Rembrandts Leben
Am 15. Juli 1606 wird Rembrandt, der mit vollem Namen Rembrandt Harmenszoon van Rijn hieß, in Leiden geboren. Er ist der Hauptmeister der Barockmalerei in den Generalstaaten (nördlichen Niederlanden) und Gegenpol zu seinem älteren Zeitgenossen Peter Paul Rubens in den Spanischen Niederlanden (Flandern).Rembrandts Vater, ein angesehener Müller, ermöglichte seinem Sohn in Leiden eine gediegene Ausbildung: den Besuch der Lateinschule (1613-20), ein Studium an der philosophischen Fakultät der Universität und schließlich ab 1621 eine Lehre bei dem einheimischen Maler Jacob Isaacsz van Swanenburgh (1571-1638). 1625 bildete sich Rembrandt ein halbes Jahr bei dem Historienmaler Pieter Lastman in Amsterdam fort. Dessen Stil sowie bald auch jender der Utrechter Caravaggisten Abraham Bloemaert und Gerard van Honthorst prägten Rembrandts Frühwerk. Seine kleinformatigen Bilder meist religiösen Inhalts sind daher durch starke Helldunkel-Kontraste und dramatische, fast bühnenhafte Szenen geprägt (z.B. Judas bringt die 30 Silberlinge zurück, 1629). In seiner gleichzeitigen Grafik setzte sich Rembrandt mit der Ausdrucksvielfalt der menschlichen Physiognomie auseinander.
Nach einigen Jahren selbstständiger Tätigkeit in Ateliersgemeinschaft mit Jan Lievens (1607-74) in seiner Geburtstadt Leiden übersiedelte Rembrandt Ende 1631 aus ökonomischen Gründen für immer in die reiche Handelsstadt Amsterdam, wo er als Mitglied der Lukasgilde rasch zu einem der begehrtesten Maler wurde, mit großer Werkstadt, repräsentativem Haus und sogar beträchtlicher Kunstsammlung. Zu diesem Wohlstand trug 1634 auch seine Heirat mit Saskia Uylenburgh, der Tochter eines begüterten Juristen und Nichte des mit Rembrandt zusammenarbeitenden Kunsthändlers, bei. Rembrandt schuf nun biblische, mythologische oder historische Szenen genauso wie Gruppenbildnisse oder seine berühmten (Selbst-)Porträts, vereinzelt auch Landschaften sowie Stillleben und vermied damit die sonst in der niederländischen Malerei seiner Zeit übliche Spezialisierung auf eine Gattung.
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Die scharfen Lichtkontraste der frühen Bilder wichen einer malerischen Lichtmystik und einer intensiveren Farbigkeit. 1632 entstand Rembrandts erstes Gruppenbild, die Anatomie des Dr. Nicolaes Tulp, die diese Bildgattung aus der additiven Zusammenstellung von Einzelporträts und ihrer repräsentativen Starre löste. Weitere Höhepunkte dieser zweiten Phase Rembrandts erfolgreichster sind Werke wie die Blendung Simsons (1636), die Einflüsse der Malweise Rubens nicht verleugnen kann, oder die sog. Nachtwache (1642) für das Hauptquartier der Büchsenschützen im Amsterdam.
Aufgrund von Misswirtschaft und Spekulation geriet Rembrandt nach dem Tod Saskias (1642) bald in finanzielle Schwierigkeiten, wurde 1656 zahlungsunfähig und musste zusehen, wie sein Haus (das heutige Museum Het Rembrandthuis) und der ganze übrige Besitz zwangsversteigert wurden. Rembrandt zog sich aus dem öffentlichen Leben zurück. Sein (ebenfalls als Maler tätiger) Sohn Titus (1641-68) und seine neue Lebensgefährtin (ab 1647), das Dienstmädchen Hendrickje Stoffels, die beide noch vor Rembrandt sterben sollten, übernahmen seine Kunsthandlung, sodass der Gewinn daraus nicht als Einnahme Rembrandts gepfändet werden konnte.
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