Verlagsgruppe Droemer Knaur



Die Flucht der Magd

9783426442166
Erhältlich bei Ihrem Buchhändler und in diesen Formaten:
E-Book, Knaur eBook
02.11.2016, 604 S.

ISBN: 978-3-426-44216-6
Diese Ausgabe ist lieferbar
6,99
inklusive 19%
Mehrwertsteuer

Historischer Roman

Opulenter historischer Roman um eine junge Magd, ein adeliges Kind, die verfluchte Lanze des Longinus und den Machtkämpfen zwischen Kirche und Krone.
Rhyntal 1322: Die Leibeigene Hanna wird als Magd auf die Burg Montfort gebracht, wo sie von nun an für den Grafen arbeitet. Bald macht das Gerücht die Runde, dass es in der Dachkammer spukt. Doch die neugierige Hanna entdeckt, dass es sich dabei um eine entführten Jungen handelt. Um das Leben des Jungen zu retten, beschliesst Hanna ihre gemeinsame Flucht ins ferne Rhyntal. Doch der Arm des Grafen reicht weit...

Die Autorin

Doris Röckle

Portrait von  Doris Röckle

Doris Röckle-Vetsch, geb. 1963, lebt mit ihrer Familie in Vaduz im Fürstentum Liechtenstein. Nebst ihrer Tätigkeit im medizinischen Sektor gehört...

zur Autorin Bücher von Doris Röckle

Lesetipps

Du hast dieses Buch schon gelesen? Dann , um es hier weiterempfehlen zu können.

Die Flucht der Magd führt uns ins Rhyntal im Mittelalter. Nach einem kurzen Prolog, der zeitlich ein ganzes

Stück vor der eigentlichen Handlung spielt, begleitete ich die Leibeigene Hanna auf die Burg ihres Herrn, wo sie als Magd dienen soll. Hanna, die durch die Pocken gezeichnet ist, hat es nicht leicht und muss sich das ganze Buch über mit unterschiedlichen Vorurteilen, Beschimpfungen und Neid auseinandersetzen. Diese reichen von leichtem Aufziehen bis hin zu Beschuldigungen, die ihr Leben bedrohen. Aber sie findet neben zahlreichen und teils einflussreichen Feinden, auch echte Freunde, die ihr beistehen.

Hanna ist die Hauptprotagonistin der Geschichte. Sie hat das Herz am rechten Fleck, aber ihre Versuche einem kleinem Jungen zu helfen, bringen sie nicht nur in Schwierigkeiten, sondern auch in eine Lage, in der sie immer wieder entscheiden muss, was sie tun soll. Ich konnte Hannas Lage zwar verstehen, vor allem zu dieser Zeit und den gesellschaftlichen Verhältnissen, aber ich konnte nicht alles nachvollziehen. Vor allem als Hanna erkannte, wer die Eltern des Jungen sind, fand ich die Gründe ihrer Entscheidung nicht ausreichend erklärt. Mir fehlte es die ganze Zeit über an einer wirklichen Bindung zu ihr. Was vielleicht auch am Erzählstil lag. Aber nachdem ich sie anfangs als sehr angenehm empfand, habe ich im Laufe der Geschichte irgendwie das Interesse an ihr verloren. Da haben mich die Freiherren und Kleriker mehr angesprochen, auch wenn die meisten von denen total unsympathisch waren.

Der Schreib- und Erzählstil war angenehm, aber sorgte bei mir auch für eine gewisse Distanz zu den Personen. Ich bin anfangs etwas schwer in die Geschichte reingekommen, weil ich mich erst daran gewöhnen musste, dass nicht alles aus der Sicht von Hanna und einigen ausgewählten Personen erzählt wurde, sondern der Erzähler stattdessen immer zu Orten und Personen sprang, wo etwas Interessantes für die Handlung zu erfahren war. Die Schilderungen der damaligen Verhältnisse sind düster und eindrücklich.
Die knapp 600 Seiten sind in 9. Kapitel geteilt, die dementsprechend lang sind. Ich selbst konnte die Einteilung nachvollziehen und durch Absätze lassen sich innerhalb der Kapitel gute Stellen für Pausen finden. Auch wenn die Pausen bei mir zum Ende hin selten vorkamen. Nach der Flucht von Hanna gibt es zwar einige Stellen, die ein bisschen gezogen haben, aber immer neue Wendungen und Entscheidungen von Hanna bzw. ihren Feinden lässt die Spannung immer wieder aufleben.

Schade fand ich, dass kein Epilog da war. Ich erwarte von einem Buch mit Prolog auch einen Epilog. Ich hätte gerne gewusst, wie es mit Hanna, dem Jungen oder sogar der Lanze weitergeht. Aber da ist wohl meine eigene Fantasie gefragt.

Isbel, 06.07.2017

Gut recherchierter historicher Roman

Hannah, die Protangistin diese Romans, kommt als leibeigene auf die Burg Montfort, auf der sie als Waschmagd arbeiten soll. Als die neue Gemahlin der Grafen auf der Burg eintrifft, soll sie eine Kammer reinigen und bemerkt das dort ein kleiner Jungen gefangen gehalten wird.Hannah flieht mit dem Jungen von der Burg.
Besonders gefallen hat mir, dass Hannah sehr menschlich und unvollkommen dargestellt wird, sie hat ein von Pockennarben übersähtes Gesicht und hinkt, möchte aber gerne den Jungen retten.
Die Darstellung der Flucht ist sehr spannend. Man lernt das Leben der unterschiedlichen Klassen des Mittelalters gut, machmal aber zu langatmig kennen.
Insgesamt hat mir der Roman recht gut gefallen, da er spannend war und flüssig gelesen werden konnte.

Ursula, 10.04.2017

Die Flucht der Magd ist ein spannendes und sehr anregendes Buch aus dem Mittelalter. Die Ränkespiele der

"Hohen Herren" und die Lebensumstände des "einfachen Volkes" werden sehr anschaulich beschrieben und man kann bestens mit Hanna mitfühlen. Die Parallelgeschichte um die Lanze kommt mir persönlich ein wenig zu kurz, ähnlich wie die emotionale Geschichte der Protagonistin im letzten Drittel des Buches. Alles in alles ist es ein Buch das sehr viel Spaß macht, wenn man sich für das Mittelalter interessiert. Sehr schön geschrieben und ungemein unterhaltsam.

Das Ende ist recht offen gehalten, was vielleicht auf einen zweiten Teil hoffen lässt?!?!

PrinzPoldi, 03.04.2017

"Die Flucht der Magd" von Doris Röckle spielt im 14. Jahrhundert in Rhyntal. Die Magd Hanna wird auf

die Burg Montfort gebracht. Eines Tages entdeckt sie in einer kleinen Kammer in der Burg einen kleinen Jungen und nimmt sich seiner an. Jedoch flieht Hanna mit dem Jungen von der Burg nachdem er fast am Fieber gestorben wäre und sie schließen sich einer Gruppe von Salzhändlern an. Hanna hofft für sich und den Jungen in Rhyntal eine Unterkunft zu finden, aber sie werden leider entdeckt und Hanna wird wegen Kindesentführung und Hexerei angeklagt. Wird Hanna nun der Hexenprozess gemacht oder kann sie ihre Unschuld beweisen?
Der Roman ist spannend aufgebaut und der Schreibstil sehr flüssig. Was mir sehr gut gefiel waren die Detailreichen Beschreibungen und die guten Recherchen von Doris Röckle in Bezug auf das damalige Leben in dieser Zeit. Dabei wurde nichts beschönigt oder verklärt wie es in anderen historischen Romanen der Fall ist. So hat zum Beispiel die Hauptprotagonistin Hanna Pockennarben und einen Hinkefuß, aber so war das in dieser Zeit. Man merkt auch, dass die Protagonisten sehr gut ausgearbeitet wurden und ich habe schon mit dem ein oder anderen mitgelitten oder mitgefiebert. Deswegen gibt es von mir 5 Sterne. 

Sancro82, 28.03.2017

Die Leibeigene Hanna wird als Magd auf die Burg Montfort gebracht. Dort soll sie für den Grafen als Waschmagd

arbeiten. Als kurz nach Hanna die neue Gemahlin auf der Burg eintrifft, soll sie mit ihrer Freundin Lena eine geheimnisvolle Kammer neben den Gemächern der Gräfin sauber machen und einrichten.

Bald bemerkt Hanna, dass dort ein kleiner Junge gefangen gehalten wird. Als es ihm immer schlechter geht, fasst Hanna einen folgeschweren Entschluss. Trotz winterlicher Temperaturen flieht Hanna mit dem Jungen von der Burg. Jedoch hat sie nicht mit den Häschern des Grafen gerechnet, die sich ihr schon bald an die Fersen heften …

Ich muss zugeben, dass ich von dem Druck und der Bindung des Buches überrascht war. Als es hier ankam, war ich zunächst verwundert, wie dick das Buch doch ist und wie klein im Verhältnis dazu. Das Format erleichterte das Lesen nicht unbedingt.

Die Geschichte dagegen war sehr schön geschrieben. Hanna ist zwar eine Leibeigene, aber auf der einen Seite möchte sie dagegen aufbegehren, auf der anderen hat sie auch wieder Angst vor den möglichen Folgen. Als eine einfache Magd steht sie ziemlich weit unten, weiß aber zeitgleich sich durchzukämpfen, wo sie Hilfe oder Rat findet und schätzt diesen. Die Gedankengänge, ihre Handlungen waren für mich nachvollziehbar, auch wenn ich selbst manches Mal anders reagiert hätte.

Der Schreibstil ist flüssig, spannend, aber auch plastisch. Nicht nur Hanna, auch die anderen Protagonisten bekommen ein eigenes „Gesicht“ verliehen. Die Autorin beschreibt schwierige Handlungen nachvollziehbar und für das Kopfkino gut vorstellbar, ohne sich dabei zu sehr ins Detail zu verlieren.

Hanna ist mit ihrem Hinkefuß und ihrem Pockennarbengesicht wahrlich keine Heldin, aber das muss sie auch nicht sein. Sie ist ein einfaches Mädchen aus dem Volk, dem das Wohl eines ihr unbekannten Jungen am Herzen liegt. Ihr Bestreben ist es, ihn gesund in Sicherheit zu wissen und dafür nimmt sie einige Gefahren auf sich. Als Leser darf man sie begleiten und hoffen, dass es bald zu einem guten Ende kommen wird.

Fazit:
Für ein Erstlingswerk eine solide Geschichte mit einer sympathischen Protagonistin, die dem Leser nicht nur das Leben als einfache Magd präsentiert, sondern ihn auch in das Leben der einfachen Leute in und um eine Burg blicken lässt.

Tanzmaus, 18.01.2017
↑ nach oben