Interview mit Stefan Kretzschmar
Lieber Stefan Kretzschmar, Ihre Biographie „Anders als erwartet“ wurde ein Bestseller – was bedeutet Ihnen das? Ist dieser Erfolg vergleichbar mit den sportlichen Triumphen, die Sie erlebt haben?Der Erfolg des Buches kam sehr überraschend. Deswegen freute es mich natürlich sehr. Die vielen E-Mails und Briefe als Reaktion auf das Buch waren rührend und bedeuten mir mehr als Erfolg. Mit den sportlichen Triumphen ist dies aber nicht zu vergleichen. Der Sport war und ist mein Leben und meine Leidenschaft.
Sie schreiben in Ihrem Buch sehr offen und authentisch über Ihre Handballkarriere und auch über Ihr Privatleben. Wie schwierig war das für Sie? Welche Reaktionen haben Sie darauf bekommen?
Es war nicht einfach, so privat zu schreiben, vor allem über das Verhältnis zu meiner Mutter. Im Nachhinein war es jedoch das Richtige. Das Verhältnis zu ihr hat sich sehr verbessert und wir haben jetzt eine ganz andere Ebene! Es gab viele Reaktionen, positive und negative, unterstützende und verurteilende … All diese haben mich zugleich gestärkt und zum Nachdenken gebracht! Vielen Dank dafür bei allen!
In den Medien werden Sie als „Enfant terrible des deutschen Handballs“, als unangepasste, schillernde Persönlichkeit dargestellt. War es Ihre Absicht, am Ende Ihrer aktiven Karriere mit dieser Rolle aufzuräumen? Wollten Sie zeigen, wie der Mensch Stefan Kretzschmar wirklich ist?
Das war meine Absicht. Ich bin nicht der Mensch, wie er in den Medien dargestellt wird. Das zu zeigen, war mir wichtig!
Wir feiern im Herbst den 20. Jahrestag des Mauerfalls. Sie haben Ihre Kindheit und Jugend in der DDR verbracht. Welche Bedeutung hat dieses Jubiläum für Sie?
Es führt mir vor Augen, wie alt ich bin. Es ist immerhin schon 20 Jahre her.
Ich bin ein romantischer Ostalgiker, der dem Mauerfall viel zu verdanken hat!
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Lesetipp
Stefan Kretzschmar
Anders als erwartet
EUR (D)
8,95