Interview mit Timothy Carter
Der Autor von "Dämonenhunger" über sein Schreiben, seine Helden und sich selbst
Timothy Carter, Jahrgang 1972, wurde in England geboren, lebt aber heute mit Frau und Katze in Toronto, Kanada. Sein erklärtes Ziel ist es, Leser bestens zu unterhalten. Seine Bücher sind dementsprechend schnell, actionreich und voller rabenschwarzem Humor.
Im Mittelpunkt Ihrer Romane stehen Kinder und Jugendliche, die phantastische Abenteuer bestehen müssen. Erfüllen Sie sich damit selbst einen Kindheitstraum?
Timothy Carter: In gewisser Weise ja. Aber ich bin immer noch kein Superheld, und ich habe es auch noch nicht geschafft, durch Raum und Zeit zu reisen. Solange ich diese Ziele nicht erreicht habe, wird das Kind in mir keine Ruhe geben. Aber immerhin beginnt es langsam, mit der Schriftstellerei gut zu laufen.
Sind Sie hauptberuflich Schriftsteller?
Timothy Carter: Leider ist die Schriftstellerei im Moment noch mein Nebenberuf. Mein eigentlicher Job ist nichts Aufregendes: Ich arbeite viel für Zeitarbeitsfirmen, war in verschiedenen Büros tätig und bin im Moment in einem Callcenter. Aber wer weiß, was ich nächsten Monat machen werde? Und ich hoffe, dass ich im Lauf der nächsten fünf Jahre so erfolgreich als Schriftsteller werde, dass ich davon leben kann.
Nehmen wir an, Sie könnten Ihr Leben mit einem Fingerschnippsen ändern – würden Sie Ihre Karriere dann ein bisschen beschleunigen und sich zu einem weltbekannten Autor machen, der schon in jungen Jahren seinen ersten Bestseller veröffentlich hat?
Timothy Carter: Nein, ich würde gar nichts verändern. Man sollte lieber nicht mit dem Raum-Zeit-Kontinuum herumspielen! Gut, ich wäre vielleicht gerne etwas selbstbewusster in der Highschool gewesen. Aber andererseits hat mich das, was war, zu der Person gemacht, die ich heute bin.
Was war die beste Entscheidung in Ihrem Leben?
Timothy Carter: Die beste Entscheidung, die ich jemals getroffen habe, war es, meine Frau zu heiraten. Und das wird auch immer die beste Entscheidung bleiben – keine andere kommt da ran.
Timothy Carters Romane fangen immer ganz normal an – doch dann wirft er seine jungen Helden in magische Abenteuer, die es in sich haben. In Dämonenhunger geht es um nicht Weniger als den Untergang der Menschheit, und in Böser Engel kehren die Engel auf die Erde zurück.
Wie kommen Sie auf die Ideen zu Ihren Büchern?
Timothy Carter: Meine Ideen kommen von überall her. Mein Leben, die Medien, Gespräche, die ich führe, und andere Dinge, die ich tue, inspirieren mich. Sich zu fragen, warum die Dinge so sind, wie sie sind, führt oft zu guten Ideen für eine neue Geschichte. Genauso ist es auch mit der Frage: „Was wäre wenn …?“ Außerdem mache ich mich gern über viele Sachen lustig – und auch daher kommt die eine oder andere Idee.