40 Jahre später
»Unter den Talaren ist der Muff von tausend Jahren.«Deutschland 1967/68: Friede, Freude, Flowerpower. Sie sind eine leidenschaftliche Generation, eine bunte, aufmüpfige Schar junger Leute voller Träume und Ideale. Und die Perspektive erscheint vielen trostlos: Die alten Nazis sitzen in Schlüsselpositionen, in Vietnam wird ein grausamer Kolonialkrieg geführt, das Volk konsumiert lieber, als dass es denkt. Das Familien- und Sexualstrafrecht ist reaktionär, Frauen und Homosexuelle noch viele Paragraphen von der Gleichberechtigung entfernt. Sie gehören einer Generation an, die man nicht ernst nimmt, und sie finden: Es ist Zeit für eine gesellschaftliche Erneuerung.
»Bürger lasst das Glotzen sein, kommt herunter, reiht euch ein.«
Als die Forderungen lauter werden und das Klima autoritärer, als die Polizei härter durchgreift und die Springer-Medien immer lauter hetzen, verschärfen auch einige Intellektuelle ihren Ton. In West-Berlin begehrt die APO, die »außerparlamentarische Opposition«, auf, und in ganz Deutschland revoltieren die Studenten. An den Ostertagen 1968 brechen schließlich schwere Unruhen aus. Die Bewegung zerfällt in Splittergruppen, einige von ihnen begegnen dem Staat mit voller Gewaltbereitschaft. Wenige entscheiden sich sogar für den bewaffneten Kampf. Das ist die Geburtsstunde der linken Terrorgruppe RAF.
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40 Jahre später: Zwei Sachbuch-Novitäten berichten von der Dynamik und der Eskalation der Ereignisse in jener bewegten Zeit. Ihre Betrachtungen bringen neue Aspekte in die immer noch hitzig geführte Diskussion ein.
Lesetipp
Gerhard Wisnewski, Wolfgang Landgraeber, Ekkehard Sieker
Das RAF-Phantom
EUR (D)
12,95
