Auf dem roten Teppich: Judith Kern
Die Schriftstellerin über sich selbst das große Glück, wenn man Wörter zum Klingen bringen kann!
Beschreiben Sie sich mit drei Worten!
Judith Kern: Neugierige Spaziergängerin mit einem Faible für schöne Landschaften.
Was macht Ihnen schlechte Laune, was macht Ihnen Freude?
Judith Kern: Da ich trotz meines Hangs zum Müßiggang auch ein ungeduldiger Mensch bin, habe ich es noch nicht geschafft, mir eine Zen-Haltung zuzulegen, wenn ich im Supermarkt an der falschen Kasse stehe, auf den einmal mehr sich verspätenden Zug warten muss oder in der Zeitung wieder lese, wofür leider kein Geld vorhanden ist und wofür dann eben doch. Mein Programm dagegen? Warme Füße und ein Teller Penne all’arrabiata. Ich liebe gutes Essen, lange Gespräche mit Fremden und Freunden, Spaziergänge zu allen Jahreszeiten, und überhaupt mag ich Anregungen aller Art, seien es zufällig aufgeschnappte Satzfetzen an der Bar, ein mich berührender Film oder eine Ausstellung, die mich fordert.
Sie können Frühstück, Mittag- und Abendessen an drei unterschiedlichen Orten auf der Welt einnehmen – wohin führt Sie diese Reise?
Judith Kern: Zum Frühstück fahre ich im Sommer auf jeden Fall nach Neuendorf auf Hiddensee, lasse mich von einer milden Brise wecken und lausche der Stille. Zum Mittagessen geht es nach Paris, mitten hinein in das geschäftige Treiben, und abends reise ich ans andere Ende der Welt, nach Sydney, dort wollte ich schon immer mal hin.
Kaffee oder Tee?
Judith Kern: Es ist nicht so, dass ich ohne Kaffee am Morgen nicht lebensfähig wäre, aber ein Morgen ohne Kaffee ist einfach kein so guter Morgen. Danach allerdings reicht Tee.
Wie sieht ein perfekter Tag für Sie aus?
Judith Kern: Kaffee ans Bett, heiße Dusche, schreiben, schreiben, schreiben, kürzen, wegwerfen, neu schreiben, zwischendurch ein kurzes Gespräch mit lieben Menschen, den Kopf auslüften bei einem Spaziergang am Wasser, wenig später sitze ich an einem gedeckten Tisch mit einem schönen Glas Rotwein, und je länger wir so sitzen und reden, desto mehr sprudeln die Ideen. Und mit den Plänen für morgen und übermorgen und überübermorgen im Kopf vielleicht noch einen Drink in der Bar nebenan nehmen und danach ab ins warme Bett.
Woher kommen die Inspirationen zu Ihren Büchern?
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