Französische Revolution
1789
In Frankreich herrscht Ludwig XVI. als absoluter Monarch, während die Ideen der Aufklärung im Volk immer mehr Anhänger finden. Durch die Reformunfähigkeit des „Ancien régime“ stürzt das Land in eine tiefe politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Krise. Zusätzlich verschärft der Preisanstieg in Folge von Missernten die Situation und führt zu Armut und Hungersnot in den Städten.
Das Bürgertum verfügt zwar über die ökonomische Macht, es fehlt aber an politischer und sozialer Gleichstellung mit den privilegierten Ständen. Adel und Klerus verteidigten ihre Privilegien und verhindern so eine Sanierung der zerrütteten Staatsfinanzen.
Durch den drohenden Staatsbankrott sieht sich Ludwig XVI. im Mai 1789 gezwungen, erstmals seit 1614 die Generalstände einzuberufen. Die Vertreter des dritten Standes weigern sich, nach Ständen abzustimmen statt nach Köpfen und formieren sich zur Nationalversammlung. Mit dem Ruf nach Reformen und einer Verfassung im Ballhausschwur lösen sie den Sturm auf die Bastille, das Symbol feudaler Willkürherrschaft, durch Pariser Volksmassen aus.
Es folgen die Abschaffung aller Feudalrechte, die Verkündigung der Menschen- und Bürgerrechte, die Aufhebung der Klöster und Orden, die Beschlagnahmung des Kirchengutes und die Einführung einer allgemeinen Grundsteuer. Die Verfassung von 1791 macht Frankreich zur konstitutionellen Monarchie.
Der Fluchtversuch Ludwigs XVI., die Einmischung des Auslands und das Blutbad auf dem Marsfeld bewirken die Radikalisierung der Revolution. Nach Massenverhaftungen des radikalen Justizministers Danton werden bei den „Septembermorden“ 1792 in Pariser Gefängnissen über 1.600 Menschen getötet.
Mit dem Aufstand der kleinbürgerlich-revolutionären Sansculotten kommt es zum Bruch zwischen den Girondisten unter Danton und den Jakobinern unter Robespierre.
Der Nationalkonvent ruft am 22.9.1792 die Republik aus und lässt den König am 21.1.1793 als Landesverräter hinrichten. Unter der nun einsetzenden blutigen Schreckensherrschaft, in der der Konvent systematischen Terrormaßnahmen zustimmt, kommt es zu Enteignungen und Massenhinrichtungen unter der Guillotine. Die Ausdehnung des Terrors auf die eigene Partei mit der Hinrichtung Dantons 1794 führt schließlich auch zum Sturz und zur Hinrichtung Robespierres im selben Jahr und der Entmachtung der Volksbewegung.
Es beginnt die Herrschaft der wirtschaftsliberalen Bourgeoisie, der Thermidorianer. Nach der Niederwerfung eines royalistischen Aufstandes in Paris durch General Napoleon Bonaparte und der Annahme der bürgerlichen Direktorialverfassung beginnt 1795 die Herrschafteines fünfköpfigen Direktoriums.
1799 stürzt Napoleons Staatsstreich das Direktorium und beendet die Französische Revolution. Als Festschreibung der Prinzipien von 1789 und der staatsbürgerlichen Rechte führt Napoleon das bürgerliche Gesetzbuch, den "Code civil", ein, das die Voraussetzungen für die bürgerliche Gesellschaft des 19. Jahrhunderts schafft.
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