Radiolegende aus China
Ihre Sendung Words on the Night Breeze machte Sie in China zur Kultmoderatorin: Xinran. Unter den Argusaugen der kommunistischen Zensur verlieh die Journalistin chinesischen Frauen erstmals eine Stimme. Es war Xinran, der sie in der Livesendung ihre leidvollen Geschichten von Unterdrückung, Sehnsucht und Scham erzählten. Es war Xinran, die als Reporterin durch die Republik reiste und hunderten von Frauen in Stadt und Land zuhörte. Sie operierte in Chinas „Öffnungsjahren“ der 1980er und 90er am Rande ihres beruflichen und persönlichens Ruins, denn es war gefährlich, derart offen zu berichten – für Frauen zumal.Die Nummernmädchen – aus dem Mittelalter ins 21. Jahrhundert
In ihrem zweiten Roman erzählt die Autorin die authentische Geschichte von sechs Mädchen aus der tiefen chinesischen Provinz. Ihre Recherchen gründen sich wiederum auf zahllose Gespräche mit Mädchen und Frauen im heutigen China: Bauer Li hat es nicht geschafft, einen Sohn, einen „Dachbalken“, zu zeugen, was einen kompletten Gesichtsverlust vor den Dorfbewohnern zur Folge hat. Seine Töchter, so genannte „Essstäbchen“, sind ihm so bedeutungslos, dass er ihnen nicht einmal Namen gibt – lediglich Nummern. Die mutige „Drei“ will nicht das Schicksal ihrer älteren Schwester erleiden und gegen ihren Willen verheiratet werden. Sie geht nach Nanjing und sucht dort Arbeit. Schließlich holt sie „Fünf“ und „Sechs“ hinterher. Die Mädchen stehen erst einmal unter Kulturschock, trennen Stadt und Land doch Welten ...
Xinran,
was auf Chinesisch „mit Freuden“ heißt, wurde 1958 in Beijing geboren und arbeitete jahrelang als Radiojournalistin. Auf der Basis ihrer Sendung entstand ihr erster internationaler Bucherfolg "Verborgene Stimmen. Chinesische Frauen erzählen ihr Schicksal." 2005 folgte das Romandebüt "Himmelsbegräbnis". 1997 verließ sie China und lebt seither mit ihrem Sohn und ihrem Ehemann in England.
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