Verlagsgruppe Droemer Knaur



Und Gott schuf die Angst

9783426451724
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E-Book, Droemer eBook
26.09.2018, 288 S.

ISBN: 978-3-426-45172-4
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Ein Psychogramm der arabischen Seele

Religiöse Prägung, überkommene Familien- und Frauenbilder und ein unsicherer Umgang mit der Sexualität dominieren die Lebenserzählungen aller muslimischer Patienten, die Burkhard Hofmann aufsuchen. Zweifel sind in ihrer Kultur und Religion nicht vorgesehen. Bei fast allen führt das zu ausgeprägten Symptomen von Angst, bei vielen zu einer aggressiven Ambivalenz gegenüber der westlichen Kultur.
Hofmann zeichnet ein Psychogramm der arabischen Seele, voller Verständnis für die Leiden seiner Patienten, aber mit wachem Blick auf deren kulturelle Wurzeln und einem klaren Bewusstsein für die Freiheiten des einzelnen Menschen in einer aufgeklärten, westlichen Gesellschaft. Ein bedeutsamer Beitrag zur aufgeheizten Debatte um den Kampf der Kulturen.
„Die Spannung zwischen religiösen Überlegenheitswünschen und hilfsbedürftiger Unterlegenheit ist für jeden Flüchtling schwer auszuhalten. Er muss sich aber für Letzteres entscheiden, weil er sich sonst nicht helfen lassen kann. Das Erleben der Defizite ist für die stolzen Menschen am Golf kaum zu ertragen. So wundert es nicht, wie sehr die augenfälligen Mängel im öffentlichen Leben in der Verantwortung der westlichen Großmächte gesehen werden. Der reine Opferstatus, den man sich aber dadurch zuweist, proklamiert letztlich eine unwürdige Ohnmachtshaltung, die der Situation nicht gerecht wird und den Einzelnen in politische Apathie und Bequemlichkeit versetzt.“

Der Autor

Burkhard Hofmann

Portrait von  Burkhard Hofmann

Burkhard Hofmann, Jahrgang 1954, arbeitet seit 1991 als Facharzt für Psychotherapeutische Medizin in eigener Praxis in Hamburg. Schon früh kam er über...

zum Autor Bücher von Burkhard Hofmann

Pressestimmen

"Ein bedeutsamer Beitrag zur aufgeheizten Debatte um den Kampf der Kulturen."

Hellmich-Presse, 12.10.2018

"Ein Buch, das seine Berechtigung hat, gerade auch weil die Psychotherapie in der arabischen Welt eine Randexistenz führt."

Qantara.de, 13.11.2018

Lesetipps

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Das Buch gibt einen interessanten Einblick in den Zusammenhang von Religion, Familie und psychischen Krankheiten.

Anhand von verschiedenen muslimischen Patientinnen und Patienten aus der Mittelschicht zeigt Herr Dr. Hofmann auf, welchen Einfluss der Islam auf die arabische Seele und damit auf verschiedene psychische Krankheiten hat. In diesem Zusammenhang wird auch vermittelt, welche Auswirkungen das Verhalten von Mutter und Vater insbesondere in der Kindheit auf die Menschen haben und welche Rolle Selbstständigkeit und das eigene Selbstwertgefühl einnehmen. Neben Depressionen und Ängsten werden auch verschiedene Süchte, wie Medikamentenabhängigkeit, Alkohol und Glückspielsucht angesprochen. Manche dieser Süchte resultieren aus dem in der islamischen Welt vorherrschenden Umgang mit psychischen Erkrankungen.

 

Das Buch ist sehr wissenschaftlich geschrieben und daher teilweise für jemanden, der nicht beruflich mit diesem Thema zu tun hat, etwas schwerer zu lesen.

Sehr interessant fand ich neben den dargestellten, verschiedenen negativen Einflüssen auf den Menschen auch, wie schwierig es für Herrn Dr. Hofmann war, auf Grund der kulturellen Unterschiede an die arabischen Personen und ihre Probleme heranzukommen. Gleichzeitig war seine andere Kultur zum Teil allerdings auch wieder ein Vorteil bei der Behandlung.

Insgesamt ist es ein interessantes Buch, das allerdings möglichst mit einem gewissen Vorwissen im Bereich psychischer Erkrankungen gelesen werden sollte.

denise, 15.11.2018
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