Almrezepte
»Isst der Hirte zu viel Speck,
geht der Bierbauch nicht mehr weg.«
Friss-oder-stirb-Kaiserschmarrn
Das meiner Meinung nach beste Schnellessen, wenn man mal wieder ganz vergessen hat, auf den knurrenden Magen zu achten, und einem schon die Hände zittern: Man nehme drei Achtel Liter frischer, selbstgemolkener Kuhmilch, vier Eier von glücklichen Hühnern aus dem Dorf, 250 Gramm Mehl vom lächelnden Kaufmann im Tal und verrühre das Ganze zu einem (eher flüssigen) Teig. Ich persönlich mag weder knirschenden Zucker auf dem Kaiserschmarrn noch Staubzucker, deshalb tue ich den Zucker je nach Geschmack auch gleich in den Teig (am besten den Teig kosten – nicht aufessen! –, bis es passt). Das Ganze lässt man dann in der Pfanne (mit etwas aufgelöster Butter drunter) ziemlich lange braten. Speziell auf dem Holzofen kann das eine ganze Weile dauern. Am besten so lange warten, bis der Rand und Teile der Teigscheibe schon fest werden. Und dann beginnt das kaiserliche Massaker: Mit dem Löffel alles in kleine Häppchen zerteilen und darauf achten, dass sie möglichst überall ein bisschen braun werden und nicht nur gelb bleiben. Dazu öffnet man sich ganz schnell eine Dose Pfirsiche, Ananas oder Sauerkirschen und ist in null Komma nix wieder einsatzbereit zum Kuhringen und Bäumeausreißen. Warum dieser Schmarrn nach dem Kaiser benannt ist? Vermutlich weil er zu faul war, um sich mundgerechte Häppchen von den Palatschinken (Eierkuchen) zu portionieren.
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Almstädter Gourmet-Eierspeis
Eierspeis (etwas abfällig im norddeutschen Sprachraum auch »Rührei« genannt) koche ich gerne (auch auf der Alm) wie die Fernsehköche: Alles vorgeputzt, vorgeschnitten und vorgehackt in Schälchen vorbereitet oder auf dem Holzbrett in grünen, roten und weißen Straßen getrennt aufgelegt, dann – wenn die Pfanne heiß ist und etwas zerlassene Butter darin zu brutzeln beginnt – alles elegant und schnell hintereinander mit der Gelassenheit und dem Auge des Profi s zusammenkomponiert. Vorbereitet werden fünf oder sechs selbstgezogene Kirschtomaten (vierteln reicht), ein Streifen ganz klein und würfelig geschnittener Speck, gehackter Schnittlauch (wenn nicht vorhanden stattdessen eine halbe Zwiebel) sowie ebenfalls frisch und gehackt: Rosmarin und Thymian aus dem Kräutergarten (oder Quendel – wilder Thymian – von der Almwiese), außerdem grobzerrissene Basilikumblätter: Zuerst die kleinen Speckwürfel leicht glasig anbraten, dann die gehackten Zwiebeln hinzu. Sehr schnell danach folgen dann die Eier, damit die Zwiebeln ja nicht bräunlich werden, dann nach etwas Rühren Schnittlauch, Rosmarin, Thymian, schwarzer Pfeffer und eine Fingerspitze Salz. Erst etwa eine Minute vor dem Servieren gebe ich die Basilikumblätter dazu, weil diese sich schnell dunkel verfärben. Mein Lieblingsserviervorschlag: Eine Scheibe frisches Bauernbrot auf einem Holzbrett mit etwas selbstgemachter Butter bestreichen, darauf die Eierspeis und vielleicht zwei junge Löwenzahnblätter mit einer essbaren Blüte für die Optik. Das Ganze (wenn vorhanden) mit Messer und Gabel verputzen.
