Verlagsgruppe Droemer Knaur



Die Mutter des Satans

9783426437032
Erhältlich bei Ihrem Buchhändler und in diesen Formaten:
E-Book, Knaur eBook
25.01.2017, 448 S.

ISBN: 978-3-426-43703-2
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Roman

Ein historischer Roman von den Zwillingen Claudia und Nadja Beinert über Margarethe Luther und wie sie ihren Sohn, den Reformator Martin Luther, prägte.
In Zeiten von Pest, Aberglaube und Ablass: 1480 wird die junge Margarethe mit dem gleichaltrigen Hans Luder vermählt. Trotz der zunächst trostlosen Aussicht eines Lebens an der Seite eines Bergmannes ist die Ratsherrentochter 1483 über die Geburt ihres ersten Sohnes Martin sehr glücklich. Als Martin Luther sich Jahre später gegen den Willen des Vaters für ein Leben als Mönch entscheidet, ist Margarethe hin- und hergerissen zwischen Ehegehorsam und Mutterliebe. In den gefährlichen Jahren der beginnenden Reformation wagt sie einen gefährlichen Balanceakt und trifft den mittlerweile berühmt-berüchtigten Sohn sogar heimlich. Erst ihre bedingungslose Zuneigung und Liebe zu Martin – von Geburt an – machten aus Martin Luther den mutigen, unerschütterlichen Reformator, der uns bis heute überliefert ist.

Leselounge

Die Autorin

Claudia Beinert

Portrait von Claudia Beinert

Dr. Claudia Beinert, Jahrgang 1978, ist genauso wie ihre Zwillingsschwester Nadja in Staßfurt geboren und aufgewachsen. Claudia studierte...

zur Autorin Bücher von Claudia Beinert

Die Autorin

Nadja Beinert

Portrait von Nadja Beinert

Claudia und Nadja Beinert wurden am 4. Mai 1978 in Staßfurt geboren. Beide studierten Internationales Management in Magdeburg. Claudia Beinert, im...

zur Autorin Bücher von Nadja Beinert

Video

Pressestimmen

"Ein deftiges und umfangreiches Lesevergnügen."

FREUNDIN, 05.10.2016

"Einmal mehr haben die Autorinnen in Archiven gegraben und Originalschauplätze besucht. Ihre Erkenntnisse verweben sie zu einem spannenden Gespinst aus Historie und Fantasie."

Ostthüringer Zeitung, 02.02.2017

"Ein berührender und aufwühlender Roman über die Frau, die der Welt einen Reformator schenkte und über ein Leben zwischen Liebe und Angst, Verzweiflung und Hoffnung."<br />

Buechertreff.de, 05.02.2017

"Ab dem ersten Satz zieht die Story einen so sehr in den Bann, dass man hier glaubt, tatsächlich mittendrin im Geschehen zu sein. Ein selten dagegewesenes Leseerlebnis, was man zwischen zwei Buchdeckeln zu finden vermag."

literaturmarkt.info, 20.02.2017

"Ein sehr lesenswerter historischer Roman!"

Lesen und Hören (Blog), 20.02.2017

"Prädikat: zugreifen."

tam.tam. das Stadtmagazin, 01.02.2017

"Ein Thema, welches hervorragend umgesetzt wurde und sich bestens auch für unterhaltsame Stunden eignet."

The Huffington Post (Blog), 07.03.2017

"Dieses Buch sollte man unbedingt gelesen haben."

Leipzig Post , 21.03.2017

"Klug und sensibel."

Laura, 22.03.2017

"In einer Mischung aus historisch Belegtem und Erdachtem zeichnen die Beinert-Schwestern eine Welt voller Ängste [...] ein lebendiges Bild jener Zeit, in der die Mutter des Reformators zu einer starken Frau reift."

Freie Presse, 24.03.2017

"Dieser einfühlsame Roman wirft einen ganz privaten, aber auch kritischen Blick auf den berühmten Reformator."

Lippstädter Stadtmagazin, 01.05.2017

"Geschichte wird hier im Fokus einer beispielhaften Mutter-Sohn.Beziehung beklemmend-dramatisch erfahrbar."

Westfalenpost, 12.05.2017

"Mit großer Sensibilität rekonstruieren die Autorinnen das leben Martin Luthers und verweben gekonnt Fakten und Fiktion zu einem überzeigenden Gesamtbild."

Evangelisches Literaturportal e.V., 01.05.2017

"Ein ungewöhnlicher und nicht nur deshalb großartiger Beitrag zum Luther-Jahr."

Ruhr-Nachrichten, 24.05.2017

"Eine fiktionale Geschichte über die Mutter von Martin Luther, perfekt gespickt mit historischen Fakten! Super spannend und sehr atmosphärisch!"

buch-ticker.de, Mai 2017

"Ein Zeugnis der damaligen zeit."

Freundin, 12.07.2017

"ein sehr notwendiges und tiefgründiges Buch"

Karfunkel, Nr. 130, 01.08.2017

"Zauberhaft, psychologisch ausgezeichnet strukturiert und sehr lesenswert!"

Karfunkel , 01.08.2017

Lesetipps

Du hast dieses Buch schon gelesen? Dann , um es hier weiterempfehlen zu können.

Ich fand den roten Faden des Buches sehr passen da, in welchem immer wieder von den Zehnen in der Malerwerkstatt beim

Portraitieren von Magarete Luder geschrieben wird und wie sich Magarete Luder an Begebenheiten ihres Lebens erinnert.

Das Buch ist in der Ich Form geschrieben. So kann ich mich als Leser sehr gut in die Hauptperson des Buches einfühlen, wie sie gelitten, gehofft und gekämpft hat.

Margarete wurde zwar als wohlhabende Tochter geboren, musste aber in ihrer Ehe einen Abstieg erst einmal gefallen lassen. Sie bekam zwar in Mansfeld ein großes Haus gekauft, aber sollte es ohne Magd und Knecht alleine bewirtschaften. Hier bleiben mir besonders die Aschefussel in Erinnerung, die Margarete immer wieder vom Kohl herunterwischt.

Es wurde in dem Buch sehr gut geschildert wie Pest und Aberglaube das Lebens erschwerten und zerstörten. Viele Familien wurden ausgelöscht.  

Sehr schön finde, dass die am Anfang des Buches und im Buch immer wieder vorkommenden Gedanken und Geschehnisse um ihre Tochter Christina logisch und schlüssig aufgelöst werden und ein gutes Ende bei all der Trauer um eine Erstgeborene finden.

Ebenso wird erklärt wie es Lioba als Jugendliche erging und warum sie das Messer bei sich trug und warum sie vor Zecke in Mansfeld davongelaufen ist.

 

Theophilia, 15.10.2017

mmer wieder haben mir liebe Menschen Bücher von den Beinert Schwestern empfohlen  aber wie das immer

so ist im Leben…zu viele tolle Bücher, zu wenig Zeit sie alle zu lesen….

 

Nun habe aber auch ich es endlich geschafft einen Titel von Claudia und Nadja Beinert mein eigen zu nennen. Die Mutter des Satans hat sich hier im wahrsten Sinne des Wortes breit gemacht 

Der Schreibstil der Beiden ist wirklich gelungen, ich habe zu keiner Zeit das Gefühl gehabt, das hier zwei Autoren am Werk waren, alles lief flüssig und ohne Stilveränderung durch. Toll, ich werde bei Gelegenheit mal versuchen in Erfahrung zu bringen wie die Beiden das gemeinsame Schreiben organisieren. Ich denke das könnte sehr spannend sein und sollte bestimmt in einem Interview schon mal gefragt worden sein.

Ich selber bin evangelisch und da ist die Geschichte Luthers ja schon irgendwie in einem verwurzelt, es gefällt mir aber sehr gut, das zum Anlass „Lutherjahr 2017“ doch vielfältige Literatur zu seinem Leben auf den Markt kommt.

Wir begleiten Margarete Luder durch ihr Leben. Wir begleiten sie mit ihrem Mann nach Mansfeld, ein wahrlich trostlos aussehender Ort. Den Autorinnen ist es in meinen Augen sehr gut gelungen den Ort zu Beschreiben, alles grau und eingestaubt vom Ruß. Auch das Beschreiben der schweren Schnittgeburt, die zur damaligen Zeit noch mit vielen Risiken verbunden war, haben die beiden Schwestern gekonnt und gefühlvoll verarbeitet.

Schritt für Schritt gehen wir mit Margarete durch ihr Leben.

Sehr spannend waren für mich die guten Beschreibungen der damaligen Bergleute.

In einem zweiten  Handlungsstrang erleben wir  Lucas Cranach der Ältere, ein Freund von Martin. Er porträtiert Margarete und ihren Mann Hans. Auch hier wurden wieder einige spannende Details eingearbeitet. Der Leser erfährt   ganz nebenbei wie damalige Maler ihre Arbeit verrichteten.

Was ich nicht unerwähnt lassen möchte ist das Personenregister am Anfang (gerade für mich wichtig, da ich nie hinten schmökern und mir somit Personenregister am Ende eines Buches nicht hilfreich sind), auch das ausführliche Nachwort ergänzt den Titel gut. Des Weiteren finden wir ein Glossar zu fremden Begriffen. Sehr schön ist allerdings auch, das einige der im Laufe des Buches erzählten Fabeln hier am Ende noch mal im ganzen aufgeführt sind.

Also alles in allem eine sehr runde „Sache“!

Schönes Titelbild, tolle Geschichte im flüssigen Schreibstil. Das gebundene Buch kommt in guter Qualität ins Haus. Was wünscht das Leserherz mehr 

Buecher Loewe, 24.09.2017

Bisher kannte ich die beiden Beinertschwestern nur vom Namen bzw ich kannte ihre Bücher nur vom Namen und

Klappentext. Doch mit diesem Buch haben sie mich gleich abgeholt und einen neuen Fan hinzugewonnen.

Dank der Lebendigen und sehr plastischen Schreibweise der beiden Autorinnen gelang es mir sofort mitten in der Story zu stehen. Die Figuren wirken sehr lebendig und sehr echt und so manifestierten sie sich regelrecht vor meinem inneren Auge.

Gut recherchiert erschien mir das Buch und es ist so interessant zu lesen und man darf lernen wie es sich in der damaligen Zeit gelebt hat. Das Buch schildert in einer tollen Art und Weise wie es um Martin Luther und seine Familie umherging. Der Leser steht nicht außen vor und bekommt mit erhobenem Zeigefinger die Geschichte heruntergebetet, sondern man steht eher daneben wenn Geschichte geschrieben wird.

Es war für mich ein Buch welches ich genossen habe und es war ein Buch welches ich in der Tat nur Kapitel für Kapitel genossen habe. Eine Empfehlung wenn man das Buch wirklich genießen möchte, dann sollte man es auf keinen Fall in einem Rutsch herunterlesen.

Ich kann das Buch guten Gewissens empfehlen und vergebe die volle Punktzahl, 5 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung!

Mundolibris, 09.05.2017

Ein eher minimalistisches, aber doch doch sehr zeitgemäßes Cover hat sich der Verlag hier einfallen

lassen. Ein Blick auf den Rückentext gibt deutlich mehr Preis. Mit welchen Gefühlen musste Luthers Mutter kämpfen? Und keine hat bemerkt, dass sie sich heimlich mit ihrem Sohn getroffen hatte? Nun war ich wirklich gespannt.

Kommen wir nun zum Innenteil mit einer wunderschönen, gefühlvollen Widmung an alle Mütter. Als nächstes findet der Leser ein Inhaltsverzeichnis, das ebenfalls neugierig macht. Insbesondere machten mich die drei Kurzgeschichten bzw. Übersetzungen neugierig.

Das Personenverzeichnis mit Kennzeichnung der historischen Persönlichkeiten lädt ebenfalls zum genauen Studieren ein. Hier fällt mir zum ersten Mal die Schreibweise Luder auf.

Nun aber zum Plot.

Nach einem langen und schweren Fußmarsch kommen Margarethe und Hans Luder endlich in Eisleben an. Margarethe ist hochschwanger, widersetzt sich jedoch ihrem Mann nicht. Er möchte in Eisleben in das Silbermachen einsteigen.

Unter schier unmenschlichen Schmerzen schenkt Margarethe Martin das Leben und verspricht ihm, ihn immer zu beschützen, was auch kommen mag. Wie oft sie an diese, ihre, Worte erinnert wurde, wird auf den nächsten Seiten sehr deutlich.

Die beiden Autorinnen, im übrigen Schwestern, zeigen mit diesem Roman die etwas andere Seite Martin Luthers. Nämlich aus Sicht seiner Mutter, die stets außerhalb des Rampenlichts war. Sehr einfühlsam und ruhig wird das durchaus turbulente Leben der Lutherin beschrieben. Ein Leben, das auch stets ein Balanceakt war. Hin- und hergerissen zwischen der Liebe zu ihrem Sohn, ihrem Glauben und der Welt "da draußen".

Sehr beeindruckt hat mich aber auch der Schluss, der eigentlich nur aus zwei Wörtern besteht, aber sehr viel Emotionen zeigt. Emotionen, die gerade bei Hans doch immer sehr versteckt gehalten waren.

Mit den beiden Asöp-Übersetzungen von Fabel zeigen die beiden Autorinnen nochmal auf, welch intelligenter Mann Luther war.

Und das anschließende Glossar mit seinen zahlreichen Erklärungen hilft dabei, so manchen Begriff besser zu verstehen.

Fazit:

Ob Wahrheit oder Fiktion ... egal! Auch ich schließe mich Hans Worten an.

Danke Hanna.

Chattys Bücherblog, 02.04.2017

 

Diesen Satz von Martin Luther ist das Beispiel dafür. Seite 345

„Deine Liebe,deine Hoffnung und deine Zärtlichkeit haben mich den gnädigen, sanftmütigen Gott überhaupt erst finden lassen.“

Margarethe , bekam nach Martin noch einen Sohn und vier Töchter, sie liebte jedes ihrer Kinder. Martin war es der immer wieder Sorgen bereitete, er studierte er Jura, schmieß sein Studium und wurde Mönch. Lehnte sich später gegen die Kirche und den Papst auf, wetterte gegen den Ablasshandel . Der Vater brach darauf hin mit seinem Sohn. Aber Margarthe hält heimlich Kontakt zu ihm, sie sitzt zwischen zwei Stühlen, aber irgendwie schafft sie diesen Balance Akt, sie möchte keinen der beiden verlieren. Die Familie wird angefeindet, dann bricht auch noch die Pest aus, die Bauernkriege und an allem ist Martin schuld.Er bringt sich und seine Familie in Gefahr. Der Aberglaube war sehr groß damals. Zu Margarthe sagte man sie sei die Mutter des Satans. Wie weh muss das getan haben. Dabei wollte Martin nur das beste für die Menschen, was er ja auch am Ende schaffte. Uns den wahren gütigen Gott zeigen. Auch übersetzte er uns die Bibel ins Deutsche, das ein jeder sie lesen konnte.

 

Meine Meinung zu den Autorinnen:

Sie haben einen wirklich wunderschönen und großartigen Roman geschaffen, in dem sie Margarete Luther ein Denkmal setzen. Ohne sie gebe es Martin Luther nicht, sie hat ihn geformt. Die große Liebe zu Martin und den Gehorsam und Achtung zu ihrem Mann haben sie bewunderswert geschildert. Die Größe, Stärke  und Güte dieser Frau war spürbar. Sehr schön fand ich auch die Sitzungen beim Maler Lucas Cranach, sie waren so einfühlsam und Bildhaft geschildert, auch etwas vertautes konnte man zwischen den beiden Spüren, als könnten sie Gedanken lesen. Überhaupt ist die damalige Zeit sehr gut geschildert, ob der Aberglaube, die Hexenverfolgung, die schreckliche Pestwelle und die Bauernkriege. Das harte Leben der Bevölkerung, diese dunkle und düstere Zeit damals. Der Stand der Frauen, sie hatte ihrem Manne Gehorsam zu sein und sich zu fügen. Der Umbruch der Kirche durch Martin Luther audgelöst. Das alles ist so lebendig und real geschildert. Sehr gut sind belegte Historische Ereignise mit etwas Fiktion gemischt. Den Schreibstil fand ich sehr spannend, informtiv und Bildhaft. Mich hat der Roman sehr gefesselt und ich danke den beiden Autorinnen für diesem Facettenreichen Roman.

 

" Ein Facettenreicher und Einfühlsamer Roman über Margarethe Luhter und ihrem berühmten Sohn den Refomator Martin Luther "

Arietta, 01.03.2017

Für mich ist es das erste Buch aus den Federn der beiden Schwestern und ich muss sagen, ich bin begeistert und

ärgere mich gleichzeitig, dass ich die bereits erschienen Bücher im Uta von Naumburg noch immer nicht gelesen habe. Auch wundert es mich, dass wenn es um deutsche Autoren von historischen Romanen geht, nicht der Name Beinert genannt wird. Ich hoffe, dass ändert sich bald, denn wirklich gute fundierte historische Romane sind selten.

Die Mutter des Satans wird aus 2 verschiedenen Blickwinkeln erzählt. Den größten Anteil nimmt hier die Erzählung von Margarethe Luder, die Mutter des Satans, ein. Dieser Teil ist in der ich-Form gestaltet und bereits hier muss ich sagen, dass dies sehr gut gewählt ist, da man so die Gefühle und die Persönlichkeit beider noch besser erfährt.

Margarethes Weg führt von Eisenach über Eisleben nach Mansfeld. In Mansfeld hat Martin seine Kindertage und Jugendzeit verbracht. Mansfeld ist durch den Bergbau geprägt und durch die detaillierte Beschreibung würd erschreckend deutlich, wie verschmutzt die Luft damals durch die Aschepartikel gewesen sein muss. Eine traurige Umgebung. Bedingt durch die schwere Geburt ist Margarethe von Anfang an sehr herzlich im Umgang mit Martin, ihrem erstgeborenem Sohn. Das Leben zur damaligen Zeit ist sehr hart und mühsam. Margarethe ist oft auf sich allein gestellt und meistert dies ohne Murren. Durch ihre Gedanken wird deutlich, wie sehr ihr Leben durch die Kirche geprägt ist und wie sehr die Kirche damals alles bestimmt hat. Zum Beispiel die Frage der Sünde und Ablassbriefe. Damals gab es wenig Geld und trotzdem hat man dann das wenige verwendet um sich vom Fegefeuer freizukaufen.

Auch die Pest macht vor Mansfeld nicht galt und neben den zahlreichen Toten, schlägt auch das Schicksal unter Martins Geschwistern zu. Die Angst und Hoffnung wechseln sich ab und man spürt dies hautnah, so gut ist es beschrieben. Es wird auch deutlich, dass schon viel Wissen existierte, sich vor der Seuche zu schützen und das hier Kräuterwissen zum Tragen kam. Das Wissen um die Kräuter und ihre Wirkungsweise konnte jedoch den Hebammen und Kräuterkundigen zum Verhängnis werden, waren sie doch in den Augen der Kirche eine Gefahr. Nur weil sie den Geistlichen oder den Räten zu "mächtig" wurden, sind sie mit den Behauptungen des "Hexenhammers" denunziert worden.

Der andere Blickwinkel wird aus Sicht von Lucas Cranach dem Älteren geschildert. Er möchte Porträts von Martins Eltern anfertigen und hat beim Porträtieren von Margarethe Schwierigkeiten, ihre Seele für das perfekte Porträt zu erreichen. Mit seinen Augen bekommt man nochmals einen anderen Blick auf die Familie der Luthers und erfährt nebenbei noch vieles zum Entstehen eines Bildes.


mama2009, 20.02.2017

Uns allen ist sicher der Reformationstag ein Begriff und in manchen Bundesländern hoffe ich, nicht nur durch den

Feiertag. Wir befinden uns 2017 im Lutherjahr, denn es ist 500 Jahre her, dass Martin Luther seine Thesen in Wittenberg anschlug. Aber wie viel weiß man eigentlich noch darüber, wenn man schon eine Weile aus der Schule raus ist? Also ich kann für mich sagen, bis auf das es 95 Thesen waren und die kirchliche Ordnung einen Umbruch erlebte, war bei mir nicht mehr allzu viel hängen geblieben.

Nun ist dieser Roman, aber nur indirekt ein Buch über Luther, denn hier geht es um seine Mutter Margarethe. Als Leser verfolgte ich hier den Werdegang von Martin Luther von seiner Geburt bis zum Jahr 1527 aus Sicht der Mutter. Dieser Weg, den die Beinertschwestern hier wählten war sicher ein ungewöhnlicher, aber sehr eindrucksvoller. Wir erfahren dadurch nicht nur alle wichtigen Dinge über Martin, sondern auch über die Ehe und die Rolle der Frau in dieser Zeit. Ich habe viele geschichtliche Informationen erhalten und viel über Martin Luther gelernt, ohne das ich mit Jahreszahlen und Ereignissen erschlagen wurde. 

Die Autorinnen haben ein großes Talent Geschichte in Geschichten zu verpacken. Sie haben hier großartig recherchiert und durch wenige fiktive Elemente ein lebhaftes Bild der Familie Luther gezeichnet. Ich wusste viele Dinge dieser Zeit nicht und war erschrocken darüber, wie sich der Glaube den Menschen vor Luther darstellte. 

Margarethe Luther ist eine starke Persönlichkeit, die die ganze Zeit meine Sympathie und mein Mitgefühl hatte. Sie ist eine folgsame Ehefrau, aber auch eine liebende und herzliche Mutter. Die Schicksalsschläge, die sie ertragen musste bewegten mich sehr. Ihr Mann Hans war mir nicht immer sympathisch. Er ist das für diese Zeit typische Oberhaupt der Familie und kümmert sich um seine Arbeit. In manchen Szenen tat mir seine Frau regelrecht leid, wie er mit ihr umgeht. 

Aber was auch die Familie wegen Martin durchmachte wird hier eindrucksvoll geschildert. Man kann aber auch erkennen, dass Martin seine Familie nie vergessen hat und ohne seine Eltern vielleicht nie diesen Weg gegangen wäre. 

Dieser Roman bewegt, regt zum nachdenken und hinterfragen an und lehrte mich auf jeden Fall wieder mehr geschichtliches Wissen über meine Heimat. Wenn ich demnächst nach Eisleben oder Mansfeld fahre, werde ich sicherlich einiges mit anderen Augen sehen. Ich bin zu tiefst bewegt und kann dieses Buch nur jedem ans Herz legen, der gerne historische Romane liest und im Lutherjahr mehr über Luther erfahren möchte. 

Nicis Buchecke, 10.02.2017

Hinter jedem berühmten Menschen, der etwas Besonderes in der Welt geleistet oder bewirkt hat, stehen (oft

unbeachtet) andere, die einen erheblichen Verdienst an seinem Erfolg haben. In erster Linie sind es die Eltern, die ihr Kind prägen; denn nachweislich beeinflusst die Erziehung und das Vorbild von Vater und Mutter bereits im Babyalter die Entwicklung, im positiven wie auch im negativen Sinn. Zu Zeiten Martin Luthers war die Erziehungsarbeit in der Klasse der einfachen Leute größtenteils Aufgabe der Mutter, und so ist es nur folgerichtig, seinen Lebensweg zurückzuverfolgen und über Margarethe Luther und ihr Wesen nachzuforschen.

Die Aufgabe, die sich Claudia und Nadja Beinert gestellt haben, ist nicht einfach; denn abgesehen von einem Porträt, das Lucas Cranach d.Ä. von Luthers Mutter schuf, als sie bereits eine alte Frau war, ist nicht viel über sie bekannt. Aus den wenigen Fakten über sie und ihr Leben an der Seite von Hans Luder und einigen an sie adressierten Briefen ihres Sohnes Martin gelingt es den beiden Autorinnen, eine spannende Romanbiografie zu gestalten. Sensibel verbinden sie bekannte Tatsachen über Luther und seine Familie mit allgemeinen Erkenntnissen über den Alltag im Spätmittelalter und lassen den Leser das Leben der „Mutter des Satans“ nachempfinden. Eingebettet in eine Rahmenhandlung  -  Margarethe wird von Cranach in Wittenberg porträtiert (es ist das Bildnis auf dem Buchcover)  -  wird ihr eigener Rückblick auf ihr entbehrungsreiches, hartes Leben, ihre tiefe Religiosität, ihre Pflichten als Ehefrau und Mutter, aber auch auf die zwar strenge, aber liebevolle Erziehung ihrer Kinder geschildert. Aus Margarethes Blickwinkel beschreiben Claudia und Nadja Beinert sehr eindrucksvoll die Zeit des ausgehenden Mittelalters. Ihre akribische Recherchearbeit verleiht dem Roman Authentizität; Sehr bildhaft und detailreich erzählen sie von bitterer Armut, Aberglauben, der wiederholten Heimsuchung durch die Pest und der ständigen Angst vor den furchtbaren Strafen Gottes. Sie entführen uns in eine finstere Epoche, ein Stück Zeitgeschichte, verwoben mit dem Schicksal der Familie Luther.

solveig, 07.02.2017

Leider bin ich mit dem Buch nicht so richtig warm geworden, der Stil war mir zu weitschweifig und langatmig. Die Zeit

damals war sehr düster und (für mich zu) deprimierend – das wird sehr anschaulich beschrieben. Der Hexenwahn und die Pest greifen um sich und zerstören neben Leben auch Freundschaften.

Margarethe bleibt lange farblos, duldsam, eine gehorsame Ehefrau. Nur in den Passagen mit Cranach oder beim Tod ihrer Kinder wurde sie für mich lebendig und lies Gefühle zu. In den Szenen im Atelier ist sie sehr leidenschaftlich, taut auf und man kann auch mal hinter ihre harte Schale gucken. Die Stellen wirken sehr hell – ein guter Kontrast zum Rest des Buches, aber ich hätte mir mehr davon gewünscht, ich wollte Margarethe ja schließlich kennenlernen. Aber meistens wirkt so steif wie auf Cranachs Gemälde.

Cranach bringt gleichzeitig auch noch eine andere Sichtweise auf das Geschehen ein. Er reflektiert während der Portraitstunden sein eigenes Leben, den Umgang mit seiner Familie und die Freundschaft zu Martin Luther. Für mich habe genau diese Szenen das Buch aufgelockert.

 

Abschließend ist „Die Mutter des Satans“ für mich zu sehr Biographie und zu wenig Roman.

hasirasi2, 02.02.2017
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