Die Wikinger
Die Wikinger, auch als Normannen oder Nordmänner bekannt, versetzten mit ihren Eroberungszügen vom Ende des 8. Jahrhunderts bis Mitte des 11. Jahrhunderts die gesamte christliche Welt in Angst und Schrecken. Beheimatet im Norden Europas, dem heutigen Norwegen, Schweden und Dänemark lebten die Wikinger von der Landwirtschaft und zeichneten sich vor allem als hervorragende Schiffsbauer aus. Ihre berühmten flachen Drachenboote konnten vorwärts und rückwärts gerudert werden, waren schnell und wendig und ließen sich leicht an Land ziehen. Mit ihnen unternahmen die Wikinger große Entdeckungsreisen, so erreichte Leif Erikson bereits 500 Jahre vor Columbus über das Nordmeer den amerikanischen Kontinent. Zudem errichteten sie ein weit reichendes Handelsnetz, zu dem auch ein florierender Sklavenhandel gehörte.Nach dem ersten großen Überfall auf Britannien verwüstete 878 ein riesiges Heer von Wikingern Nordfrankreich, Holland und Belgien. Wenn die schnellen Drachenboote am Horizont auftauchten, war es bereits zu spät für die einheimischen Truppen im Landesinneren. In Blitzüberfällen plünderten sie nicht nur Küstengebiete, sondern drangen auf den Flüssen bis ins Landesinnere vor, so gelangten sie unter anderem bis nach Köln und Paris. Von ihren Stützpunkten in Finnland, Russland, Britannien und Irland aus drangen die Wikinger bis nach Nordafrika und ans Kaspische Meer vor.
Als Ursache für die zahlreichen Raubzüge, wird neben der reichen Kriegsbeute und der puren Abenteuerlust die Suche nach neuen Siedlungsgebieten aufgrund eines massiven Bevölkerungsanstiegs und begrenzter Ressourcen vermutet.
Die zunächst angstgelähmte Christenheit schritt schon bald zu Missionierung der nordischen Heiden, bereits 830 errichtete Bischof Ansgar eine Missionsstation in Südschweden, im Jahr 960 nahm der Dänenkönig Harald Blauzahn das Christentum an. Dies bedeutete jedoch keine Befriedung des nördlichen Europa, auch die getauften Nachkommen der nordischen Heiden stachen unverdrossen zu Eroberungszügen in See. Von der Normandie aus, des von getauften Nordmännern gegründeten Herzogtums, zog Wilhelm der Eroberer im Jahr 1066 nach England, zu dessen König er nach der siegreichen Schlacht bei Hastings wurde. Zu den bleibenden historischen Leistungen der Wikinger gehört neben der Anregung des Handels und der Staatengründung auch die Erweiterung des Weltbildes auf vier Kontinente.
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