Richard Löwenherz und „Die liebe Familie“
Denverclan im 13. Jahrhundert
Richard Löwenherz – einer der klingenden Namen aus dem Mittelalter, war ein Ritter von edler Gestalt, ungewöhnlich groß für seine Zeit, und das dritte Kind von Heinrich II. von England und Eleonore von Aquitanien. Er hatte etliche weitere Geschwister, von denen vor allem sein Bruder Johann, genannt Ohneland, Berühmtheit erlangte. Als der Vater eben diesem Johann drei Burgen übertragen wollte, ein Geschenk zur Verlobung, banden die anderen Brüder nicht eine Schleife um das Geschenk, sondern zettelten eine Verschwörung gegen den Vater an, die vor allem vom älteren Bruder Heinrich dem Jüngeren und dessen Schwiegervater sowie ihrer Mutter Eleonore unterstützt wurde. Das Komplott flog auf und die Brüder baten um Gnade, was sie aber nicht daran hinderte, weiter an dem Komplott gegen den Vater zu arbeiten.
Richard wurde nach dem krankheitsbedingten Tod der älteren Brüder zum Anführer dieser Verschwörung. Er konnte sich letztlich gegen seinen Vater durchsetzen und diesen schlagen.
Fortan war er Thronfolger und Erbe.
Nach der Krönung am 3.9.1189 besaß nur Kaiser Barbarossa in Europa mehr Macht. Kurz nach der Zeremonie brach Richard auf, um ein Kreuzzug-Gelübde zu erfüllen. Der Dritte Kreuzzug zur Rückeroberung Jerusalems von 1189 bis 1192 wurde in hohem Maße von ihm geprägt. Während dieses Krieges erhielt er auch den Beinamen „Löwenherz“, weil er sich durch besondere Unerschrockenheit und Kriegslust auszeichnete.
Richard war zwar überaus selbstbewusst, ihm fehlte aber in hohem Maße diplomatisches Geschick. Er provozierte immer wieder durch seine herrische, kompromisslose Art seine Gegenüber.
Diese Kompromisslosigkeit bekam auch seine langjährige Verlobte Alix, die Halbschwester des französischen Königs Philipp II. zu spüren. Sie wurde nach langen Jahren des Wartens auf die Ehe kurzerhand abserviert, als Richard sich entschloss, eine andere zu heiraten: Berenguela von Navarra.
Über die junge spanische Königstochter weiß man wenig Genaues, aber in ihrem spannenden wie großartig recherchierten Roman Der Löwe und die Königin hat Susanne Stein ihr ein höchst lesenswertes literarisches Denkmal gesetzt. Die verschmähte Alix wiederum ließ sich das Warten den Gerüchten nach aber auch nicht unnötig lang werden. Auch ihr wurden Verhältnisse nachgesagt, insbesondere mit Heinrich II., ihrem zukünftigen Schwiegervater ...
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