Laila El Omari im Interview zu Der Purpurhimmel
Jeder neue Roman ist wie ein neues Leben - die Autorin berichtet über ihre Arbeit an ihrem Roman "Der Purpurhimmel"
Wie sieht Ihr Alltag als Autorin aus?
Laila El Omari: Ich beginne vormittags mit Schreiben und Recherche, mache dann mittags eine Pause und schreibe nachmittags und oft bis in die Nachtstunden weiter. Zu Beginn eines neuen Projekts stehen anstelle der Schreibtage reine Recherchetage auf dem Programm sowie Arbeitstage in der Uni-Bibliothek.
Wie kommen Sie auf die Ideen für Ihre Romane?
Laila El Omari: Das ist ganz unterschiedlich. Mal ist es eine Epoche, die mich reizt und aus der heraus ich eine Geschichte entwickle, mal sind es einzelne Bilder, die sozusagen eine Geschichte in mir anstoßen. Es kommt auch vor, dass ich während der Recherchen zu einem Buch auf einmal an einem Thema festhänge, das einen wunderbaren Stoff für einen weiteren Roman abgeben würde.
Was hat Sie daran gereizt, diesen speziellen Roman, „Der Purpurhimmel“, zu schreiben?
Laila El Omari: Mich hat interessiert, wie die Menschen an diesem kargen Ort gelebt haben, wie es für sie gewesen sein muss, das pulsierende England zu verlassen, um in Gibraltar ihr Leben zu fristen. Dann kam die Zeit der Belagerung, wo es selbst an dem Nötigsten fehlte, und dennoch haben die Menschen ausgeharrt, auch die Frauen, obwohl es ihnen freigestanden hätte, Gibraltar zu verlassen und nach England zurückzukehren. Eines der wichtigsten Zeugnisse der Belagerung stellt das Tagebuch der Ehefrau von Colonel Green dar, die Gibraltar erst verließ, als sie es gesundheitlich nicht mehr länger ertragen konnte.
Sie schreiben historische Romane – was fasziniert Sie an diesem Genre? Was macht einen guten historischen Roman Ihrer Meinung nach aus?
Laila El Omari: Ich finde Geschichte einfach sehr interessant. Und vieles, was heute geschieht, können wir mit Blick auf die Historie der Orte oftmals wesentlich besser verstehen. Teilweise schwelen zwischen Völkern uralte Konflikte, die zwar jahrzehntelang beigelegt waren, dann aber wieder aufbrechen. Derzeit befasse ich mich mit frühester Kolonialgeschichte, und man kann schon gut erkennen, wie die Weichen für spätere Ereignisse gelegt wurden. Einen guten historischen Roman macht meines Erachtens intensive Recherche aus, aber auch das Erfassen des Zeitgeistes und korrekte Darstellung der Gesellschaft, in der die Geschichte angesiedelt ist.
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