Die dunklen Seiten von L.A.
Bestsellerautor Michael Connelly und sein Serienheld Harry Bosch
„Es geht auch gut: Die Bosch-Bücher sind der Spiegel harter Realität“ schwärmt die Süddeutsche Zeitung. 1992 erschien mit "Schwarzes Echo" der erste Band von Michael Connellys Krimiserie um Harry Bosch, Mordermittler beim Los Angeles Police Department (LAPD). Mit „Neun Drachen“, dem fünfzehnten Buch der Reihe, hat Connelly nun nicht nur den schnellsten sondern auch den persönlichsten aller Bosch-Romane geschrieben. Was mit Routine in einem Mordfall beginnt, entwickelt sich zu einem sehr persönlichen Konflikt, bei dem erstmals Boschs Tochter eine wichtige Rolle spielt. Lesen Sie mehr über den Roman und Harry Bosch, den besessenen Kämpfer gegen das Unrecht.
„Neun Drachen“ beginnt mit einem Raubüberfall auf einen Getränkemarkt im Ghetto von South L.A., bei dem der chinesisch-stämmige Ladenbesitzer John Li ermordet wurde. Detective Harry Bosch, der bei seinen Ermittlungen von der Asian Crimes Unit unterstützt wird, findet rasch einen Verdächtigen: das Mitglied einer chinesischen Triade aus Hongkong, an die John Li Schutzgeld gezahlt hat. Doch bevor Bosch ihn festsetzen kann, erfährt er, dass seine 13-jährige Tochter Madeline, die mit ihrer Mutter in Hongkong lebt, entführt wurde. Kurzentschlossen fliegt Bosch nach Hongkong, um dort auf eigene Faust, unterstützt von seiner Ex-Frau Eleanor und deren chinesischen Partner, nach seiner Tochter zu suchen. In einer für ihn fremden Umgebung setzt Bosch alles aufs Spiel, um Madeline zu finden. Es beginnt ein rasanter Wettlauf gegen die Zeit...
„Neun Drachen“ ist ein ungewöhnlich schneller und Action geladener Bosch-Roman, dessen Handlung sich im Prinzip innerhalb von drei Tagen abspielt. Bosch wird von den Straßen Los Angeles in den Untergrund von Hongkong katapultiert und ist zu allem bereit. Nichts kann ihn aufhalten, um das Leben seiner Tochter zu retten, von deren Existenz er im Roman „Letzte Warnung“ erfahren hatte. So zeigt der Roman Bosch erstmals von seiner verletzlichsten Seite – als Vater:
Sein ganzes Leben lang hatte Harry Bosch geglaubt, eine Mission zu haben. Und um diese Mission durchführen zu können, musste er kugelsicher sein. Er musste sich und sein Leben so gestalten, dass er unverwundbar war, dass ihm nichts und niemand etwa anhaben konnte. Das alles hatte sich an dem Tag geändert, an dem er der Tochter vorgestellt worden war, von der er nicht gewusst hatte, dass er sie hatte. In diesem Moment hatte er gewusst, dass er gleichzeitig gerettet und verloren war.... Er wusste, eines Tages würde die Finsternis sie finden und dazu benutzen, ihn unterzukriegen. („Neun Drachen“)
In „Neun Drachen“ tritt dieser von Bosch lange gefürchtete Moment ein und die Entführung Madelines trifft seinen wunden Punkt: die Bindung zu seiner Tochter und seine Schuldgefühle, ein schlechter Vater zu sein.
Das Porträt: M. Connelly
Weitere Lesetipps
Michael Connelly
Neun Drachen
EUR (D)
9,99
Colin Harrison
Der Moloch
EUR (D)
8,99
Gregg Hurwitz
Tödlicher Fehler
EUR (D)
14,99