Perserkriege
500 v. Chr.
Die Perserkriege bezeichnen die Versuche Persiens unter Dareios I. und Xerxes I., das antike Griechenland zu erobern. Persien war im 6. Jahrhundert vor Christus eine Großmacht, die Kleinasien beherrschte ebenso wie die dort lebenden Griechen. Das restliche Griechenland blieb unabhängig.
Um 500 v. Chr. erhoben sich die ionischen Griechen mit der Unterstützung von Athen gegen die von den Persern eingesetzten, sie regierenden tyrannischen Griechen. Mithilfe der athenischen Flotte verbreitete sich der Aufstand schnell an der ganzen Küste entlang. Schließlich gelang es den Griechen sogar Sardes, den Sitz des persischen Stadthalters, zu erobern und niederzubrennen.
Das provozierte letztendlich die lang erwartete persische Gegenmaßnahme. Die griechische Flotte wurde bei der Schlacht von Lade versenkt und der Widerstand zerschlagen. Doch der persische Großkönig Dareios forderte zusätzlich Vergeltung für die Unterstützung der Aufständischen aus dem griechischen Mutterland.
492 eroberte der persische Feldherr Mardonios Thrakien und Makedonien. Bereits im nächsten Jahr wurden Gesandte ausgeschickt, die die Unterwerfung der griechischen Poleis forderten. Viele gaben unter dem Druck nach, doch Athen und Sparta weigerten sich und töteten die persische Gesandtschaft. Daraufhin lief die persische Flotte erneut aus, zog durch die Ägäis und eroberte mehrere Städte. Schließlich landeten sie in Marathon. Dort stellten sich Athener und Perser zur Schlacht. Den Athenern gelang es den Feind mit nur geringen Verlusten zurück zu drängen. Da die Perser Aufstände in Ägypten niederschlagen mussten, konnten sie erstmal keine weitere Expedition nach Griechenland unternehmen.
Doch 480 wagte Xerxes, Dareios Sohn einen erneuten Vorstoß. Der Feldzug war bereits von seinem Vater sorgfältig geplant worden. Nachdem in Ägypten wieder Ruhe herrschte, brach er mit ca. 100.000 Soldaten und 600 bis 700 Kriegschiffen auf. Erneut waren es die Athener und Spartanen, die sich den Persern widersetzten.
Doch der Hellespond, die Wasserstraße, die Europa von Kleinasien trennte, war das erste große Hindernis, das sich den Persern in den Weg stellte. Um die Wasserstraße zu überqueren, die an ihrer schmalsten Stelle immerhin noch eine Seemeile breit war, ließ Xerxes eine schwimmende Brücke aus Schiffen errichten. Wegen der starken Strömung wurden die Schiffe mit einem starken Seil vertaut und mit schweren Ankern befestigt. Mit Holzplatten wurde dann über den Tauen eine Art Brücke errichtet. Die Ausmaße dieses Heers konnte man allein daran ermessen, dass es eine ganze Woche dauerte, alle Soldaten von der einen Seite der Meerenge zu anderen Seite zu bringen.
Der einzige Zugang nach Mittelgriechenland war für die Perser der Thermophylenpass. Diesen verteidigte der Spartanenkönig Leonidas mit nur wenigen tausend Mann, da der Pass wegen seiner Enge leicht zu halten war. Nach erfolglosen Durchbruchversuchen umging Xerxes schließlich den Pass mit Hilfe von einheimischen Verrätern. Damit hatte er Zugang zu Mittelgriechenland und zerstörte fast alle Städte, die seinen Weg kreuzten. Unter anderen fielen auch Attika und Athen.
Die Griechen zogen ihre Verteidigungslinien zusammen und es gelang ihnen die persische Flotte in die engen Gewässer vor der Insel Salamis zu locken. Dort war es den großen persischen Schiffen beinahe unmöglich zu manövrieren und sie behinderten sich selbst. Die kleinen und wendigen griechischen Schiffe waren im Vorteil. Die Athener hatten nichts zu verlieren und kämpften mit dem Mut der Verzweifelten. Schließlich endete die Schlacht nach zwölf Stunden mit der Niederlage der Perser.
Damit waren die Kämpfe zwischen Persern und Griechen größtenteils beendet. Die Reste des persischen Heers verließen Griechenland.
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