Verlagsgruppe Droemer Knaur

So liest man heute.

Das Haus der schönen Dinge

9783426439722
Erhältlich bei Ihrem Buchhändler und in diesen Formaten:
E-Book, Knaur eBook
27.04.2017, 656 S.

ISBN: 978-3-426-43972-2
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Roman

Der neue große Roman von Erfolgs-Autorin Heidi Rehn über Aufstieg und Fall einer jüdischen Münchner Warenhaus-Dynastie über 100 Jahre - opulent, dramatisch, emotional!
Als der jüdische Kaufmann Jacob Hirschvogl 1895 zum Königlich-Bayerischen Hoflieferanten ernannt wird, glaubt er sich und seine Familie als gleichwertige Mitglieder der Münchner Gesellschaft anerkannt. Zwar begegnet seine Frau Thea Jacobs Enthusiasmus mit einer gewissen Skepsis, doch der Erfolg des Kaufhaues belehrt sie eines Besseren.
Tochter Lily übernimmt das Kaufhaus am Münchner Rindermarkt in den goldenen 20ern und wähnt sich am Ziel aller Wünsche. Eine glückliche Zukunft scheint auf die Familie zu warten, doch als die Nazis die Macht ergreifen, müssen die Hirschvogls erleben, wie sich Bayern und München, das für sie stets Heimat war, plötzlich gegen sie wendet …

Die Autorin

Heidi Rehn

Portrait von Heidi Rehn

Heidi Rehn wurde 1966 in Koblenz/ Rhein geboren und wuchs in einer Kleinstadt am Mittelrhein auf. Zum Studium der Germanistik, Geschichte, BWL und...

zur Autorin Bücher von Heidi Rehn

Pressestimmen

"Eine fesselnde und tief bewegende Geschichte. Eine Geschichte über ein Kaufhaus, das es so zwar nie gegeben hat, das aber stellvertretend für die vielen anderen Kaufhäuser und deren wechselvolle Geschichte steht. [...] Dieser Roman ist wunderbar, spannend, lebendig mit etlichen Überraschungsmomenten."<br />

Blog Lesezeit, 17.04.2017

Lesetipps

Du hast dieses Buch schon gelesen? Dann , um es hier weiterempfehlen zu können.

Der jüdische Kaufmann Jacob Hirschvogl eröffnet 1897 mit seiner Frau Thea in München ein großes

Kaufhaus. Die beiden erfüllen sich damit einen großen Traum. Ihr Ziel ist es, ganz besondere Dinge vorrätig zu haben und damit die Leute zum Staunen zu bringen. Jeder Kunde, egal ob arm oder reich, soll sich hier geschätzt fühlen. Besonders Thea hat immer neue Ideen, sodass das Kaufhaus schon bald zu den führendsten Adressen Münchens gehört und sich ständig weiterentwickelt. Das Glück scheint also mit der Kaufmannsfamilie zu sein. Doch leider müssen die Hischvogls feststellen, wie zerbrechlich es ist, als die Nazis die Macht ergreifen....

Der Roman um die fiktive Münchner Kaufmannsfamilie begeistert von der ersten Seite an. Denn Heidi Rehn versteht es hervorragend, Handlungsorte und Protagonisten so lebendig zu beschreiben, dass man alles mühelos vor Augen hat. Man hat schon beinahe das Gefühl, selbst im Kaufhaus zu sein und all die wunderbaren Dinge zu bestaunen. Die Charaktere wirken ebenfalls sehr sympathisch, sodass man sich gut mit ihnen identifizieren und mit ihnen mitfiebern kann. Das Schicksal hält einiges für die Familie bereit, sodass die Erzählung nie langweilig oder gar vorhersehbar wirkt.

Heidi Rehn webt geschichtliche Hintergründe gekonnt in die Handlung ein. Dadurch hat man  das Gefühl, dass diese fiktive Geschichte sich tatsächlich so zugetragen haben könnte. Man taucht förmlich in die Vergangenheit ein und mag sich kaum vom Gelesenen lösen. Obwohl das Buch recht umfangreich ist, liest es sich quasi von selbst. Denn der Schreibstil ist sehr flüssig und angenehm lesbar.

Ich habe mich beim Lesen dieses Romans sehr, sehr gut unterhalten. Die Geschichte der Hirschvogls hat mich vom ersten Moment an in ihren Bann gezogen, da Heidi Rehn sie lebendig und geradezu packend erzählt. Ich konnte mich kaum von der Geschichte lösen, die, außer zu unterhalten, zum Nachdenken anregt. Deshalb bekommt das Buch auf meiner persönlichen Leseskala auch alle fünf Bewertungssternchen. 

KimVi, 21.05.2017

Heidi Rehn holt einen mit ihrem fesselnden Schreibstil in eine faszinierende Geschichte!

Katjuschka, 20.05.2017

Im Roman „Das Haus der schönen Dinge“ erzählt Heidi Rehn die Geschichte eines fiktiven Kaufhauses „Hirschvogl“ in München zwischen 1897 und 1952. Wie viele andere Kaufhäuser gehört das „Hirschvogl“ einer jüdischen Kaufmannsfamilie und so erzählt dieses Buch exemplarisch auf sehr herzerwärmende aber auch verstörende Weise das Schicksal einer jüdischen Familie in den lebhaften 20er Jahren und während der schrecklichen Zeit unter den Nationalsozialisten.

Die Schauplätze in München sowie des Kaufhauses sind sehr anschaulich beschrieben, so dass man richtig zum Träumen kommt. Liebhaber von Fernsehserien wie „The Paradise“ oder „Selfridges“ werden in diesem Schmöker voll auf ihre Kosten kommen.

Die Charaktere sind sehr sorgfältig und liebevoll ausgearbeitet, so dass auch der Zwiespalt, in dem viele Menschen in der Zeit der aufstrebenen NSDAP steckten, sehr deutlich wird. Sehr viele Informationen zur Geschichte Bayerns und Deutschlands sind eingestreut und auch viele wirtschaftliche Aspekte werden beleuchtet.

Mein Leseverlauf war so, dass ich die ersten etwa 150 Seiten wirklich faszinierend fand und mich immer wieder richtig gefreut habe, wenn ich mal für eine halbe Stunde in das Buch eintauchen konnte. Danach, etwa im mittleren Drittel ist mir etwas zu wenig passiert. Es war nach wie vor flüssig zu lesen, aber ich habe dennoch einiges etwas übersprungen, ohne dass mir wirklich viel Information zur Handlung gefehlt hätte. Das letzte Drittel war dann wirklich sehr mitreißend von der Spannung her, aber auch von der gefühlsmäßigen Bindung her, die man mit den Figuren aufgebaut hat.

Ich empfehle das Buch allen Liebhabern der etwas ausschweifenderen historischen Romane und natürlich Münchnern. Von mir erhält dieses Buch 4,5 Sterne. Da wo das nicht möglich ist, runde ich auf 5 Sterne auf.

allegra, 15.05.2017

Der jüdische Kaufmann Jacob Hirschvogl und seine Ehefrau

Thea erfüllen sich 1897 ihren größten Traum. Sie eröffnen
in München ein Kaufhaus. Das Kaufhaus Hirschvogl ist das
erste Haus am Platze und die Hirschvogles glauben das sie
nun als Mitglieder der Münchner Gesellschaft anerkannt sind.
Das Leben der Familie Hirschvogel spannt einen weiten Zeitbogen.
Es ist eine sehr gut recherchierte Geschichte über ein fiktives Kaufhaus.
Hier werden historische Fakten mit dem Schicksal einer Kaufhausdynastie verwoben.
Zeitgeschichte aus Sicht einer Familie sehr gut vermittelt.
Vom glanzvollen Aufstieg zum allmählichen Niedergang und Zerfall
einer wohlhabenden Familie.
Nicht nur die politische Seite ist sehr interessant, sondern auch die Lebensumstände.
Die Schreibweise ist fließend, manchmal etwas zu ausschweifend.
Die Charaktere und Ihre Entwicklungen sind wunderbar beschrieben.
Man kann sich sehr gut mit ihnen Identifizieren.
Ein guter und sehr interessanter Roman der leider teilweise Längen hat.
Sehr gelungen ist, das gleich vorne im Buch der Stammbaum der Familie abgedruckt ist.
Gute Unterhaltung ist garantiert. 

Autor: Heidi Rehn

lilofee, 10.05.2017

Aufstieg und Fall einer jüdischen Familie durch  zwei Welkriege.

Eine Warenhaus Dynastie. Wunderbare Leseprobe

brigitte schreiter, 09.05.2017

Ergreifende jüdische Familiengeschichte

Mit der Eröffnung des Kaufhauses Hirschvogl am Rindermarkt wird Jacob Hirschvogl zum Königlich-Bayerischen Hoflieferanten ernannt – endlich hat er es geschafft, sich zusammen mit seiner Frau Thea nicht nur den Traum vom eigenen Kaufhaus zu erfüllen, sondern auch als Jude in der Münchner Gesellschaft anerkannt zu werden. Um ihre spätere Nachfolge müssten sie sich keine Sorgen machen, ihr ältester Sohn Benno soll das Kaufhaus übernehmen, aber ausgerechnet er hat dafür überhaupt kein Interesse. Auch der jüngste Spross der Familie, Sepp, scheint nicht geeignet zu sein, da er ewig kränkelt. Die naheliegendste Lösung, ihre Tochter Lily, passt Jacob eigentlich nicht, trotzdem wird sie später seine würdige Nachfolgerin.

 

„Das Haus der schönen Dinge“ umfasst den Zeitraum von 1897 bis 1952. In dieser Spanne haben die Hirschvogls gegen Konkurrenten, Neider, Wirtschaftskrisen und Weltkriege zu kämpfen. Sie meistern diese Herausforderungen mit ihrem guten Gespür für die jeweilige Lage und immer wieder neuen fortschrittlichen Ideen – auch wenn sie oft als skandalös verschrien werden, der Erfolg gibt ihnen letzten Endes Recht. Doch dann kommen die Nazis an die Macht und alles wird anders ...

 

Heidi Rehns neues Buch ist unglaublich bunt, wild, atmosphärisch und zeigt die ganze Bandbreite des Lebens. Es behandelt unstandesgemäße Beziehungen zwischen verschiedenen Gesellschaftsschichten, Christen und Juden bzw. homosexuellen Partnern. Das ergreifende Schicksal der Familie und ihrer Freunde ist dabei eng mit Politik und (Stadt-)Geschichte verwoben.

Die Hirschvogls nehmen unter den Münchner Kaufhausbetreibern eine Vorreiterrolle ein. Sie haben z.B. als erstes „Kleider von der Stange“ und Lingerie, verkaufen Fahrräder und Hosenröcke und motivieren ihre Angestellten durch Umsatzbeteiligungen. Das Kaufhaus wird vor allem Dank Theas und später Lilys Wagemut und Ideen schnell die allererste Adresse in München. Überhaupt wird der Erfolg der Familie vor allem von starken Frauen bestimmt.

Die Geschichte wirkt dabei so real, dass ich kaum glauben kann, dass es das Hirschvogl und die Familie so gar nicht hat gegeben hat, sondern beispielhaft für die fast ausschließlich jüdischen Kaufhäuser dieser Zeit steht.

Der Roman ist sehr bildhaft und lebendig – ich bewundere die Autorin für ihre Fantasie und das Können, diese zum Leser transportieren.

Das Hirschvogl habe ich mir übrigens immer wie die „Galeries LaFayette“ in Paris vorgestellt: überbordend, opulent, beeindruckend.

 

Ich habe die Hirschvogls gern auf ihrem wechselvollen Lebensweg begleitet &nd

hasirasi2, 08.05.2017

Aufstieg und Fall der Münchner Kaufhausdynastie Hirschvogl.

Thea und Jacob Hirschvogl, begehen  1897 mit Pomp und Prunk die Eröffnung ihres Warenhauses in München am Rindermarkt. Besonders stolz sind die Besitzer auf die Anwesenheit seiner königlichen Hoheit Prinzregent Luitpold von Bayern, darf sich der jüdische Kaufmann doch königlicher Hoflieferant titulieren. Durch spektakuläre Aktionen und geschickte Investitionen vor allem durch Thea, die wie alle ihr nachfolgenden, weiblichen Mitglieder der Familie, ein Händchen fürs Geschäft hat, ist der Aufstieg  des Hauses geradezu vorprogrammiert. Nicht nur die Reichen und Schönen kaufen bei Hirschvogls sondern auch die ganz normalen Münchner. Das Kaufhaus wird eine Institution in der bayrischen Landeshauptstadt.  In den goldenen 20er Jahren übernimmt Tochter Lily das Geschäft, durch spektakuläre Innovationen  und grandiosen Geschäftssinn gelingt es der Familie, das Kaufhaus durch gute und  schlechte Zeiten nach dem ersten Weltkrieg zu manövrieren, dass sich das nach 1933 unaufhaltsam ändert zeigt uns die Geschichte. Welche Charaktere überleben den Naziterror und was geschieht mit dem schillernden Luxuskaufhaus nach dem 2. Weltkrieg?

Besonders gut gefällt mir der bildhafte malerische Erzählstil der Autorin Heidi Rehn, die schillernden, verführerischen Waren im Kaufhaus sind wunderbar geschildert. Die Orte der Handlung und auch der geschichtliche Hintergrund sind von der Autorin bestens recherchiert worden. Die Erzählung über die Dynastie der Hirschvogls hätte genauso stattfinden können, die Charaktere sind durchgehend  authentisch gezeichnet. Alleine die Figuren von Lilys Freundin Cäcilie und ihrer Mutter Laetitia konnte ich überhaupt nicht leiden, wie Fähnlein im Wind haben sich die Beiden, je nach der momentanen Stimmung als beste Freundinnen oder auch Feindinnen  erwiesen. Das letzte Drittel des Plots zeigte sich als das spannendste des gesamten Romans, Bis über die Hälfte hatte  die Erzählung leider unnötige Längen und plätscherte so dahin, emotionslos wird über den Werdegang der Kinder und Enkel von Jacob und Thea und deren Schicksal berichtet.

Über drei  Generationen wird die Familiengeschichte erzählt. Aufgelockert durch lebendige Dialoge und kurze übersichtliche Kapitel mit häufigen Szenenwechseln, lässt sich vorliegende Geschichte flüssig lesen. Spannung kommt erst am Ende der Geschichte auf, habe ich auch in einer derartigen Erzählung nicht durchgehend erwartet. Besondere Eigennamen sind kursiv gedruckt und werden dadurch besonders hervorgehoben Sehr gut gefallen haben mir der Stammbaum ganz am Anfang des Buches und der Stadtplan von München mit den Kaufhäusern die im Buch genannt wer

Ele, 03.05.2017

Der große Traum

Als Jacob und Thea Hirchvogl im Mai 1897 ihr Kaufhaus am Münchner Rindermarkt eröffnen und zum Königlich Bayrischen Hoflieferanten ernannt werden glauben sie sich am Ziel ihres großen Traumes.
Schnell wird das Hirchvogl, dank seines ausgewählten und luxuriösen Angebotes zum 1. Haus am Platz. Doch die Konkurrenz schläft nicht, bald schon werden Hermann Tietz und das Oberpolinger zu ernsten Konkurrenten.
Doch dank der immer neuen Ideen von Thea und der baldigen Vergrößerung des Hirchvogls bleibt das Kaufhaus nach wie vor Münchens liebstes Kind. Aber dann werden die Zeiten stürmisch.

 

Das Buch „Das Haus der schönen Dinge“ von Heidi Rehn ist sehr schön gestaltet. Auf dem Cover sieht man das Kaufhaus mit seiner großen Kuppel und dem Lichthof, so wie es im Buch beschrieben wird.
Auf den Innenseiten des Covers ist vorne der Stammbaum der Familie und hinten eine Karte der Münchner Innenstadt mit Hinweisen zu den Kaufhäusern gedruckt.
Erstaunlich wie viele große Kaufhäuser sich in enger Nachbarschaft angesiedelt haben und mit welcher Pracht sie ausgestattet waren.
Eins dieser Kaufhäuser ist das der jüdischen Kaufmanns Familie Hirchvogl. Bald schon wird es zum beliebtesten Kaufhaus von Münchens edler Gesellschaft. Dank der immer neuen Ideen von Thea Hirchvogl, wenn es um Dekorationen und das Warenangebot geht, ist es ein beliebter Treffpunkt der feinen Damen. Auch ihre Soireen erfreuen sich einer großen Beliebtheit.
Im Mittelpunkt der Erzählung stehen Jacob und Thea Hirchvogl die sich mit dem Kaufhaus einen Traum erfüllt haben und ihre drei Kinder Benno, Lily und Joseph. Lily zeigt schon früh, dass auch sie dem Kaufhaus sehr verbunden ist, schon als Kind verbringt sie am liebsten die Zeit mit ihrer Freundin Cäcilie zwischen den vielen Theken und Regalen.
Der Leser begleitet die Familie Hirchvogl über drei Generationen durch viele Höhen und Tiefen.
Man erfährt viel über die großen Kaufhäuser die meist von jüdischen Kaufmannsfamilien betrieben wurden und von der Zeit die nach dem 1. Weltkrieg anfing suggestiv schwerer für sie zu werden.
Das Buch liest sich sehr schnell, der Schreibstil ist flüssig und so, dass man sich alles richtig bildhaft vorstellen kann.
So freut man sich mit der Familie Hirchvogl aber man leidet auch mit der sympathischen Familie.
Das Buch „Das Haus der schönen Dinge“ stufe ich als unbedingt lesenswert ein.

Sylvia Hertel, 02.05.2017

Jacob Hirschvogl erfüllt sich einen Lebenstraum, als das Kaufhaus „Hirschvogl“ am Münchner

Rindermarkt öffnet. Sein Kaufhaus bietet etwas, das München so vorher noch nicht hatte. Das Angebot unter einem Dach umfasst exquisite Damenbekleidung aus Paris, maßgeschneiderte Herrenbekleidung, feinste Unterwäsche, beste Stoffe, Parfum, Kaffee, Tee und Pralinen. Die Mitbewerber versuchen mitzuhalten, aber es gelingt nicht, denn Jacobs Frau Thea hat sehr kreative Ideen. Jacob wird im Jahre 1897 Königlich-Bayerischer Hoflieferant.

In den „Goldenen Zwanzigern“ übernimmt Tochter Lily die Geschäftsführung, da ihre Bruder Benno kein Interesse zeigt und auch Sepp, ihr jüngerer Bruder, nicht in Frage kommt. Aber bald schon macht sich der Einfluss der Nazis bemerkbar. Die Familie dachte immer, wie wäre ein vollwertiges Mitglied der Münchener Gesellschaft, aber nun zeigt sich, dass die Menschen sich mehr und mehr gegen die jüdische Familie stellen. Die Kunden bleiben weg und die Hirschvogls müssen um ihre Existenz bangen.

Das Buch erzählt die Familiengeschichte über drei Generationen. Das Kaufhauses Hirschvogl ist fiktiv, steht aber stellvertretend für die vielen Geschäfte in jüdischem Besitz.

Ich mag die Bücher von Heidi Rehn, die unterhaltsam sind und dennoch immer nachdenklich stimmen. Der historische Hintergrund ist sehr gut recherchiert und so erhält man einen Überblick über die Lebensumstände jener Zeit, das gesellschaftliche Leben und auch über die politischen Verhältnisse.

Alle Charaktere sind sehr vielschichtig und interessant dargestellt. Besonders Lily hat es mir angetan. Sie muss sich in einer schwierigen Zeit um das Kaufhaus kümmern.

Ich kann diese unterhaltsame, spannende und sogar zeitweise dramatische Familiengeschichte nur empfehlen.

leseratte1310, 01.05.2017

Dieser historische Roman sei vor allem den an der deutschen Geschichte der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts interessierten Lesern wärmstens ans Herz gelegt. Wir begleiten die fiktive jüdische Kaufmannsfamilie Hirschvogl aus München durch die Jahre 1897 bis 1952. Vater Jacob und Mutter Thea erfüllen sich mit dem von ihnen gegründeten Kaufhaus Hirschvogl am Rindermarkt (eben das im Buchtitel benannte „Haus der schönen Dinge“) einen Lebenstraum. Jacob, dessen Familie seit vier Generationen in München ansässig ist und der sich in erster Linie als Münchner, dann als Bayer und erst danach als Jude sieht, glaubt sich und seine Familie als anerkannte Mitglieder der Münchner Gesellschaft. Doch was das für eine Fehlinterpretation ist, zeigen die folgenden Jahrzehnte, in denen das Warenhaus und die Familie verschiedenen wirtschaftlichen Krisen (Großer Krieg, Weltwirtschaftskrise) trotzen muss und vor allem immer wieder antisemitischen Anfeindungen, die ihren Höhepunkt im Nationalsozialismus finden und das Erbe der Hirschvogls bedrohen. So viel lehrreiches geschichtliches Wissen wird in diese Familiengeschichte gepackt, sowohl politischer als auch wirtschaftlicher Art (Stichwort: Anfänge der Warenhäuser). Dabei geht die Autorin recht geschickt vor, indem sie nur kurze, fokussierte Episoden aus dem Leben der Familie erzählt, die manchmal einige Jahre auseinanderliegen. Auf diese Weise wird alles in einem noch akzeptablen Rahmen von 638 Seiten gehalten, und trotzdem erhält man ein umfassendes Portrait der Familie und ihres Schicksals. Was die Spannung beträchtlich fördert, ist der Umstand, dass oft von bedeutsamen Gegebenheiten die Rede ist, die dann aber nicht sogleich, sondern erst Seiten später umfassend aufgelöst werden. Dass der Autorin als Wahlmünchnerin die Sprache der Städter am Herzen liegt, zeigt sich darin, dass sie den Protagonisten Jacob münchnerisch reden lässt, was ihn als seiner Stadt treu Ergebenen auszeichnet und authentisch wirkt. Abgerundet wird die Geschichte durch einen vorangestellten Familienstammbaum, ein ausführliches Glossar und einen  Stadtplan von München mit allen konkurrierenden Warenhäusern.

nikolaus, 01.05.2017

Aufstieg und Fall einer Kaufhausdynastie

In ihrem historischen Roman erzählt Heidi Rehn die abwechslungsreiche Geschichte des Kaufhauses Hirschvogl am Rindermarkt in München in der Zeit von 1897 bis 1952 über drei Generationen.

 Jakob Hirschvogl wird im Jahr 1897 zum königlich bayrischen Hoflieferant ernannt. Gleichzeitig erfolgt die Eröffnung neuer Geschäftsräume am Rindermarkt. Jakob und seine Frau Thea wollen sich abheben von anderen Kaufhäusern durch ein erlesenes Warensortiment und gediegener Ausstattung. In den neuen Räumen erfüllen sie sich ihren Lebenstraum. Zum Leidwesen von Jakob zeigen seine Söhne Benno und Joseph kein Interesse an dem Kaufhaus, aber seine Tochter Lily hat die Begeisterung ihrer Eltern geerbt. Sie übernimmt in den goldenen zwanziger Jahren die Geschäftsführung, doch in den 30er Jahren stehen ihr schwere Zeiten bevor.

 Die Geschichte des Kaufhauses Hirschvogl ist eine fiktive, als Vorbilder dienten aber existierende Warenhäuser, die unter jüdischer Leitung standen oder in deren Besitz waren. Sehr detailliert beschreibt die Autorin wie sich das Kaufhaus im Laufe der Zeit wandelt. Welche Anstrengungen Jakob und Thea unternehmen, um das hohe Niveau des Sortiments zu erweitern. Sehr bildhaft werden die neuen Modetrends beschrieben, so dass man sich diese genau vorstellen. Sie entwickelten Ideen um den Kunden immer etwas Besonderes zu bieten, so dass sie gern ihre Zeit im Warenhaus verbrachten, um dort einzukaufen. Doch dann ändert sich die Stimmung im Land und schwelender Neid schlägt in Hass gegenüber Juden um.

 Das Buch war angenehm zu lesen, so dass man sich in die damalige Zeit versetzt fühlte. Dank guter Recherche hat Heidi Rehn sehr geschickt historische Ereignisse und Persönlichkeiten mit in das Geschehen verwoben. Wobei mir die erste Hälfte des historischen Romans etwas zu ausführlich vorkam, dies änderte sich jedoch als die Zeiten unruhiger wurden.

 Mich hat das Buch am Ende gefesselt und ich habe angenehme Lesestunden verbracht.

Renate, 01.05.2017

Das Haus der schönen Dinge, Heidi Rehn

 

Cover:

Wunderschön und genau passend zum Buch.

Auch der Titel wird im Buch erwähnt und ich finde es immer klasse wenn der Titel auch einen Bezug zum Inhalt hat.

 

Inhalt:

Eine packende Geschichte, über drei Generationen.

Sie beginnt 1897 als der jüdische Kaufmann Jacob Hirschvogel zum Königlich Bayerischen Hoflieferant ernannt wird und zusammen mit seiner Frau den Traum eines großen Luxuskaufhauses „Das Haus der schönen Dinge“, träumt und in Angriff nimmt.

Mit viel Fleiß, kaufmännischem Geschick und einem untrüglichen Gespür für die Wünsche und Bedürfnisse der Menschen schaffen sie ihren Traum Stück für Stück zu verwirklichen.

Immer wieder gibt es wirtschaftliche und gesellschaftliche Rückschläge, doch da ihre Tochter Lily genauso für das Kaufhaus „brennt“, schaffen sie es immer wieder einen Schritt nach oben zu tun.

Bis sich Anfang der 30er Jahre  ihre Heimat plötzlich wandelt und sich gegen sie wendet. Das aufkeimen der Nazizeit bringt der Familie Hirschvogel einen dramatischen Umbruch.

 

Die Bestsellerautorin Heidi Rehn erzählt überaus spannend und voller Emotionen, eine Geschichte vom glanzvollen Aufstieg über eine ruhmrieche Zeit bis hin zum tiefen Fall.

 

Meine Meinung:

Mit dem Beginn des Buches bin ich sofort mitten drin in der tiefbewegenden Geschichte.

Wir erleben die Familie Hirschvogel mit ihrem Traum vom Luxuskaufhaus und wie sie ihn sich Schritt für Schritt erfüllen.

Sehr glaubhaft und real erleben wir die Entwicklung und auch die Rückschläge. Vor allem politisch und gesellschaftlich erleben wir ganz deutlich wie sich die Zeiten ändern und wie die Familie mit dem Auf und Ab umgeht.

 

Die Spannung wird nach und nach aufgebaut, es wird immer eindringlicher und gegen Ende liest man atemlos wie alles zerstört wird und es ums reine Überlegen geht.

 

Freundschaft, Loyalität, Familie, politische und gesellschaftliche Entwicklungen sind zentrale Themen.

Das Buch ist wie ein Fenster in die damalige Zeit. Die Autorin versteht es ausgezeichnet uns in diese Zeit zurückzuversetzen, so dass ich mich beim Lesen in einer anderen Zeit wiederfinde.

 

Der Stammbaum vorne im Buch und hinten die Karte von München mit der Kennzeichnung wichtiger Orte, schafft eine gute Orientierung; kleine Details die ich sehr gerne mag.

 

Autorin:

Heidi Rehn, g

Gelinde, 30.04.2017
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