Köche und Kochtöpfe in der Renaissance
Wandel der EssgewohnheitenDie Renaissance brachte auch in der Küche einen enormen Paradigmenwechsel mit sich. Die Verbindung von alter und neuer Welt war kulinarisch eine enorme Erweiterung. Gerade durch die Entdeckung Amerikas und die neuen Tier- und Pflanzenarten, aber auch die Zubereitungsarten, veränderte sich der Speisezettel enorm. Zum einen änderte sich in dieser Zeit die Qualität von Nahrungsmitteln, sodass zum Beispiel Tiere extra fürs Kochen geschlachtet wurden und nicht erst, wenn sie zu alt fürs Eierlegen oder Milch geben etc. waren. Das Fleisch war zart und ließ sich anders zubereiten. Der Ackerbau und das Anlegen von Obstgärten wurden verbessert und viele Haushalte pflanzten in den eigenen Hausgärten neue Gemüsesorten an, die den Speisezettel erweiterten. Diese Veränderungen geschahen nicht schlagartig und in allen Ländern zeitgleich, aber im Laufe der Folgejahre fanden sie Einzug in beinahe alle europäischen Länder.
Italien war der große Impulsgeber dieser Zeit, das durch den Seehandel Zugang zu Zutaten hatte, die in anderen Ländern unerschwinglich waren. Zucker war ein kostbares Gut, das in Venedig vergleichsweise verschwenderisch benutzt wurde. Aber auch Anis, Datteln, Bitterorangen oder auch Granatäpfel erreichten auf diesem Wege die Küche. Der italienische Einfluss brachte Teigwaren mit sich.
Und auch Frankreich zählte zu den führenden kulinarischen Regionen. Besonders Katharina von Medici beeinflusste die französische Küche mit ihrem Gefolge voller Köche sowie Giftmischer und Apotheker. Hier zeigte sich schon eine Nähe, die sich immer wieder mit dem Thema Kochen und Kochkunst verband: die unheilvolle Verbindung von Gift und Geschmack. Auf ihren Einfluss gehen auch Dinge wie das Muranoglas bei Tisch und die neue Sitte, Soßen zum Fleisch als Fond zu reichen und nicht als schnittfeste Masse, zurück. In Frankreich kam als Neuheit der Mais auf den Tisch und auch der Truthahn, das „indianische Huhn“, war von nun an ein besonderer Leckerbissen.
Insgesamt wurde die Küche „leichter“ – die typische Sitte des Überwürzens aus dem Mittelalter ging zurück und der Eigengeschmack der Speisen bekam einen Wert.
Eine alte mittelalterliche Tradition, die der repräsentativen „Schaugerichte“, blieb dennoch bis in den Barock bestehen. Gerade auf diesen prächtigen Banketttafeln feierte der Zucker seinen großen Siegeszug. Kunstvolle Zuckerkreationen waren ein absolutes „must have“, wenn es um die Prunktafeln der Reichen ging.
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