Verlagsgruppe Droemer Knaur



Sklavenkind

9783426410172
Erhältlich bei Ihrem Buchhändler und in diesen Formaten:
E-Book, Knaur eBook
14.03.2011, 320 S.

ISBN: 978-3-426-41017-2
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Mehrwertsteuer

Verkauft, verschleppt, vergessen – Mein Kampf für Nepals Töchter

Meine Mutter weinte, und ich weinte auch. Der Mann packte mich am Arm und zog mich mit sich fort. Die Hütten, das Dorf und die Felder sahen aus wie immer. Aber für mich sollte von diesem Tag an nichts mehr so sein wie früher.
Urmila ist sechs Jahre alt, als ihre Familie sie aus der Not heraus als Kamalari – Sklavenmädchen – verkauft. Von nun an muss sie weit fort von zu Hause arbeiten und reichen Herrschaften dienen. Sie erhält nur Reste zu essen, wird gedemütigt, schikaniert und ausgebeutet. Zwölf Jahre dauert ihr Martyrium, dann kommt sie endlich frei. Doch die Zeit in der Sklaverei hat sie stark gemacht. Urmila ist nicht länger bereit, das Unrecht hinzunehmen. Sie organisiert einen Protestmarsch von mehreren hundert Kamalari zum Regierungssitz und fordert ihren Lohn für die jahrelange Ausbeutung. Und das ist erst der Anfang, denn Urmila will ihren Kampf so lange fortsetzen, bis die letzte Kamalari befreit ist.

Sklavenkind von Urmila Chaudhary · Nathalie Schwaiger: im eBook erhältlich

Die Autorin

Urmila Chaudhary

Portrait von  Urmila Chaudhary

Urmila Chaudhary konnte sich nach ihrer Freilassung aus der Sklaverei ihren Traum erfüllen und endlich zur Schule gehen. Nach ihrem Abschluss möchte...

zur Autorin Bücher von Urmila Chaudhary

Die Autorin

Nathalie Schwaiger

Portrait von  Nathalie Schwaiger

Nathalie Schwaiger, 47, aufgewachsen in Südfrankreich und Brüssel, lebt derzeit in München. Seit 1994 schreibt die Journalistin und Autorin u.a. für...

zur Autorin Bücher von Nathalie Schwaiger

Pressestimmen

"Sklavenkind" ist ein großartiges Buch. Es ist flüssig, gut, einfach und verständlich geschrieben. Jeder andere Stil hätte dem Buch geschadet. Es findet sich kein Pathos, klein falsches Mitgefühl, es drückt nicht auf die Tränendrüse. Gerade dadurch ist es so eindringlich..." Esther Klung<br />

k-colors of korea, 18.04.2011

"Erlebnisbericht aus erster Hand."

annabelle (CH), Schweiz gesamt

"Ihr Buch erzählt eine beeindruckende Geschichte von Mut und unerschütterlicher Hoffnung."

NDR Fernsehen - Kulturjournal, 02.05.2011

Lesetipps

Du hast dieses Buch schon gelesen? Dann , um es hier weiterempfehlen zu können.

Urmila Chaudhary erzählt in diesem Buch eine außergewöhnliche Geschichte, ihre eigene Geschichte. Eine über das
Leben eines

Mädchens aus Nepal.
Schon mit 6 Jahren wird Urmila zur Kamalari und von da an begann für sie ein komplett anderes Leben, jedoch ein solches, wie es für

die Frauen und Mädchen aus Nepal typisch ist.
Kennt man die Bedeutung des Wortes Kamalari nicht, könnte man noch etwas Schönes dahinter vermuten, denn dieses Wort mag so

gar nicht das auszudrücken, was hinter ihm steckt: Sklavin.
Genau das bestand Urmila bevor: Ein Leben als Sklavin reicher Leute, wo sie unter menschenunwürdigen Verhältnissen leben muss.

Mit diesem Buch möchte Urmila darauf aufmerksam machen, wie es den Frauen auch heute noch in Nepal ergeht, sie möchte etwas

bewegen und anderen jungen Mädchen ein solches Leben ersparen.

Diese Geschichte hat mich wirklich geschockt und gepackt zugleich. Es ist erschreckend zu lesen, dass das Verkaufen der eigenen

Tochter oder Schwester, das Leben als Kamalari für die Mädchen dort auch heute noch als Tradition unter den Menschen gilt.
Erst beim Lesen dieses Buches wird einem auf fürchterliche Weise klar gemacht, unter welch schrecklichen Bedingungen diese

Mädchen leben müssen und das kaum einer etwas dagegen unternimmt.

Urmila Chaudhary legt auf wunderbare Art und Weise nahe, was sie elf Jahre lang, getrennt von ihrer Familie, durchmachen musste.
Dabei hat sie das perfekte Maß an Details gewählt um ihre Geschichte nachvollziehbar zu beschreiben. Sie hat sich auf das

Wichtigste beschränkt um nicht zu weit auszuholen, hat aber gleichzeitig ausreichend tiefgehend beschrieben um dem Leser deutlich

zu machen, wie ein Leben als Kamalari aussieht zu beschreiben.

Der Schreibstil ist wie dafür gemacht um eine solch schockierende Geschichte zu erzählen. Mit viel Gefühl taucht sie den Leser in

eine Welt ein, wie sie für uns völlig unvorstellbar scheint. Durch ausdrucksstarke Ausführungen schafft sie es den Leser vom Ernst der

Lage zu überzeugen und regt zum Denken an. Aber nicht nur während des Lesens macht man sich als Leser immer wieder Gedanken

zu diesem Thema, denn dies ist ein Buch das auch nachträglich seine Wirkung hat. Noch lange nach dem Beenden dieses Buches

kreisten meine Gedanken immer wieder um ihre außergewöhnliche und schockierende Geschichte.

Mit diesem Buch ist Urmila Chaudhary ein besonderes Werk gelungen, das auf seine Weise einzigartig ist und somit auf das

Schicksal der nepalesischen Mädchen aufmerksam macht. Ein Buch das man gelesen haben sollte, um sich selbst auf die Verhältnisse in Nepal aufmerksam zu machen.
Carina, 25.04.2011

"Obwohl ich als Mensch geboren wurde, war mein Leben bisher nicht eines Menschen würdig."
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Die erschreckende, aufrüttelnde Geschichte der Urmila Chaudhary macht auf menschenunwürdige Lebenssituationen aufmerksam, wie sie leider auch inmitten unserer heutigen, modernen und aufgeklärten Welt anzutreffen sind.
Bis zu ihrem 6. Lebensjahr verbringt die kleine Urmila eine glückliche Kindheit, obwohl ihre Familie in relativer Armut leben muss. Ein akuter Mangel an medizinischer Versorgung veranlasst den Bruder des Mädchens zum Handeln. Entgegen der Bitten der Mutter beschließt er, seine kleine Schwester für 4000 Rupien (das sind 40 Euro) als Kamalari zu verkaufen. Von nun an ist sie eine Sklavin und kein Mensch mehr.
Urmilas Leidensweg beginnt nun damit, dass sie nicht nur aus ihrer gewohnten Umgebung fortgerissen wird, sondern sich auch noch einem Kindheitstrauma stellen muss. Seit sie sich erinnern kann, leidet Urmila unter einer panischen Angst vor Wasser. Ihr Onkel wurde von den reißenden Strömen eines Flusses mitgerissen und ist auf diese Art tragisch verstorben. Der einzige Weg aus dem Dorf führt durch eben diesen Fluss.
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Nach dem anstrengenden Fußmarsch stellt das Mädchen fest, als Hochzeitsgeschenk verkauft worden zu sein. Im Alter von sechs Jahren muss sie paradoxerweise Kinder verpflegen, darunter eines das jünger ist als sie selbst. Auch anstehende Hausarbeiten fallen in Urmilas Aufgabenfeld, sodass sie oft von 05.00 Uhr in der Früh bis 23.00 Uhr am Abend arbeiten muss. Zusätzlich wird sie von den Kindern der Familie verhöhnt und geschlagen oder von anderen Erwachsenen mit heißem Wasser verbrüht, die so angestaute Aggressionen an ihr auslassen. Die Erlebnisse bis 2009, dem Jahr ihrer Befreiung, sind unvorstellbar. Es ist erschütternd einen solchen Text zu lesen mit dem Wissen, dass es sich hierbei nicht um Fiktion, sondern um real existierende Missstände handelt.
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Im Vorwort berichtet Senta Berger über die Eindrücke ihres ersten Aufenthaltes in Nepal. Im Unterschied zu kleinen Jungen sehen Mädchen sehr verwahrlost aus und haben oft zerrissene, schmutzige oder aber auch gar keine Kleidung. Zudem müssen sie ununterbrochen schwere Arbeiten verrichten. Der geringe Wert der Mädchen, der scheinbar unter dem eines Tieres liegt, hat die Schauspielerin sehr bewegt. Genau aus diesem Grund setzt sie sich bis heute gegen diese Ungerechtigkeit ein. Die Organisation Plan International hilft Kamalari-Mädchen und setzt sich für deren Rechte ein. Urmila ist heute Präsidentin und Sprecherin des Komitees ehemaliger Kamalari.
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Fazit: Ein Buch, das unbedingt gelesen werden sollte. Unvorstellbare Schicksalsschläge, vielfältiges Leid, bewegende Momente.
Sabrina, 04.04.2011
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