Während des zweiten Weltkrieges und nach Kriegsende kam es zu den mutmaßlich größten Bevölkerungsbewegungen in der Geschichte.
60 Jahre Kriegsende - Flucht und Vertreibung
Der Zweite Weltkrieg hat nicht nur 50 Millionen Menschen - Soldaten und Zivilisten - das Leben gekostet. Im Zuge der deutschen Kriegspolitik und nach Kriegsende kam es auch zu den mutmaßlich größten Bevölkerungsbewegungen in der Geschichte. Historiker gehen davon aus, dass die Welle von Umsiedlung, Emigration und Vertreibung, ausgelöst durch die faschistische Expansionspolitik, etwa neun Millionen Menschen erfasste - von Finnland bis Griechenland und von Frankreich bis in die Ukraine. So mussten etwa 1,2 Millionen Polen die neu "eingedeutschten" Gebiete verlassen und in das so genannte Generalgouvernement übersiedeln.Nach der deutschen Niederlage kam es zu einer Westverschiebung der deutsch-polnischen und polnisch-russischen Grenzen - mit einer ebenfalls massiven Vertreibung der Deutschen, die jenseits von Oder und Neiße gelebt hatten (und der Vertreibung von etwa 1,5 Millionen Polen, die in Gebieten lebten, die nun der Sowjetunion zugeschlagen wurden).
Im Protokoll von Potsdam der alliierten Siegermächte Sowjetunion, USA und Großbritannien liest sich das so: "Die drei Regierungen... erkennen an, dass die Überführung der deutschen Bevölkerung oder Bestandteile derselben, die in Polen, Tschechoslowakei und Ungarn zurückgeblieben sind, nach Deutschland durchgeführt werden muss."
Welches Leid mit diesen Flucht- und Vertreibungsbewegungen verbunden war, ist lange totgeschwiegen worden. Zu schwer wiegt die Schuld der Deutschen an den Ereignissen des Zweiten Weltkriegs. Aber die Debatte ist in Gang gekommen. So wird heute darüber diskutiert, mit welchen Schwierigkeiten die Neuankömmlinge in den beiden deutschen Teilstaaten zu kämpfen hatten. Denn keineswegs war es so, dass die Vertriebenen mit Jubelschreien begrüßt wurden. Und natürlich ist die Flucht selbst zu einem Thema geworden. Mitten im Winter, im Januar 1945, begann der große Treck nach Westen, auf dem viele Menschen an Kälte und Unterernährung starben.
Der Verlust der Heimat, Hunger und Entbehrungen und die schwere Aufgabe, einen Platz zu finden in der neuen Heimat das sind Themen, die auch 60 Jahre nach dem Kriegsende erschüttern und bewegen. Sie zeigen die furchtbaren Folgen eines schrecklichen Krieges.
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