV., dessen Antrag auf Mitgliedschaft von den Templern einst abgelehnt worden war, gegen die Templer vorzugehen. Mit der Drohung Frankreich von der Kirche abzuspalten, setzte er Papst Klemens V. so unter Druck, dass dieser, obwohl er von der Haltlosigkeit der Vorwürfe überzeugt war, schließlich nachgab. So wurde ein Verfahren wegen Häresie, Unzucht und Blasphemie bei der Inquisition eingeleitet. 1307 ließ Philipp die führenden Templer verhaften und ihr Vermögen beschlagnahmen. Auf dem Konzil von Vienne 1312 verfügte Klemens V. zwar die Auflösung des Ordens, nicht jedoch seine Verurteilung. Die Untersuchungen zogen sich über Jahre hin, unter der Folter wurden Zeugenaussagen und Geständnisse erpresst, die vor allem in Frankreich häufig zu Todesurteilen führten. 1314 wurde der letzte Großmeister des Templerordens, Jacques de Molay, der zunächst unter der Folter gestanden hatte, dann aber widerrief, in Paris auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Vor seinem Tod soll er noch Papst und König zu einem Tod binnen Jahresfrist verflucht haben, was tatsächlich auch eintrat. Papst und König starben noch im selben Jahr.
Das Vermögen der Templer wurde – abzüglich beträchtlicher Verfahrenskosten zugunsten der Krone – an den Johanniterorden übergeben. Viele der überlebenden Tempelritter flohen nach Schottland, Portugal und Norditalien, wo die Vorwürfe gegen den Orden keine Anerkennung gefunden hatten. Hier konnten sich die Templer als militärisch-christlicher Laienorden neu formieren, dessen Statuten 1705 verabschiedet wurden.
In Frankreich gestattete Napoleon I. die Wiederzulassung des Templerordens, die seit 1845 gewünschte Wiederzulassung durch die katholische Kirche wurde bislang nicht erreicht.
Sitz des Templerordens, der seit 1996 „Christlicher Ritterorden vom Tempel zu Jerusalem“ heißt, ist heute Jerusalem. Noch heute kursieren zahlreiche Legenden und Verschwörungstheorien um mystische Geheimnisse und Schätze der Templer. So werden ihnen unter anderem der Besitz des Heiligen Grals und der Bundeslade, daraus resultierende hohe alchemistische Fertigkeiten und nicht zuletzt die Gründung der Freimaurerei nachgesagt.
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