Exodus
15. oder 13. Jhd. v. Chr.
Der Exodus, lat. der Auszug, in diesem Fall der Auszug der Israeliten aus Ägypten ins geheiligte Land, wird im 2. Buch Moses beschrieben. Er fand entweder im 15. oder im 13. Jahrhundert vor Christus statt. Die Israeliten waren in Ägypten rechtlose Arbeiter der untersten sozialen Schicht, die von Moses von ihrer Knechtschaft befreit werden sollten.
Moses, der als Säugling ausgesetzt und von der Tochter des Pharaos aufgenommen wurde, wuchs unter Ägyptern auf, fühlte sich aber immer als Hebräer. Nachdem er einen Ägypter im Zorn erschlagen hatte, musst er aus Ägypten fliehen und heiratete die Tochter des Priesters Jetro. Als er die Schafe seines Schwiegervaters hütete, erschien ihm Jahwe, sein Gott, in einem brennenden Dornbusch und gab ihm den Auftrag, das Volk Israels zu retten.
Moses muss nach Ägypten zurückkehren und die Israeliten befreien. Als Moses und sein Bruder Aron den Pharao bitten, die Israeliten ziehen zu lassen, reagiert dieser mit Spott und erhöht den Frondienst. Zur Strafe wird Ägypten von neun göttlichen Plagen heimgesucht. Das Nilwasser wird zu Blut, Frösche fallen vom Himmel, Mückenplagen ziehen über das Land, eine Seuche sucht das Vieh heim, bei Mensch und Tier brechen Geschwüre auf, Hagelströme verwüsten das Land, Heuschrecken fressen alles kahl und drei Tage herrscht Dunkelheit. Doch all das beeindruckt den Pharao nicht, er lässt die Israeliten nicht frei. Erst die letzte Plage, bei der alle männlichen Erstgeborenen der Ägypter umkommen, überzeugt den Pharao, von den Israeliten zu lassen.
Sie brechen von Sukkot zum Schilfmeer auf, aber sie werden vom Heer des Pharaos verfolgt, der seine Entscheidung bereut. Die ehemaligen Nomaden konnten leicht durch das Schilfmeer fliehen, da das Wasser vom Ostwind vertrieben worden war, die Kampfwagen der schnellen ägyptischen Einsatzgruppe blieben hingegen im Morast stecken.
Laut der Bibel verdrängte Jahwe die Wassermassen, um seinem Volk die Durchquerung zu ermöglichen. Dass Wasser brach schließlich über den Ägyptern wieder zusammen. Es folgt die beschwerliche Durchwanderung der Wüste.
Trotz Hunger, Durst und einzelnen Kämpfen gelingt es den Israeliten, den Berg Sinai zu erreichen. Dort begegnete Moses nach biblischer Überlieferung seinem Gott, der ihm die zehn Gebote und eine konkrete Gesetzgebung für das zivile Leben diktiert. Die Israeliten, die ungeduldig am Fuß des Berges warten, verlangen von Moses Bruder Aron, einen materialisierten Gott. Dieser sammelt daraufhin Gold und stellt daraus das goldene Kalb her, welches er und die Israeliten anbeten. Jahwe bemerkt den Abfall und droht alle zu töten, doch Moses bittet ihn um Nachsicht. Als Moses wieder im Lager ankommt, zerbricht er aus Wut die Steintafel, die er mit den eingemeißelten Geboten bekommen hatte und das goldene Kalb. Moses erklimmt erneut den Berg und versucht Gott gnädig zu stimmen. Dies gelingt ihm auch und er erhält neue Steintafeln.
Wirkliche Bedeutung gewann dieser Gründungsmythos für den israelitischen Stämmebund erst in der Zeit, als sie nach erneuter Knechtschaft wieder nach Israel heimkehrten. Kunst, Literatur und Musik haben den Exodus-Freiheitsgedanken durch Zeiten der Unterdrückung lebendig gehalten.
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