Interview mit Sabine Kornbichler
Wie entwickeln Sie Ihre Stoffe? Wo holen Sie sich Anregungen?Die Ideen fliegen mir zu, manchmal falle ich auch darüber, wie zum Beispiel über einen hohen Bordstein, der in „Im Angesicht der Schuld“ eine Rolle spielt. Ich sehe oder höre etwas, und dann entwickelt sich eine Geschichte. Die Stichwörter liefert mir das tägliche Leben – in Form von kleinen Zeitungsnotizen, manchmal winzigen Szenen, die ich beobachte. Oder ein bestimmtes Thema interessiert und bewegt mich, wie zum Beispiel die Traumatisierung von Verbrechensopfern, die in „Gefährliche Täuschung“ eine Rolle spielt.
Wie sieht Ihr Tagesablauf als Autorin aus? Wann und wo schreiben Sie?
Da ich überhaupt keine Nachteule bin, arbeite ich am liebsten und auch am besten tagsüber. Nach dem Frühstück mit meinem Mann mache ich einen ausgiebigen Spaziergang mit unserem Hund. Danach setze ich mich in mein Arbeitszimmer und arbeite mit kleinen Unterbrechungen meist bis abends durch.
Welches Buch können wir als nächstes von Ihnen erwarten?
„Der gestohlene Engel“ ist mein jüngster Roman. Er handelt von den drei Freundinnen Sophie, Ariane und Judith. Als Ariane unheilbar an Krebs er- krankt, hat sie nur einen Wunsch: Ihre achtjährige Tochter Svenja soll keinesfalls bei ihrem Ex-Mann aufwachsen, da er nicht der leibliche Vater ist. Die einzige Spur, die zu dem wirklichen Vater führt, ist ein kleiner goldener Engel. Sophie macht sich auf die Suche nach der Herkunft dieses Talismans. Als sie sich bereits am Ziel glaubt, wird bei ihr eingebrochen und der Engel gestohlen. Kurz darauf entdeckt sie ihn in der Hand einer jungen Frau. Ariane bittet sie, die Suche aufzugeben. Doch Sophie kann nicht mehr zurück. Nicht einmal Judith, die mehr zu wissen scheint als sie zugibt, kann sie aufhalten. Als Sophie die Hintergründe aufdeckt, gerät sie in einen Gewissenskonflikt.
Herzlichen Dank für das Gespräch, Sabine Kornbichler.
Die Fragen stellte Elke Koch.
Sabine Kornbichler, 1957 in Wiesbaden geboren, wuchs an der Nordsee auf. Nach dem VWL-Studium in Hamburg arbeitete sie mehrere Jahre als Beraterin in einer Frankfurter PR-Agentur. Sie lebt und arbeitet heute als Autorin in Berlin. Gleich ihr erster Roman, "Klaras Haus", war ein großer Er- folg. Es folgten die Romane "Steine und Rosen", "Majas Buch", "Annas Entscheidung", "Nur ein Gerücht" und "Im Angesicht der Schuld" sowie der Kurzgeschichtenband "Vergleichsweise wundervoll".
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Lesetipp
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