Tatort Tegernsee
Andreas Föhrs urbayerische Krimireihe
Das mörderische Treiben am Tegernsee geht weiter. In Karwoche ermitteln die Polizeibeamten Wallner und Kreuthner ihren dritten Fall vor grandioser Bergkulisse und idyllischer Geranienpracht. Wir stellen Ihnen das äußerst eigenwillige aber sympathische Ermittlerteam der Kripo Miesbach vor.
„Mia san mia“ am Tegernsee könnte das Motto für Andreas Föhrs urbayerische Krimireihe lauten. Der erfolgreiche Drehbuchschreiber und Friedrich-Glauser-Preisträger ist selbst am Tegernsee aufgewachsen und würzt seine ausgeklügelten Kriminalplots mit jeder Menge Lokalkolorit, Witz und Situationskomik. Die Krimis leben von der reizvollen Landschaft, unverwechselbaren Atmosphäre und dem ganz besonderen Menschenschlag im idyllischen oberbayerischen Landstrich rund um den Tegernsee. Mit dem ewig frierenden Kommissar Wallner, dem liebenswert-skurrilen Großvater Manfred und dem querschädeligen Polizeiobermeister Kreuthner hat Föhr bayerische Charakterköpfe geschaffen, die dem Leser schnell ans Herz wachsen und für jede Menge „Gaudi“ sorgen.
Polizeiobermeister Kreuthner hat immer „an Schmarrn im Kopf“
Granteln, saufen und zocken – das kann der Kreuthner Leonhardt am besten. Dabei ist das Miesbacher Urgestein Polizeiobermeister und führt „die Dorfpolizistentradition des Urgroßvaters in ungebrochener Linie“ fort. Doch was er nach Feierabend macht, geht seiner Meinung nach keinen was an und das Polizeiaufgabengesetz geht ihm eh „am Arsch vorbei.“ Er erlaubt sich einfach nur „die eine oder andere lässliche Sünde, ein Begriff, der sich in Bayern einer weiteren Auslegung erfreute als anderswo.“ Und so sorgt der Kreuthner am Tag im Namen des Staates für Recht und Ordnung und am Abend spielt er als Privatmann um hohe Beträge Karten, fährt betrunken Auto, kauft günstige Schnäppchen von Kleinkriminellen oder fährt auf öffentlichen Straßen Autorennen.
Doch auch in Uniform verbricht der Kreuthner immer wieder den ein oder anderen „haarsträubenden Mist“: fälscht Gerichtsbeschlüsse oder schickt unerfahrene Kollegen im Taucheranzug auf den Seegrund. „Kreuthners Verirrungen“ und sein „Hang zum Unseriösen“ bringen ihn immer wieder in Schwierigkeiten und so langsam kann er sich wirklich „nix mehr leisten“; ja, seine Vorgesetzten wollen ihm doch wirklich ein Disziplinarverfahren „anhängen.“
Da hilft es auch nicht, dass er den alten Zeiten hinterher trauert, in denen eine Hand die andere gewaschen hat und die Polizei nicht von „eiskalten Bürokraten“ geführt wurde. Dabei ist „der Mann kein schlechter Polizist,“ wie Mike Hanke, sein Kollege aus der Kripo, meint, „er hat nur manchmal eine sehr eigene Art.“ In gewissen Polizeikreisen kursiert sogar schon der Spitzname „Leichen-Leo,“ denn Kreuthner hat schon die eine oder andere Leiche aufgespürt und greift der Kripo immer wieder hilfreich unter die Arme. Der Kreuthner verlässt sich einfach auf seinen Instinkt und hat immer wieder den richtigen Riecher. Unersetzlich sind natürlich auch seine zahlreichen Spezln und guten Connections zu Kleinkriminellen im Landkreis, die ihn mit delikaten Informationen versorgen. Aber sein Stammplatz ist und bleibt das Tegernseer Bräustüberl, auch wenn er der Sauferei inzwischen abgeschworen hat: „Sechs Halbe am Abend und kein Tropfen mehr! Da war er eisern.“
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