Dr. Impossible kehrt zurück
Die Supernöte der Superhelden
Spiderman verrät nur die halbe Wahrheit, wenn er sagt: „Aus großer Kraft folgt große Verantwortung.“ Hinzu kommen nämlich Existenzängste, Öffentlichkeitsarbeit und ein frustrierendes Privatleben. Mit „Dr. Impossible schlägt zurück“ schafft der amerikanische Videospiel-Designer Austin Grossman nicht nur einen Roman voller Action, sondern auch eine Parodie auf den Superhelden-Mythos. Während er seine Geschichte um den Kampf zwischen Gut und Böse entfacht, legt er das Seelenleben von Superhelden oder Superschurken schonungslos offen.
Als eines von 1.686 auf Erden lebendes Wesen mit Superkräften hat es Dr. Impossible trotz seines unglaublich hohen IQs nicht leicht: Bereits zwölf Mal versuchte der viertgefährlichste Mann der Welt die Weltherrschaft an sich zu reißen. Aus Rache für seine unglückliche Kindheit, aus Frust über eine gescheiterte Beziehung, und weil er nichts Besseres mit seiner Intelligenz anzufangen wusste. Zwölf Mal hat es leider nur fast geklappt. Dieser Mann weiß, wie weh Scheitern tut. Als Fleisch gewordener Super-Gau gewährt er seinen Leser tiefe Einblicke ins komplexe Innenleben und den Alltag der Übermenschlichen.
Austin Grossman erzählt seine spannend-satirische Geschichte aus den Ich-Perspektiven von Dr. Impossible und dessen Kontrahentin Fatale, einer jüngst ins „Champions“-Superheldenteam rekrutierten Cyborg-Frau. Im Mittelpunkt steht Dr. Impossibles Welteroberungsplan und seine Gefechte mit der Superhelden-Elite. Dabei hebt sich sein Roman deutlich von all den Geschichten um Maskierte, Wahnsinnige und Weltenretter ab. Denn Dr. Impossible ist, wie sein Name schon sagt, ein Super-Bösewicht, der am unteren Rande seiner Möglichkeiten operiert – was irre komisch ist.
Typische Probleme eines Superschurken
-Quälend: die Frage nach dem richtigen Outfit.
„Ein Cape zu tragen ist im gesellschaftlichen Leben nicht unbedingt von Vorteil.“
-Schwierig: Frauen kennenlernen.
„Selbst Superschurkinnen wollen sich lieber mit einem Helden verabreden.“
-Wiederkehrende Selbstzweifel.
„Vielleicht hätte ich ein Held werden sollen?“
-Mangelnde Anerkennung vom Superheldenteam.
„Sie hätten die Nase gerümpft oder mich überhaupt nicht beachtet. Ein paar von denen habe ich auf der High-School kennengelernt.“
Das gute Image einer Superheldin ist hart erarbeitet
-Laufende Aktualisierung des Lebenslaufs für Bewerbungen beim Superhelden-team
-Ansprechende Gestaltung des Internetauftritts
-Pressemeldungen, Besuche von Wohltätigkeitsbällen und Rendez-vous mit Filmstars für die Medienpräsenz
Superhelden sind wie du und ich
Allergien (auf Irdium), Überwindung gescheiterter Beziehungen, gesundheitliche Probleme (mit entzündeten Waffen-Implantaten), die Angst, dass es neben dem schurkischen Weg auch einen anderen hätte geben können: Auch Superhelden haben ein Leben lang mit Schicksalsschlägen und Stolpersteinen zu kämpfen. Denn Superkräfte schützen nicht vor Existenzängsten.
Die Möglichkeit des eigenen Versagens ist auch dem Mann mit Weltherrschafts-Ambitionen bewusst. „Was einen Schurken ausmacht“, seufzt Dr. Impossible, „habe ich durch die Fernsehnachrichten über die großen Kämpfe in New York und Chicago gelernt. Ich konnte die Schurken daran erkennen, dass sie immer verloren haben, ganz egal, wie gut ihre Ideen waren.“
Seit Oktober 2008 hat „Dr. Impossible schlägt zurück“ bereits hunderte eBook-Leser in Deutschland für sich begeistert. Im Mai 2009 erscheint der Roman im Buchhandel.
Der 1969 in Massachusetts geborene Austin Grossman arbeitet als Videospiel-Designer, studierte Englische Literatur in Harvard und schreibt zurzeit an seiner Dissertation über Viktorianische Literatur.
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