Weltausstellung London
1851
Die erste Weltausstellung 1851 im Londoner Hyde Park setzte hohe Maßstäbe. Der Kristallpalast des Gärtners und Architekten Joseph Paxton, der einem Gewächshaus glich und indem sogar der alte Baumbestand Platz fand, bot einen schwer zu übertreffenden Rahmen, in dem die internationalen Aussteller aus 25 Ländern und 15 britischen Kolonien ihre Exponate präsentierten. Die Ausstellungsfläche betrug 95.000 Quadratmeter.
Durch die Londoner Presse waren die Erwartungen an die Eröffnung am 1. Mai sehr hoch geschraubt worden und so fieberte eine ganze Stadt dem Ereignis entgegen. Schließlich hielt Prinz Albert als Vorsitzender der Royal Commission seine Eröffnungsrede und beschrieb das Ziel der Ausstellung als: „die gedeihliche Beförderung aller Zweige des menschlichen Fleißes und die Befestigung der Bande des Friedens unter allen Nationen der Erde."
Queen Victoria schrieb zur Eröffnung in ihr Tagebuch: „Der Tag ist einer der größten glorreichsten in unserem Leben, der, zu meiner Freude und zu meinem Stolz, mit dem Namen meines so sehr geliebten Albert für immer verbunden sein wird! Es ist ein Tag, der mein Herz mit Dankbarkeit erfüllte. (...)“
Anschließend besichtigten sie die Ausstellung in einer feierlichen Prozession mit den Diplomaten und ausländischen Ehrengästen sowie mit der Queen Victoria und ihrem Hofstaat.
Die Weltausstellung hatte auch ein soziales Engagement, denn es gab besondere Führungen und Ermäßigungen für die Arbeiterschaft mit dem Ziel, deren Erziehung zu fördern und so soziale Unruhen zu vermeiden. Die Ausstellung erfreute sich bei den Londonern und bei den ausländischen Gästen großer Beliebtheit. Täglich kamen einige tausend Besucher aus England oder vom Festland in die Hauptstadt. Es gab extra verbilligte Eisenbahntarife und unterschiedliche Eintrittspreise.
Mit der feierlichen Preisverleihung fand die Weltausstellung ihren krönenden Abschluss. Die meisten Preise gewann Großbritannien und damit wurde die Botschaft der Ausstellung noch einmal deutlich: In der Industrie und in der Wirtschaft war Großbritannien führend und ein Vorbild für andere Nationen.
Auch für den Handel konnten Signale gesetzt werden. Es ging nicht länger um Protektionismus und Schutzzölle sondern um die weltwirtschaftliche Vernetzung und die Vereinfachung des Handels.
Mehr als sechs Millionen Besucher hatten den Kristallpalast und die verschiedenen Exponate bewundert, weit mehr als die Organisatoren erwartet hatten. Dadurch war die Weltausstellung auch ein finanzieller Gewinn, der in die Förderung der Industrie und für den Landgewinn in South Kensington angelegt wurde. Dort ließ Prinz Albert auch zur Förderung des Bildungsniveaus mehrere Museen erbauen.
Der Kristallpalast selber wurde in Sydenham wiedererbaut und war dort ein viel besuchter Vergnügungspark, bis er schließlich 1936 bei einem Großbrand zerstört wurde. Joseph Paxtons Architektur war ein Vorbild für die folgenden Weltausstellungspaläste, wurde aber wegen seiner Eleganz und Großartigkeit nur selten erreicht.
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