Interview mit Torkil Damhaug
Der Mann aus dem hohen Norden
- Name
Torkil Damhaug
- Geburtsdatum und -ort
8. November 1958, Lillehammer
- Wohnort
Lørenskog, Norway
- Verheiratet? Kinder?
Kurzum: 1 Ehefrau, 4 Kinder (7-21 Jahre), 1 kurz geschorener Retriever
- Ausbildung
Universitätsabschluss in Literatur und Sozial-Anthropologie (Bergen) und Medizin (Oslo).
15 Jahre lang praktischer Arzt, Spezialgebiet Psychiatrie.
- Sind Sie Vollzeit-Schriftsteller – oder haben Sie eine andere Ganztagsbeschäftigung?
Vollzeit-Schriftsteller seit 2006
- Wann und unter welchen Umständen haben Sie festgestellt, dass Sie ein Talent zum Schreiben haben?
Circa mit 17 Jahren begann ich meinen Freunden meine Geschichten vorzulesen. Im Alter von 18 bot ich meine erste Textsammlung einem Verlag an, und im selben Jahr wurde einer dieser Texte in einer Anthologie veröffentlicht. Es handelte sich um ein Gedicht in Gedenken an den tschechischen Studenten Jan Palach, der sich 1968 selbst anzündete, um gegen die sowjetischen Besatzungstruppen zu demonstrieren. Der Verleger gab mir 50 Kronen für das Gedicht (ca. 6 €). Sie wurden in drei Gläser Bier in einer Bar um die Ecke umgesetzt.
- Woher kommt die Inspiration für Ihre Romane? – Was hat Sie zu Ihrem letzten Buch animiert?
Inspiration erreicht mich überall: wenn ich Musik höre, mit meinen Kindern spreche oder mit meinen Freunden. Zeitungsartikel, Gespräche, denen man in der Bahn oder im Bus unbeabsichtigt lauscht oder Fremde, die man beobachtet, wie sie am Strand entlang laufen.
- Wie gehen Sie vor? Klassisch auf der Schreibmaschine, oder benutzen Sie einen Computer? Wie müssen wir uns Ihren Arbeitsplatz vorstellen?
Ich arbeite in einem kleinen Raum unter dem Dach unseres Hauses, umgeben von Büchern und mit einem Blick auf die bewaldeten Hügel am Horizont. Und ich blicke auf Felder, die häufig, wie in diesem Augenblick, mit Schnee bedeckt sind.
- Wie sieht Ihr Arbeitsalltag als Schriftsteller aus?
Früher habe oft in der Nacht geschrieben. Jetzt schreibe ich aber das Beste bei Tageslicht. Ich fange so früh wie möglich morgens an, bis ich von den Fallen des Alltags geschnappt werde.
- Welchen Rat geben Sie jungen Autoren?
Zögert nicht! Man hat viel mehr Energie in sich, als es manchmal scheint. Durchhalten ist die Parole.
- Welches war das erste Buch, das Sie gelesen haben? Weshalb ist es Ihnen in Erinnerung geblieben?
Es war wohl „The Empty House“. Es passierte gar nicht viel darin, soweit ich mich erinnere. Ein kleiner Junge war fasziniert von einem verdammten Haus. Er schaute durch eine zerbrochene Scheibe und war gefangen von der Angst, nicht erahnen zu können, was ihn erwartete. Und von dem Gefühl, dass etwas Furchtbares passiert war.
- Was macht Ihnen schlechte Laune?
Arroganz. Besonders, wenn sie gepaart ist mit dem Hunger nach Macht und der Gier, andere zu unterdrücken.
- ... und was Freude ?
Ski fahren in den Wäldern. Musik hören. Mit meinen Kindern spielen.
- Tee oder Kaffee?
Kaffee, schwarz und stark.
- Klassik oder Pop/Rock?
Ich beurteile Musik nicht nach ihrem Genre, sondern nach ihrer Wirkung – wann sie mich also unterhält oder langweilt. Ich höre sehr gerne klassische Musik, ebenso Jazz, Folk, Rock und Pop. Vor 25 Jahren habe ich einen Film gesehen, in dem der Musiker eines Stammes in der Kalahari auf einem einsaitigen, aus einer getrockneten Melone gefertigtem Instrument spielte. Den Rhythmus und die Stimmung, die er erzeugte, haben sich in mein Gehirn eingebrannt.
- Kino oder DVD?
Wenn möglich Kino – DVD nur, wenn es nicht anders geht.
Lesetipps
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