Interview mit Jennifer Haigh
Jennifer Haigh, die Autorin von "Auftauchen", berichtet über ihre Arbeit an dem Roman und ihre besondere Vorliebe für Scott!Was hat Sie auf die Idee gebracht, Auftauchen zu schreiben? War es ein Charakter, eine Szene oder irgendetwas ganz anderes?
Jennifer Haigh: Das ist schwierig zu sagen. Ich habe Jahre an diesem Buch geschrieben und weiß nicht mehr genau, was letztlich den Ausschlag gegeben hat. Es kann dieses Haus am Cape Cod gewesen sein …
Auftauchen ist das erste Buch von Ihren drei Romanen, das hauptsächlich in Massachusetts spielt. Wie kam es, dass Sie sich für Ihre Heimat als Setting für den Roman entschieden haben?
Jennifer Haigh: Wie alles, was ich schreibe, ist auch Auftauchen untrennbar mit seinem Setting verbunden. Paulette kommt aus einer Familie, wie man sie nur in Massachusetts antreffen wird – besessen von ihren Ahnen, stolz auf ihre lange Erbfolge, geneigt, die Familiengeschichte immer und immer wieder zu erzählen. Leute wie die Drews würde man zum Beispiel niemals in Nevada antreffen. Frank hingegen wurde nicht in so eine Familie hineingeboren – er wurde sozusagen in eine hineingepflanzt, was an und für sich schon interessant ist. Er gehört aber der einflussreichen, wissenschaftlichen Elite um Harvard und das Massachusetts Institute of Technology an. Und natürlich beeinflusst der Ort, an dem sie leben, auch ihre Kinder und die Erfahrungen, die diese machen; die Kinder werden beeinflusst von der Schule, auf die sie gehen oder der Freunden, mit denen sie Zeit verbringen. Wie jeder andere Mensch sind auch die McKotches das Produkt ihrer Lebensumstände. Zufällig ist da nichts.