Kreuzzüge
1096-1444
Die seit 1095 von den Päpsten propagierten Kreuzzüge wurden von Herrschern, Adel und Volk aus ganz Europa unternommen, um nach dem Willen Gottes Jerusalem und das Heilige Land von den „Ungläubigen“ zu befreien. Aber auch andere zunächst religiös motivierte Kriegszüge der Kirche gegen heidnische Völker und Ketzer werden als Kreuzzüge bezeichnet.
Ein Kreuzzug war für die Teilnehmer neben dem Kriegszug zugleich auch ein Bußgang. Sie legten, ähnlich wie bei einer Pilgerfahrt ein rechtsverbindliches Gelübde ab und wurden nach ihrem Tod im Kampf als Märtyrer gefeiert. Neben der Aussicht auf Tilgung ihrer Sündenschuld erhielten die Teilnehmer und ihre Angehörigen Rechte und Privilegien.
Neben den religiösen Motiven gab es vielschichtige politische und weltliche Gründe, die vor allem bei den späteren Kreuzzügen überwogen.
Anlass des ersten Kreuzzuges ins Heilige Land war der Hilferuf des byzantinischen Kaisers Alexios I. Komnenos, der dem Druck der muslimischen Seldschuken, die 1077 Jerusalem erobert hatten und nun Byzanz bedrohten, nicht mehr standhalten konnte. 1095 rief Papst Urban II. zum ersten Kreuzzug zur Befreiung Jerusalems und Unterstützung der Ostkirche auf.
Hintergrund war nicht nur der Kampf gegen den Islam, sondern auch die Hoffnung, die seit dem Schisma von 1054 in Ost und West getrennte Kirche wieder zu vereinigen.
Vorläufer der eigentlichen Kreuzzüge war der so genannte „Kreuzzug der Armen“, der in fehlgeleitetem religiösem Fanatismus bereits im eigenen Land jüdische Gemeinden niedermetzelte und nie im Heiligen Land ankam.
Nach der blutigen Einnahme Jerusalems im ersten Kreuzzug 1099 errichteten die Kreuzritter, mittlerweile in geistlichen Orden wie den Johannitern, Templern und dem Deutschen Orden organisiert, das Königreich Jerusalem, einen nach westlichem Vorbild organisierten Staat. Schon bald kam es unter den Kreuzfahrerstaaten zu Rivalitäten und Bruderkriegen. Auch auf muslimischer Seite, deren Niederlage zum Großteil von Streitigkeiten unter den muslimischen Fürsten verursacht worden war, formierte sich Gegenwehr.
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