Eine Sklavin mitten in London
Nach der Flucht aus der Sklaverei: Warum Freiheit manchmal nicht alles istWährend ganz Europa mit den Millenniums-Feierlichkeiten das neue Jahrtausend begrüßt, lebt sie, mitten in London, das Leben einer Sklavin: Die Geschichte der Sudanesin Mende Nazer hat Millionen Leser rund um den Globus schockiert – und ein internationales Medienecho ausgelöst. Das um 1980 geborene Mädchen war nach jahrelanger Erniedrigung und Gefangenschaft in Khartoum nach England verschickt worden – und als Leibeigende bei der sudanesischen Botschafterfamilie in London gelandet. Im Jahr 2000 gelang ihr schließlich die Flucht. Von ihrem skandalösen Fall erfuhr die Welt durch die Biografie, „Sklavin . Gefangen Geflohen Verfolgt“. Mit dem Weltbestseller verlieh sie vielen misshandelten Frauen eine Stimme, denn ihr trauriges Schicksal ist kein Einzelfall.
Heute ist Mende Nazar eine freie, wunderschöne, liebenswürdige Frau. In den vergangenen Jahren musste sie feststellen, dass Freisein allein noch nicht glücklich macht. In der Gefangenschaft hatte sie wenigstens ihre Träume zum Überleben: die Nubaberge, ihre Familie, die glückliche Kindheit. Nach der Flucht aus dem Haus des sudanesischen Botschafters fühlte sie sich in Europa – trotz der Aufmerksamkeit so vieler Menschen – lange einsam und bedroht. Sie bangte um ihre Familie, die einem grausamen Bürgerkrieg ausgeliefert war, und irgendwann stand für Sie fest: Es gibt nur einen Weg, um sich vollends zu befreien: Sie musste heim, zurück nach Afrika!
Zurück in den Sudan: Eine Reise voller Gefahren, Hindernisse und Widerstände
Mende nimmt erneut all ihren Mut zusammen und kehrt zurück zu ihren Wurzeln – 15 Jahre nach der Verschleppung aus ihrem Dorf. Damien Lewis, britischer Journalist und Sudan-Spezialist, der Mende bei der Flucht geholfen und ihr in den schwierigen Jahren seit der Befreiung zur Seite gestanden hatte, begleitete sie Ende 2006 auf ihrer Reise. Vorort erleben die beiden eine Zitterpartie, denn lange bleibt ungewiss, ob ihre Familie überhaupt zum vereinbarten Treffpunkt kommen kann.
Als Mende endlich in den Armen ihrer Eltern liegt, scheinen all ihre Träume wahr geworden zu sein. Doch das Land ist in den Kriegswirren ein anderes geworden. Die junge Frau erfährt, dass sie ist die berühmteste Tochter der Nubaberge geworden ist und spürt, dass ihre Heimat ihr Engagement braucht. Was Mende auf ihrer Reise ins Gestern erlebt hat, wie es ihr heute geht und was sie für Morgen plant, das beschreibt die in London lebende Autorin in ihrem zweiten autobiografischen Buch, „Befreit. Die Heimkehr der Sklavin“ – abermals gemeinsam mit Damien Lewis als Co-Autor.
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Lesetipp
Damian Lewis, Mende Nazer
Sklavin
EUR (D)
9,99