Verlagsgruppe Droemer Knaur



Tanz des Vergessens

9783426425220
jetzt downloaden Jetzt downloaden
E-Book, Knaur eBook
25.06.2015, 560 S.

ISBN: 978-3-426-42522-0
Diese Ausgabe ist lieferbar
9,99
inklusive 19%
Mehrwertsteuer

Roman

Frühling 1919: Die junge Lou will nach dem tragischen Tod ihres Verlobten in den Wirren der Münchner Räterepublik nur noch eines: vergessen! Um ihren Schmerz zu betäuben, stürzt sie sich in das Bohème-Leben der frühen Zwanzigerjahre. Doch wie ein schwarzer Schatten hängt die Vorstellung über ihr, allen Menschen, die ihr nahestehen, Unglück zu bringen. Als sich dieser Glaube ein weiteres Mal zu bewahrheiten scheint, bleibt ihr nur noch ein letzter Ausweg ...

Die Autorin

Heidi Rehn

Portrait von  Heidi Rehn

Heidi Rehn, Jahrgang 1966, wuchs im Mittelrheintal auf und kam zum Studium der Germanistik und Geschichte nach München. Seit vielen Jahren widmet sie...

zur Autorin Bücher von Heidi Rehn

Pressestimmen

"Heidi Rehn zeichnet ein genaues Bild vom politischen München, das immer mehr nach rechts rückt, aber auch vom mondänen München der Zwanziger mit seinen berühmten Tanzsälen und den Künstlertreffs. [...] Die Geschichte von Lou, die als Taschendesignerin Erfolge feiert, verwoben mit der politischen Situation der Weimarer Republik - ein spannendes, atmosphärisches Buch, das Verständnis weckt für die Generation zwischen den Kriegen."

Radio Arabella, 18.07.2015

"'Tanz des Vergessens' ist nicht nur ein überaus gut recherchiertes Stück Zeit- und Kulturgeschichte, sondern auch ein feinfühlig erzählter Roman mit einer unglaublichen Vielzahl an Charakteren. [...] Eine schöne Geschichte um Freundschaft, Liebe und Erwachsenwerden und gleichzeitig ein grandioses Zeugnis der Zeit!"

Buchwurm.info, 25.07.2015

"Heidi Rehn gelingt es sehr gut, einen gefühlvollen Roman mit Gänsehautmomenten zu schreiben, in dem das Lebensgefühl und die Lebenswelt der 1920er Jahre lebendig werden. Mit viel Liebe zum Detail geschrieben und historisch hervorragend recherchiert."

WO am Sonntag - Badisches Tagblatt, 19.07.2015

"Heidi Rehn erzählt eine faszinierende Geschichte. Durch Lous Schicksal erfährt der Leser viel über eine Zeit, die man nur aus Geschichtsbüchern und Dokumentationen kennt. [...] Mit viel Liebe zum Detail meisterlich erzählt von einer Autorin, die es versteht, ihre Figuren zum Leben zu erwecken. Ein wunderbar historischer Roman, den man ungern aus der Hand legt, bis man die letzte Seite gelesen hat."

Ruhr-Nachrichten, 06.07.2015

"Eine Geschichte voller Liebe, Verzweiflung und Verlangen, wunderschön erzählt. heidi Rehn hat wieder einmal ein Lesevergnügen der Extraklasse geschaffen."

Monika Schulte Blog, 25.07.2015

"Berührendes Buch von der ersten bis zur letzten Seite. Der Autorin ist es gelungen, neben der Geschichte an sich, ein Bild über die gesellschaftlichen und politischen Begebenheiten dieser Zeit zu vermitteln. Das entwickelt ein wunderbares Kopfkino und man sieht eine Verfilmung förmlich vor sich."

Fachbuchkritik.de, 12.07.2015

"Heidi Rehn hat für ihren atmosphärischen Roman genau recherchiert und erschafft anhand kleinster Details ein facettenreiches Bild jener Zeit."

buch aktuell - Taschenbuchmagazin, Sommer 2015

"Mit ihrer Hauptfigur Luise 'Lou' Seybold gibt [Heidi Rehn] einen lebendigen Einblick in die damalige Gesellschaft, die Rolle der Frau, in das Berufsbild der Täschnerin und in damalige 'Alltagsgeschichten und Probleme der Menschen'"

Werbe-Spiegel (Münchner Wochenanzeiger), 01.07.2015

"Historisch fundierter Roman

Blog Astro Librium, 10.07.2015

"Eine bestechend hübsche Idee, diese gesellschaftspolitisch zerrissene Übergangszeit mit ihren absurden Kriegsgewinnlern und verschwenderisch experimentierenden Künstlern zur erzählerischen Kulisse auch eines Spaziergans zu machen." (Anmerkung;: Heidi Rehn veranstaltet Stadtrundgänge zum Buch)

Süddeutsche Zeitung, 10.07.2015

"Heidi Rehn hat hier einen atmosphärisch dichtes Gebilde der 20. Jahre erstellt."

Blog Sannys Buchwelten, 12.08.2015

"Eine abwechslungsreich erzählte Geschichte aus den „Goldenen Zwanzigern“.

59 ... Stadtmagazin, Sep

"'Tanz des Vergesssens' ist ein stimmungsvoller Roman aus der Zeit der Münchner Räterepublik, mit viel Lokalkolorit angereichert und mit großer Sachkenntnis erzählt...."

Fantasia 541e, 8/2015

"Heidi Rehnn hat hier ein atmosphärisch dichtes Gebilde der 20er Jahre erstellt."

Sannys Buchwelten (Blog), 12.08.2015

"Heidi Rehn hat mit Tanz des Vergessens einen schillernden, bunten Roman über das quicklebendige München Anfang der 1920er Jahre geschrieben, bevölkert von interessanten Protagonisten mit vielfältigen Charakterschattierungen. [...] Tanz des Vergessens ist ein spannender und interessanter Roman. Hier kann man sich in die genauso großartigen wie bedrückenden 1920er Jahre entführen lassen und darüber ganz die Zeit vergessen."

Histo-couch.de, September 2015

"Wer die Goldenen Zwanziger mag, wird den Roman um Lou und ihre Freunde lieben."

Hallo München, 09.09.2015

"Heidi Rehn besitzt ein besonderes Gesprü für Frauenschicksale im Sog der deutschen Geschichte."

Mein TV und ich, Juni 2015

Lesetipps

Du hast dieses Buch schon gelesen? Dann , um es hier weiterempfehlen zu können.

Ein wunderbarer Roman mit einer interessanten und sympathischen Protagonistin in einer spannenden Zeit!

Katjuschka, 20.05.2017

das mondäne München der berühmten zwanziger Jahre !!

Barbara Sülzer, 29.08.2015

In Heidi Rehns Roman »Tanz des Vergessens« geht es um eine junge Frau namens Lou, die nach dem Ersten Weltkrieg im
ekstatischen, euphorischen Münchener Bohème die Liebe und das Glück sucht und dabei in einen verheerenden Sog der Verdrängung gerät.

Heidi Rehn gelingt mit ihrem Roman ein Spagat zwischen bewegender Unterhaltung und Kulturgeschichte. Sie wird dabei aber keineswegs belehrend, sondern machte die damaligen Geschehnisse, die ich nur aus Erzählungen und Geschichtsbüchern kenne, für mich erlebbar. Die damalige Atmosphäre der Nachkriegszeit und der »Goldenen Zwanziger« hat die Autorin glaubwürdig umgesetzt und die Emotionen der unterschiedlichen Phasen lebensecht rübergebracht.
Neben den politischen Begebenheiten wie z. B. Hitlers Aufstieg widmet sich Heidi Rehn zusätzlich den Themen Mode, Musik, Film und den gesellschaftlichen Umwälzungen, die zu dieser Zeit ebenfalls eine große Rolle spielten. Diese vielen Themenbereiche hat die Autorin so geschickt miteinander verknüpft, sodass die Geschichte zu keinem Zeitpunkt überladen wirkt.

Wer sich einen Eindruck von dem Zeitraum zwischen den Weltkriegen verschaffen möchte, bekommt hier eine überzeugende Grundlage, die aus der Sicht der Bevölkerung geschildert wird. Hauptsächlich aus Lous Perspektive in der dritten Person. Ich begleitete sie auf ihrem Lebensweg von München nach Berlin und bekam einen Einblick in ihre Hoffnungen, Wünsche und Ängste. Doch nicht nur Lou lernte ich besser kennen, sondern auch ihre Freunde Max und Judith, die ebenfalls daran arbeiteten, ihre Träume zu verwirklichen. Neben diesen Protagonisten gibt es aber auch noch zahlreiche Nebenfiguren, die nicht alle liebenswert, dafür aber interessant und vielschichtig sind. Einige von ihnen wirkten anfangs harmlos, hatten es aber faustdick hinter den Ohren und sorgten für unerwartete Wendungen.

Der Stil ist klar, schnörkellos und ließ sich gut lesen. Dennoch war der Roman anfangs etwas langatmig und schleppend. Trotz der Anlaufschwierigkeiten verschaffte mir Heidi Rehn mit ihren detailreichen Beschreibungen ein wunderbares Leseerlebnis und ein großartiges Kopfkino, das ich liebend gerne einmal auf der großen Leinwand sehen würde.

Wer noch mehr über die Geschichte erfahren möchte, erhält in der Nachbemerkung Hintergrundinformationen über die Entstehungsgeschichte des Romans. Zudem erzählt die Autorin, was fiktiv oder historisch belegt ist. Die nicht geläufigen Formulierungen sowie die zeitgenössischen Begriffe werden im Glossar erklärt und das Personenregister rundet die Übersicht ab.
Leelou Papillon, 14.08.2015

Wow! Der Roman knüpf fast da an, wo 'Sommer der Freiheit' aufhört. Heidi Rehn führt uns in die 20. Jahre des letzten
Jahrhundert mit einer so interessanten und vielschichtigen Hauptperson. Der Roman fesselt von der ersten bis zur letzten Seite.
Sanny, 12.08.2015

Es ist die zeit zwischen 2 Weltkriegen - die goldenen Zwanziger.
Den ersten Weltkrieg haben Lou und ihr Verlobter gerade überstanden, als er tragisch ums Leben kommt.Es ist ein Stück Zeitgeschichte, eine schöne Geschichte um Liebe und Freundschaft.
brigitte schreiter, 09.08.2015

Meine Meinung:
Heidi Rehn führt uns in das Leben von Lou Seybold und ihren Freunden in München und später in Berlin ein. In diesem gut geschriebenen Buch geht es um Lou und das Leben in den wilden Zwanzigern. Es wird trotz des bitteren Ernstes der Lebensumstände in der Zeit gerade gelebt, geliebt, gesungen, getrunken und ganz viel getanzt. Auch vor Straftaten wie Kokain und Homosexualität wird nicht halt gemacht.

Fazit:
Netter Gesellschaftsroman aus den roaring 20s, flott zu lesen am lauen Sommerabend bei einem Gläschen Wein.
Lesebiene, 02.08.2015

„Tanz des Vergessens“ ist nicht nur ein überaus gut recherchiertes Stück Zeit-und Kulturgeschichte, sondern auch
ein feinfühlig erzählter Roman mit einer unglaublichen Vielzahl an interessanten Charakteren. Die Handlung um das Leben der von Rehn geschaffenen Protagonistin Lou ist eingebettet in den Zeitrahmen zwischen den beiden Weltkriegen in Deutschland, womit sicher kein einfaches Kapitel bedient wird. Dank guter Recherche ist das jedoch hervorragend gelungen und real existierende Personen wurden von der Autorin schlüssig in den Plot eingearbeitet. Ich empfehle an dieser Stelle auch die Lektüre des ausführlichen Glossars am Ende des Buches! Die klare und schnörkellose Sprache sowie die richtige Prise Spannung und Gefühl lassen den Leser ganz eintauchen in die „Goldenen Zwanziger“ Jahre und mindestens ab der Hälfte des Buches kann man es nur schwerlich aus der Hand legen. Eine schöne Geschichte um Freundschaft, Liebe und Erwachsenwerden und gleichzeitig ein grandioses Zeugnis der Zeit!
immchen, 25.07.2015

Handlungsorte dieses historisch-gesellschatlichen Romans rund um ein Frauenschicksal sind München und Berlin.

Der erste Weltkrieg ist gerade beendet und die junge, lebenshungrige Lou hat schon manch bitteren Schicksalsschlag hinnehmen müssen. Auch ihr Verlobter Curd kommt während der letzten Scharmützel tragisch ums Leben. Um ihren Verlust vergessen zu können, stürzt sie sich in ihre Arbeit als Täschnerin und ins turbulente Nachtleben der Gesellschaft. Alle wollen die Gräuel des Krieges vergessen und einfach nur leben und glücklich sein. So sind die Tage bzw. Nächte geprägt von Theaterbesuchen, Tanzveranstaltungen und ähnlichen Vergnügungen. Doch so einfach ist das Vergessen nicht. Diese eher oberflächlichen Aktivitäten und damit verbundenen Begegnungen können die Lücke nicht ausfüllen. Lou vermisst den lebensfrohen Curd auch nach Jahren noch schmerzlich. Nur beim Tanzen fühlt sie sich glücklich und frei wie einst mit Curd.

Ihre Freunde, allen voran Judith und Max, versuchen ihr so gut es geht zu helfen. Doch ein erneutes Unglück droht, auch diese Freundschaft endgültig zu zerstören.

Dieser Unterhaltungsroman vor dem Hintergrund einer prägenden Zeitepoche lässt sich leicht und locker lesen. Man ist von Anfang an mitten im Geschehen drin und kann sich ein gutes Bild vom Boheme-Leben der frühen zwanziger Jahre machen. Die Atmosphäre und die Stimmung sind gut eingefangen und sehr bildhaft.

Die Geschichte ist größtenteils aus Lous Perspektive erzählt. So konnte ich mich gut in die Hauptprotagonistin hineinversetzen, wenngleich ich mir an der ein oder anderen Stelle einen noch tieferen Einblick in ihre Gefühlswelt gewünscht hätte. Die Charaktere der anderen " Mitspieler " sind für mich im Großen und Ganzen gerade ausreichend genug entwickelt, um mir eine ungefähre Vorstellung von ihnen zu vermitteln, zumindest insoweit sie eine wichtige Rolle in Lous Leben spielen.

Im Handlungsverlauf selbst gibt es von Kapitel zu Kapitel einige kleinere Zeit- bzw. Handlungssprünge, die nicht immer direkt auf den ersten Blick erkennbar waren. Zwar hat das den Lesegenuss nicht wirklich beeinträchtigt, aber hier wäre eine Datums- bzw. Zeitangabe ( wie z.B. : drei Monate später ) zu Beginn des jeweiligen Kapitels sicherlich hilfreich gewesen.

Nützlich und praktisch hingegen ist das ergänzende und erklärende Glossar am Ende des Buches.

Abschließend möchte ich nur noch erwähnen, dass der gewählte Titel absolut perfekt zum Buch passt. Auch das Cover ist gut gewählt und trifft den Nerv der Geschichte.

Mich hat das Buch gut unterhalten und ich empfehle es gerne allen weiter, die diese Art Roman mögen.
Angela.Bücherwurm, 21.07.2015

Endlich schweigen die Waffen, die während der Kämpfe zwischen den Weißen und den Roten in München ständig zu hören
waren. Das treibt die Menschen wieder auf die Straße. Doch ein Querschläger tötet Curd. Seine Verlobte Lou plagen Schuldgefühle und Trauer. Sie sucht ihr Vergessen, indem sie tanzt.
Es ist keine einfache Zeit, durch die wir Lou und ihre Freunde begleiten. Der 1. Weltkrieg ist noch nicht lange vorbei und noch immer muss man viele Entbehrungen in Kauf nehmen. Die Menschen sind hungrig nach Unterhaltung und Vergessen. Doch das Leben ist teuer, die Inflation galoppiert schneller als man schauen kann.
Auch Lou und ihre Freunde suchen das Vergnügen in dieser wilden Zeit. Einige ihrer Freunde zieht es wegen der politischen Veränderungen weg von München nach Berlin. Lou hängt sich an einen älteren Mann, der ihr die Vergnügungen finanzieren kann. Sie trifft einige ungewöhnliche Entscheidungen und verliert sich ein wenig selbst. Da ist es gut, dass sie Freunde hat, die sie auffangen, wenn sie Hilfe braucht.
Die Geschichte lebt von den außergewöhnlichen Charakteren, die man oft falsch einschätzt. Gerade manche Nebenfiguren, die sehr lebendig und authentisch beschrieben sind, geben der Geschichte eine entscheidende Wendung. Nicht alle Personen sind einem sympathisch, auch Lou sehe ich mit zwiespältigen Gefühlen. Sie hat ihre Schwächen und macht eine Reihe von Fehlern. Dennoch oder gerade deshalb ist sehr glaubwürdig. Sie ist ein Kind der Zeit, nimmt sich alles, von dem sie meint, dass es ihr zusteht. Oft handelt sie sehr impulsiv und unverständlich und merkt erst mit der Zeit, dass es ihr nicht gut tut. Aber da ist immer jemand, der sie auffängt.
Spannend fand ich, dass ich eine Überblick erhalten habe über die Lebensumstände jener Zeit, das gesellschaftliche Leben und auch über die politischen Verhältnisse. Es ist schon deutlich spürbar, was die Zukunft bringen wird, wie man an dem Überfall auf den Boxclub sieht. Bedrückend fand ich es, dass die Damen der besseren Münchner Gesellschaft Hitler so anhimmelten und nie eine seiner Bemerkungen in Frage stellten.
Obwohl ich mit Lou nie warm geworden bin, hat mich ihre Geschichte angesprochen, da sie in das Lebensgefühl der Zeit passt.
leseratte1910, 19.07.2015

Dass die Zeit nach dem ersten Weltkrieg und die beginnenden "Goldenen Zwanziger" eine hochinteressante Zeit waren,
beweist Heidi Rehn mit diesem historischen Roman. Sie zeichnet das Porträt einer Generation, die im Krieg und mit dem Krieg aufgewachsen ist und sich nach Kriegsende trotz der beklemmenden Situation Deutschlands erstmals frei fühlt. Gut dargestellt sind die Diskrepanzen zwischen der überbordenden Energie junger Leute und dem trostlosen Alltag mit seinen vielen Entbehrungen.

Der Leser lernt mit Hauptfigur Lou, eigentlich Luise, den historischen Zeitraum besser kennen. Eingebettet in eine Geschichte um Schuld und Vergebung erlebt man mit ihr gute und schlechte Zeiten. Die Autorin erzählt Lou's Leben bewegend und gefühlvoll, wenn ich auch nicht alle von Lou's Entscheidungen nachvollziehen konnte und die Figur für mich persönlich etwas zu wenig Tiefe entwickelte.

Mein Haupt"problem" mit dem Roman, der sich grundsätzlich flüssig und spannend las, bestand im Aufbau der Story. Ich hatte den Eindruck, das Lou's Leben wenig von ihr selbst bestimmt wird und sie auch gar nicht richtig weiß, was sie will. Wie sich am Ende herausstellt, kann sie sich mit dem Designen neuartiger Handtaschen einen Traum erfüllen. Allerdings fehlte mir eine gewisse Zielstrebigkeit, mit der sie auf ihren Erfolg zuarbeitet. Vielmehr erscheint ihr Werdegang letztlich eher als ein Produkt vieler günstiger Zufälle. Ich hätte mir eine Protagonistin gewünscht, die sich weniger vom Leben treiben lässt und mehr ihren eigenen Weg geht.

Der Twist am Ende, als Lou Fotos ihres verstorbenen Verlobten mit einer anderen Frau und einem kleinen Kind entdeckt, rundet die Geschichte allerdings gut ab und bringt gegen Ende wieder Spannung hinein, die ich auf einigen Seiten zwischendurch etwas vermisst habe.

Wenn mich auch Lous persönliche Geschichte weniger packen konnte, lohnt sich der Roman aus meiner Sicht auf jeden Fall zu lesen, um mehr über die spannende Zeit zwischen 1918 und 1925 (auch über die ersten aufkeimenden nationalsozialistischen Tendenzen) zu erfahren. Alles in allem eine anschauliche und trotz kleiner Schwächen unterhaltsame Geschichtsstunde!
Caillean, 12.07.2015

Heidi Rehns neuer Roman führt uns in die 20er Jahre nach München und Berlin.
Ich konnte in die Zeit und die Geschichte eintauchen. Der Roman liest sich so gut, das ich keine Pausen einlegen mochte.

Die Menschen hatten gerade den Krieg überlebt und dann kamen die Kämpfe um die Macht in den Straßen der Städte.
Lous Verlobter Curd stirbt durch eine der letzten Kugeln.
Lou ist untröstlich, sie gibt sich die Schuld, da er für sie auf der Straße unterwegs war. Sie glaubt allen Unglück zu bringen, denn schon ihr Bruder Karl wurde verletzt, weil er für sie einen Auftrag übernommen hat.

Curds und ihre Freunde Max und Juliet , das Wiener Kleeblatt, versuchen ihr zu helfen.
Erst hilft ihr die Arbeit als Täschnerin, dann lernt sie neue Freunde kennen und stürzt sich in das Leben. Manche Entscheidungen fand ich nicht richtig, aber ich habe trotzdem mit Lou gelitten und mich gefreut wenn es das Leben mal gut mit ihr meinte.
Die politischen Wirren, der Lebenshunger in der kargen Zeit wird von der Autorin gut in die Geschichte um Lou eingebracht. Ich spürte beim Lesen alles mit.
Es gibt viel Trauer, Kummer, Verrat und auch Liebe.
Witzig fand ich die immer wieder vorkommenden Tanzeinlagen , sogar um Curds Grab.
Der Tanz kommt ja auch im Titel vor.

Die Schauplätze sind gut gewählt, immer wieder erkennt man Orte, die es heute noch gibt, wieder.

Ein gut gelungener liebens- und lesenswerter Roman.
Egni, 05.07.2015

Die junge Täschnerin Lou ist davon überzeugt, dass sie den Männern in ihrem Umfeld Unglück bringt. Als ihr Verlobter
Curd in den Wirren der 1920er Jahre durch eine verirrte Kugel in München ums Leben kommt, will sie nur noch vergessen. Sie findet eine Stelle bei dem grantigen Prantl, für den sie Reparaturaufträge erledigt und lernt dort die lebensfreudige Frida mit ihrer Tochter Franzi kennen, bei denen sie schließlich Quartier bezieht. Frida lockt Lou hinein in das Münchner Nachtleben, wo diese auf den wohlhabenden Ernst trifft, mit dem sie eine Affäre beginnt. Als dieser ihr den Vorschlag unterbreitet, sie zusammen mit seiner Frau Hilde zu adoptieren, scheint sich für Lou alles zum Besseren zu wenden...

Ich muss leider sagen, dass mich das Buch überhaupt nicht packen konnte, sondern maßlos gelangweilt hat. Eine Belanglosigkeit reiht sich an die nächste und für Ausdrücke wie "im gleißenden Sonnenschein schimmerte sein nackter, ausgemergelter Leib jungfräulich weiß" habe ich leider überhaupt nichts übrig. Ich wollte dem Buch unbedingt eine Chance geben und habe mich bis zur Hälfte durchgekämpft. Es wurde nicht besser ... ich gebe auf! Ich lese nicht oft historische Romane, aber wenn, dann sollte er mir doch glaubhaft die Zeit, in der er spielt, vermitteln. Ich bin leider auch mit keiner der Personen warm geworden. Sie waren mir alle irgendwie zu oberflächlich und wirkten nicht wie aus Fleisch und Blut. Mich hat das Buch äußerst enttäuscht zurück gelassen!
Sabine Peiseler, 02.07.2015

Nach dem tragischen Tod ihres Verlobten, ist Lou davon überzeugt, dass sie den Menschen um sich herum nur Unglück
bringt. Um ihre Trauer zu verarbeiten, begibt sie sich auf eine Reise des Vergessens im Münchener Nachtleben der 20er Jahre. Ob der Tanz des Vergessens funktionieren wird?

Ich habe mir mit diesem Buch eher schwer getan, es zu lesen. Der Schreibstil ist flüssig und locker. Schnell bin ich in das Buch hineingekommen und bin durch das Buch nur so geflogen. Von ein paar wenigen etwas langatmigen Stellen (manches in München und in Berlin hätte auch gerafft werden können) abgesehen, hat es mich sehr gefesselt.

Allerdings bin ich mit der Protagonistin überhaupt nicht warm geworden. Ich konnte auch ihre starke Trauer nur wenig nachvollziehen, da ich einfach auch ihren Verlobten zu wenig kennen gelernt hatte. Zu schnell führt die Autorin einen anderen möglichen Liebeskandidaten ein - noch während der Verlobte lebt und Lou scheint in beide verliebt zu sein. Über kurz oder lang wäre also die Beziehung vermutlich sowieso gescheitert. Daher war für mich ihre große Trauer nicht ganz so nachvollziehbar (wäre nur der Verlobte als attraktiver Mann am Anfang aufgetaucht, dann wäre ihre Trauer für mich völlig verständlich gewesen, so konnte ich als Leserin aber nicht so richtig mit ihr mittrauern). Auch an anderen Stellen konnte ich Lous Verhalten nicht so ganz nachvollziehen. Ich glaube, ich hätte sie besser verstanden, wenn sie sich in ihrer Trauer statt ins Nachtleben, sich eher auf die Arbeit gestürzt hätte und der Fokus sozusagen mehr darauf gelegen hätte.

Das Cover finde ich sehr schön gestaltet. Ich hätte im Buchhandel definitiv danach gegriffen.

Im Großen und Ganzen bin ich immer noch sehr zwiespältig, was das Buch angeht - der Schreibstil lässt sich sehr gut lesen, das Verhalten der Protagonistin empfinde ich als nicht so sehr nachvollziehbar und stellenweise etwas überzogen. Daher vergebe ich dem Buch 3,5 Sterne dafür.
Kirschbluetensommer, 01.07.2015

"Tanz des Vergessens" war für mich das erste Buch von Heidi Rehn. Ihr Schreibstil hat mir gefallen und das Buch war im
Großen und Ganzen flüssig zu lesen. Streckenweise hat die Autorin alles (die Umgebung, die Personen, etc.) sehr detailgenau beschrieben, was mir hin und wieder zu langatmig war. Gut gefallen hat mir der immer wieder eingebaute Münchner Dialekt und später auch der Berliner Dialekt, das hat das Buch und die Personen nochmal lebendiger gemacht.

Leider muss ich ehrlich sagen, dass ich mit den wenigsten der Charaktere wirklich warm werden konnte. Bis auf wenige Kapitel wird die Geschichte aus Lous Perspektive erzählt. Lou war nicht mein Fall. Sie kam mir sehr naiv vor und ihr tun konnte ich kaum mal nachvollziehen. Überhaupt nicht verstanden hab ich, dass sie sich ihren Freunden gegenüber so verschlossen hat, sich zeitweise sogar von ihnen abgewandt hat statt mit ihnen zu reden und unklarheiten oder missverständnisse aus dem Weg zu räumen, und fremden gegenüber doch recht offen war und sich von ihnen komplett einnehmen hat lassen.
Judith (eine gute Freundin von Curd und dann ebenfalls auch eine Freundin von Lou) mochte ich sehr gerne. Judith hat mir vermittelt, dass sie genau weiß was sie will und fest im Leben steht. Außerdem lag ihr wirklich etwas an Lou und sie hat sie auch nicht aufgegeben, wenn diese sie zurückgestoßen hat.

Immer wieder angeschnitten wurde historische Themen, was in einem Roman der in dieser Zeit spielt zwangsläufig sein muss. Wirklich vertieft wurde aber keines der Themen. Ebenfalls Thema war Homosexualität. Wobei, nicht wirklich Thema, sie war einfach da. Hier hätte ich mir fast gewünscht dass da etwas genauer drauf eingegangen worden wäre, weil ich mir nicht recht vorstellen kann, dass in den 20er Jahren Homosexualität wirklich akzeptiert wurde?

Der rote Faden durch das Buch war Lous Arbeit als Täschnerin und das Tanzen. Durch das Tanzen wollte sie vergessen - oder sich an ihren geliebten Curd erinnern. Durch Lous arbeit als Täschnerin hat man vor allem in Berlin noch einen Eindruck von der damaligen Mode bekommen. Das hat mir sehr gut gefallen.
Biene759, 30.06.2015

Der Roman von Heid Rehn handelt um eine junge Frau, namens Lou. Der erste Weltkrieg ist vorbei und die Menschen haben
viel nachzuholen. Lou lebt mit ihrem Verlobten Curd in München. Und sie sind so glücklich und freuen sich jetzt nach dem Krieg auf einen Neuanfang. Da geht Curd, mit Judith und Max aus dem Haus um Essen zu besorgen. Judith und Max sind die besten Freunde von Curd, und somit auch von Lou. Es sind noch viele Unruhen auf den Straßen und Curd wird von einer verirrten Kugel getroffen und stirbt. Für Lou bricht eine Welt zusammen, da sie Ihren Bruder auf ähnliche Weise verloren hat, glaubt sie jetzt das sie geliebten Menschen Unglück bringt. Sie probiert ihren Schmerz zu vergessen und kommt durch neue Bekanntschaften in das Münchener Nachtleben. Sie erlebt einiges aber ihr Glück findet sie nicht. Judith ist aber stets an ihrer Seite und gibt auf Ihre Freundin acht, so gut es geht. Langsam wird es dann in München immer unruhiger, durch die Anhänger von Hitler. Immer häufiger werden Juden angegriffen. Bei einer Nacht und Nebelaktion geht Lou mit Ihrer Freundin Judith, die Jüdin ist, nach Berlin. Das Buch ist teilweise geschichtlich interessant aber im Vordergrund steht das Leben der jungen Frau Lou, die Geschichte nimmt stellenweise unerwartete Wandlungen. Der Roman fängt sehr spannend an, dann gab es eine Phase wo es mir schwer viel weiter zulesen, der Übergang war etwas schleppend, aber wenn die Geschichte dann in Fahrt kommt, mag man nicht mehr aufhören , dann ist der Roman spannend bis zum Schluss.
Tiffany, 29.06.2015

Heidi Rehns Roman „Tanz des Vergessens“ entführt den Leser / die Leserin in die Zwischenkriegszeit in Deutschland.
Sie beschreibt die Entwicklung einer jungen Frau, die plötzlich und unerwartet Ihren Verlobten verliert und nur mehr vergessen will. Heidi Rehn schafft es mit immer wieder unerwarteten Wendungen Spannung aufzubauen und den Leser / die Leserin zum Weiterlesen zu animieren. Durch gut recherchiertes Hintergrundwissen zeichnet die Autorin ein Portrait der damaligen Zeit ohne zu sehr ins zeitgeschichtliche, politische Geschehen abzuschweifen - die Geschichte der Protagonistin Lou steht immer im Vordergrund. Trotz Ihrer Angst alle Ihren Freunden Unglück zu bringen (und sich somit auch selbst kein Glück zugestehen zu können) überwindet Lou die Schatten Ihrer Vergangenheit und findet Ihren Weg … und schlussendlich auch Ihr Glück!
Susanne Fiala, 29.06.2015

Als erstes fällt mir ein besonderes Buchcover auf, im Stile der
„Goldenen Zwanziger“. Eine schöne junge Frau schaut voller Sehnsucht ganz zaghaft in die Welt.

So wie Lou, die Protagonistin dieses farbenprächtigen Romas von Heidi Rehn, der uns eine Skizze der frühen zwanziger Jahre zeichnet, mit ihren Höhen und Tiefen, Ausgelassenheit und Unruhe.
Detailgetreu und in eindringlicher Sprache beschreibt die Autorin die Situation der jungen Leute um Lou, die ihren ersten friedlichen Frühlingstag nach den furchtbaren Geschehnissen des 1. Weltkrieges erleben dürfen. Umso mehr sind wir geschockt, das Curd, Lous Verlobter, genau an diesem Tage durch ein Unglück sein Leben verliert. ….und Lou glaubt langsam, dass sie ihren Nächsten kein Glück bringt.

Trotz der Fürsorge ihrer Freunde Judith und Max möchte sie auf eigenen Beinen stehen und verdient sich ihr erstes karges Gehalt als Täschnerin. Doch sie wird ausgenutzt und beendet diese Tätigkeit dann schnell wieder. Obwohl sie noch sehr trauert und
etwas Besonderes für ihren Curd tut, geht sie neue Bekanntschaften ein und läßt sich von der Aufbruchstimmung in München mitreißen.

Und sie trifft eine außergewöhnliche Entscheidung.....

Die Autorin versteht es mit viel politischen und gesellschaftlichen Hintergrundinformationen ein so klares Bild zu zeichnen, dass ich als Leser eintauchen kann und der Geschichte intensiv folge.
Ich leide und fiebere mit, wie Lou ihren Weg geht. Ich liebe Romane, in denen ein Lebensschicksal, gespickt mit Details der Lebensumstände in politischem und gesellschaftlichem Zusammenhang vereint sind. So bin ich tatsächlich mit allen Sinnen dabei und der innere Film kann ablaufen.

Das Buch war spannend und berührendvon der ersten bis zur letzten Seite, so dass ich es fast in einem Rutsch durchgelesen habe. Ein ganz besonderer Lesegenuß! Vielen Dank Heidi Rehn!
Saby, 28.06.2015

"Tanz des Vergessens" von Heidi Rehn handelt von Lou, die durch einen tragischen Unfall ihren Verlobten verliert. Mit
dieser Szene beginnt der Roman. Im weiteren Verlauf versucht sie, ohne Curd durch das Leben zu kommen, was ihr zunächst eher schlecht als recht gelingt.
Der Roman wird bis auf wenige Ausnahmen aus Lou`s Perspektive geschrieben. Sie kann Curd einfach nicht vergessen, sagt sich aber immer wieder, dass sie es vergessen will. Ihre Freunde Judith und Max sowie im weiteren Verlauf auch noch weitere Personen, die sie kennenlernt, wollen ihr zur Seite stehen, doch Lou fällt es manchmal schwer, dies zuzulassen, wie mir scheint. Manchmal kam sie mir recht trotzig vor und außerdem sehr misstrauisch. Andererseits hat sie Angst, dass sie ihren Freunden nur Unglück bringt. Sie versucht, ein neues eigenständiges Leben zu beginnen,bringt sich aber immer wieder in Abhängigkeiten von anderen Menschen, die ihr nicht gut bekommen. Irgendwie schafft sie es aber immer wieder, sich einigermaßen unversehrt aus diesen Lagen herauszubringen und wieder neu anzufangen. Ihre Liebe zum Tanz und ihre hervorragende Arbeit als Täschnerin ziehen sich wie ein roter Faden durch das Buch. Durch das Tanzen lenkt sie sich von Curd ab oder wird je nach Situation wieder an ihn erinnert, da es eine gemeinsame Leidenschaft der beiden war. Ihre Arbeit als Täschnerin ermöglicht ihr, Geld zu verdienen und soll ihr auch zum Erfolg verhelfen.
Sehr gut gefallen haben mir die historischen Hintergründe, die mit in den Roman eingeflochten wurden. Sie hätten auch gerne noch etwas ausführlicher beschrieben werden können. Auch den Lebensweg von Lou fand ich spannend, wenn auch nicht immer ganz nachvollziehbar. Etwas genervtwar ich von Lou`s Misstrauen ihren Freunden gegenüber, wobei sie sich Fremden Personen gegenüber sehr offen verhielt. Das passt meiner Meinung nach schlecht zusammen. Zwischendurch fand ich es auch mal etwas langatmig, wenn Lou wieder mal wehmütig an Curd dachte, auch nach etlichen Jahren noch.
Fazit: Das Buch würde ich insgesamt als mittelmäßig beschreiben. Es ist recht gut geschrieben und recherchiert, aber kein Meisterwerk. Für Menschen, die gerne Frauenromane lesen, durchaus lesbar. Für Menschen, die lieber historische Bücher lesen, kommen hier etwas zu kurz.
Lilly, 27.06.2015

Ein Roman über Freundschaft in einer wirren Zeit. Kurz nach dem ersten Weltkrieg wird der Verlobte von Lou von einem
Blindgänger erschossen. Die Geschichte erzählt, wie sich Lou zurück ins Leben kämpft und sie beschreibt eine Zeit der Extreme zwischen bitterer Armut und Entbehrung wie sie viele Menschen aushalten mussten und gleichzeitig Luxus und Überfluss von denen die es sich leisten konnten. Und dazwischen immer wieder Lou, wie sie mit ihrer Vergangenheit kämpft, wie sie allem Schweren zum Trotz immer wieder leben will und tanzen will und vertrauen will. Heidi Rehn zeichnet in ihrem Buch ein zartes Gesellschaftsportrait der Zwanziger Jahre in München, das die Leser mit hinein nimmt in die Zeit. Und das so sehr, dass man stellenweise den Klang der Tanzmusik auf den Schalllplatten die Lou auflegt zu hören glaubt.
Fenster, 26.06.2015

"Tanz des Vergssens" ist ein bewegendes Buch, welches im München der 1920er Jahre spielt. Die junge Lou verlor ihren
Verlobten nach dem Ersten Wltkrieg und will nur eines: Vergessen! Deswegen stürzt sie sich in das Boheme-Leben. Doch leider denkt Lou immer, dass sie ihren Freunden Unheil bringt. Deshalb bleibt ihr nur ein Ausweg ... Perfekt recherchiert, man lernt München von einer ganz anderen Seite kennen, man fiebert mit Lou richtig mit. Wirklich absolut lesenswert.
Martin Ungar, 22.06.2015

Die Geschichte beginnt an dem Tag, an dem Lou ihren Verlobten gerade an dem Tag durch einen Querschläger verliert, an
dem man dachte, dass der Krieg endlich vorüber sei. Daraufhin versucht Lou immer wieder nach dem Glück zu greifen und erlebt das Auf und Ab des Lebens.
Sie verliebt sich später in einen reichen Mann, was in der Inflation nicht das Schlechteste ist und wird daraufhin von ihm und seiner Frau adoptiert. So gewinnen die beiden Zeit miteinander. Doch dann greifen Schicksalsschläge und kleinere Erfolge immer wieder in ihr Leben ein. Es zieht sie nach Berlin und auch dort hofft sie das große Glück zu finden.

Die Geschichte selbst konzentriert sich ganz auf Lou, auch wenn es zwischenzeitlich einige wenige Kapitel gibt, die sich mit ihren Freunden befassen. Lous Verzweiflung wird durch den Sprachstil der Autorin sehr lebendig und fühlbar. So fügt sie ebenfalls Worte wie „blümerant“ und „enerviert“ ins Geschehen ein und sorgt dafür, dass man sich in jene Zeit versetzt fühlt.
Auch die Akzente der Münchner und später der Berliner macht sie fassbar, wobei ich da zu Beginn eher drüber gestolpert bin.

Für meinen Geschmack etwas zu ausufernd sind die Beschreibungen des Nachtlebens, an dem Lou gerne teilnimmt und in dem sich ein Großteil der Ereignisse, die Lous Leben beeinflussen, stattfinden.
Für mich hatte das Buch daher einige Längen, die mich im Lesefluss doch eher gestört haben.
Andere mag das aber nicht stören, da so auch ein großer Rundumblick auf die Zeit erlebbar wird.

Die Charaktere sind vielschichtig und man kann größtenteils deren Verhalten nachvollziehen. Lou war mir teilweise doch etwas zu naiv, wohingegen Max mir etwas inkonsequent erschien.

Politische Themen werden allerdings nur kurz angeschnitten, als Schläger der NSDAP einen Boxclub überfallen oder sie eine Rede des Österreichers Adolf Hitler hören. Das fand ich leider etwas schade, da man das schon hätte weiter mit aufgreifen können. Das zumindest hätte mich interessiert. Aber leider wird nur kurz am Rande erwähnt, wie man zu den politischen Zielen Hitlers denkt.

Vielleicht hebt sich das die Autorin aber auch für das nächste Buch auf, was diese Zeitepoche mit neuen Charakteren weiterspinnen wird.

„Sommer der Freiheit“ hatte ich nicht gelesen, es bildet den Anfang dieser Epoche und der „Trilogie“ der Autorin. Beim Lesen hatte ich aber nie das Gefühl dadurch einen Nachteil zu haben. Die Charaktere sind eigenständig und in der Nachbemerkung erklärt Heide Rehn lediglich Gastauftritte seien den vorigen Charakteren zugekommen.

Fazit:
Wen das Schicksal einer jungen Frau auf der Suche nach dem Glück interessiert und sich ein Bild des Lebens damals machen möchte, wird dieses Buch genießen.
pralaya, 22.06.2015

Kurz nach Ende des ersten Weltkrieges scheint die Welt für die vier Freunde Curd, Lou, Max und Judith in München
wieder richtig los zu gehen, doch ein tragsicher Unfall reißt Curd aus dem Leben und lässt seine Verlobte Lou verzweifelt zurück. Sie muss sich um ihren Unterhalt kümmern und findet rasch eine Anstellung als Täschnerin. Dort lernt sie Frida kennen, die Tochter ihres Chefs, und durch sie die bessere Münchner Gesellschaft. Bald schon lässt sich Lou von dem reichen Ernst aushalten, an arbeiten ist bei all den Vergnügungen nicht mehr zu denken. Doch dunkle Wolken ziehen über der Stadt auf und die Anfeindungen von Juden treiben Max und Judith davon ins ferne Berlin. Lou bleibt allein zurück und das Schicksal meint es nicht gut mit ihr. Überhastete muss sie fliehen und versucht in Berlin ihr Glück. Schnell kann sie mit ihrem Handwerk überzeugen, aber die Vergangenheit holt sie auch dort wieder ein und das gerade gewonnene Glück scheint zu zerrinnen.

Ein historischer Roman, der mit den üblichen Versatzstücken des Genres spielt. Gelungen sind die Ausschweifungen und das lockere Leben der besser situierten Gesellschaft der 20er Jahre. Auch die Ausführungen zum Handwerk der Täschnerinnen können überzeugen und zeigen eine gelungene Recherche. Ansonsten bietet der Roman wenig Überraschung, das schnelle Glück, das nicht von Dauer ist, ist leider so durchschaubar, wie andere vorhersehbare Verwicklungen. Historische Fakten werden wohldosiert untergemischt, politisch korrekt präsentiert und mit Bedacht auf die Zielgruppe eher angedeutet als in die Handlung mit einbezogen. Was bleibt ist die Geschichte einer jungen Frau, die leider naiv und unselbstständig bleibt und sich immer wieder in sinnlose Abhängigkeiten begibt.

Fazit: Wer einen durchschnittlichen historischen Roman, mit großer Liebesgeschichte erwartet, der nicht von gewohnten Bahnen abweicht und genau das liefert, was man von leichter Kost erwartet, dem wird das Buch sicherlich gefallen.
Miss.mesmerized, 21.06.2015

Wer ein wenig die persönlichen Gefühle in der Umbruchphase nach dem ersten Weltkrieg spüren möchte, kann sie über
dies Buch ein klein wenig versuchen. Aus Sicht einer Künstlerin werden die Ereignisse in München im Frühjahr 1919 beleuchtet.
Raimund Gaebelein, 02.06.2015

Die Zeit, die in diesem Buch beschrieben wird, ist mir nur gering bekannt. Daher interessiert mich das Thema über die
private Geschichte hinaus.
Wie kam es zu diesen schlimmen Zeiten, was und wie haben die Menschen gedacht, wie konnte man überleben und vor allem weiterleben? Das alles wird hoffentlich im weitere Verlauf der Story noch deutliche.
Beechen, 30.05.2015

Die Protagonistin Lou spricht mich an, weil sie anscheinend eine Aura ausstrahlt, die andere Menschen ins Unglück
stürzt. Die Bohème-Zeit in München ist interessant beschrieben wie sichbisher aus der Leseprobe entnehmen lässt.
Bücherschatzfinderin, 30.05.2015

Wunderbar, wie das Einzelschicksal in das Weltgeschehen integriert wird.
Der Leser macht eine Zeitreise in die zwanziger Jahre. Inflation,Arbeitslosigkeit und politischer Umbruch!ein tolles Buch, das einen von der ersten bis zur letzten Seite fesselt!
Susanne arndt, 29.05.2015

Die Zwanzigerjahre, nochmals eine phantastische Zeit bevor es wieder ganz dunkel wurde in Deutschland.
Was wird die junge Lou alles erleben?
Eine wunderbare Zeit-Kulisse für ein tolles Buch von Heidi Rehn, wie alle Bücher von ihr.
Gerlinde Reiter, 29.05.2015

Der erste Weltkrieg ist zu Ende, die Münchner Räterepublik ist dabei sich zu formieren, Lou möchte endlich ihren
Verlobten Curd heiraten. Doch dieser kehrt von der täglichen Suche nach Lebensmitteln, auf die er sich mit seinen Wiener Freunden Max und Judith macht, plötzlich nicht zurück. Im Theater, wo die beiden jungen Männer und Lou arbeiten, erfährt sie von seinem Tod. Sie hatte es schon beim Abschied geahnt, so wie sie den Unfall ihres Bruders Karl gespürt hatte. Lastet ein Fluch auf Lou, wird sie vergessen können in der aufkommenden intellektuellen, glitzernden und intensiven Welt der Zwanzigerjahre?
Nadines_Buecher, 29.05.2015

Dieses Buch verspricht Spannung und schildert das Leben nach dem 1. Weltkrieg.
Heidi Rehn - diese Autorin garantiert Spannung - wie immer.
Sigrid, 29.05.2015

Heide Rehn lässt mich in ihrem neuen Buch in vergangene Tage eintauchen – in die Zeit der Weimarer Republik. Als Lou
von dem Tod ihres Verlobten erfährt, ist sie sehr erschüttert und glaubt allen ihr nahestehenden Personen Unglück zu bringen. Doch wie kann sie sich von diesem Gedanken befreien? Ich hoffe, dass es der Autorin wie in ihren anderen Büchern, wieder gelingt, mir eine historische Epoche näherzubringen. Die Leseprobe klingt vielversprechend.
Renate, 29.05.2015
↑ nach oben